Ford Fiesta (2013): Fahrbericht

— 20.11.2012

So fährt sich der neue Fiesta

Ein Bond-Auto für 11.000 Euro? Ganz so weit geht Ford zwar nicht. Aber der neue Fiesta sieht vorn fast ein bisschen nach Aston Martin aus. Und ein paar Gimmicks hat der kleine Kölner auch. AUTO BILD ist ihn schon gefahren.



In England gehen sie auf die Barrikaden, in Genk brennen die Autos – doch in Köln sind die Ford-Werker guten Mutes. Denn daheim am Stammsitz bauen sie nicht nur den viel gelobten Dreizylinder, sondern auch den Fiesta und müssen deshalb wohl kaum um eine Werksschließung fürchten. Im Gegenteil: Der kleine Ecoboost-Motor entwickelt sich zum Besteller und den handlichen Dauerbrenner machen sie jetzt noch einmal frisch. Pünktlich zum Beginn der im Rheinland so wichtigen Fünften Jahreszeit bekommt der kleine Prinz aus Köln deshalb nun eine Portion neuer Schminke, mehr Ausstattung für Komfort und Sicherheit und vor allem einen ganzen Schwung neuer Motoren, zu denen natürlich auch der Dreizylinder aus der Nachbarschaft zählt.

Überblick: Alle News und Tests zum Ford Fiesta

Zu erkennen ist der frisch gemachte Fiesta vor allem am großen Kühlergrill im Aston-Stil und den neuen, schlitzartig gezogenen Scheinwerfern.

Zu erkennen ist der neue Fiesta-Jahrgang vor allem an den schmaleren Scheinwerfern und dem riesigen Kühlergrill. Zwar wird man das in England nicht gerne hören, doch erinnert der Kölner damit verdammt an die aktuellen Bond-Autos und macht den kleinen Ford zu einer Art Aston für Arme. Dazu gibt's innen ein paar kosmetische Korrekturen am noch immer völlig überladenen Cockpit und der von zu vielen Schaltern überfrachteten Mittelkonsole und etwas mehr Ausstattung für Komfort und Sicherheit: Handys & Co bindet man dank SYNC jetzt über Bluetooth ein und steuert sie mit Sprachbefehlen. Den PS-Nachwuchs bremst man mit dem Zweitschlüssel "My Key" ein, mit dem man die Höchstgeschwindigkeit limitieren kann. Und vor Blechschäden im Stadtverkehr schützt der lasergesteuerte Notbremsassistent, der im Zweifel automatisch in die Eisen steigt.

Sitzprobe: Ford Fiesta auf dem Autosalon Paris 2012

Aber am meisten getan hat sich unter der Haube. Denn fünf der insgesamt zehn Motorvarianten von 60 bis 125 PS sind neu. Und einige davon kann man bislang auch in keinem anderen Ford kaufen. Wie immer ging es dabei um eine Mischung aus Spaß und Sparen: Die Leistung steigt und der Verbrauch geht zurück. Deshalb liegen mittlerweile sieben Motoren beim CO2-Ausstoß unter 100 g/km, und die sparsamste Version kommt nun auf 3,3 Liter. Den größten Stellenwert im Programm hat der neue Dreizylinder-Ecoboost-Motor. Den gibt es jetzt nicht mehr nur als Turbo mit 100 oder 125 PS, sondern neuerdings auch als Sauger. Dann leistet der ein Liter kleine Direkteinspritzer 65 oder 80 PS. Außerdem ergänzt ein 1,5-Liter-Diesel mit 75 PS das Programm der Selbstzünder.

Und als wäre das noch nicht genug, bringt Ford jetzt erstmals seine Doppelkupplung in den Fiesta – nur den sechsten Gang für das Schaltgetriebe haben die Kölner bei all den Neuerungen offenbar vergessen. Macht aber nichts – zumindest wenn man mit dem 125 PS starken Top-Modell unterwegs ist. Klar, würde der Wagen auf der Autobahn bei deutlich mehr als 180 Sachen noch ruhiger und gelassener wirken, wenn man mit einem weiteren Gang 1000 Touren weiter runter käme. Doch wann reizt man mit so einem Auto das Spitzentempo von 196 km/h tatsächlich mal auf langen Strecken aus?

Total global in die Zukunft: Ford-Neuheiten bis 2015

Leider wirkt das Cockpit noch immer überladen, die Mittelkonsole ist mit ihren unzähligen Knöpfen überfrachtet.

Viel eher flitzt man damit doch durch die Stadt und freut sich im Dauerstau an der reibungslosen Start-Stopp-Automatik, genießt beim Parken das handliche Format und den kleinen Wendekreis und wundert sich, was man im dichten Verkehr durch die kleinen Seitenfenster und die flache Heckscheibe doch noch alles sieht. Am meisten Spaß allerdings macht der Fiesta bei einer flotten Landpartie. Dort spielt der drehfreudige Motor seine Stärken aus und wuchtet den Fiesta mit maximal 200 Nm auch mal auf einer kurzen Geraden noch schnell am Vordermann vorbei. Und dort spürt man auch den Feinschliff am Fahrwerk und vor allem an der elektrischen Servolenkung, die sich jetzt direkter anfühlt und weniger künstlich wirkt.

Nur den Verbrauch kann man bei solch einer Kurvenhatz glatt vergessen: Wo der stärkste Motor auf dem Prüfstand mit seinen 4,3 Litern sogar der sparsamste Benziner ist, zeigt der Bordcomputer nach so einem Ritt schnell mal den doppelten Wert. Doch was man an der Tankstelle investiert, spart man dafür beim Händler. Denn der 180 PS starke Fiesta ST, der zum Frühjahr kommen will, ist mit dem kleinen Turbo fast schon überflüssig geworden. Allein auf das Bond-Design, die bessere Ausstattung und die neuen Motoren wollten sich die Kölner allerdings offenbar nicht verlassen. Sondern im Ringen mit Polo, Corsa & Co haben sie auch noch einmal an den Preisen gefeilt: Mit 10.950 Euro ist der neue deshalb jetzt ein paar Hunderter billiger als der alte.

Technische Daten Ford Fiesta 1.0 Ecoboost Dreizylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum 998 ccm • max. Leistung 92 kW/125 PS • max. Drehmoment 200 Nm • Frontantrieb • Höchstgeschwindigkeit 196 km/h • 0-100 km/ in 9,4 s • Verbrauch 4,3 l Super • CO2 99 g/km • Preis ab 17.570 Euro.
Autor:

Thomas Geiger

Fazit

Viel neue Technik und ein frisch geschminktes Gesicht – jetzt steht der Fiesta neben VW Polo und Opel Corsa wieder gut da.



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