Ford Fiesta XR2i von Mario Lisker

Ford Fiesta XR2i von Mario Lisker Ford Fiesta XR2i von Mario Lisker

Ford Fiesta XR2i von Mario Lisker

— 08.06.2004

Der Weight-Watcher

Dicke sind langsam! Was im Leben vielen egal ist, spielt im Motorsport eine große Rolle. Deshalb achtet Mario Lisker auf jedes Gramm.

Der Auspuff ist zu geil für die Plakette

Es sind sicher die hohen PS-Zahlen, die Mario beruflich händelt. An denen liegt’s. 1500 Pferde verderben den Charakter. Mario ist Panzerkommandant. Vielleicht kam er ja bei der Arbeit ins Grübeln. Darüber, wie der Panzer wohl gehen würde, wenn er keine tonnenschwere Eisensau wäre. Der Bund mag aber keine Leichtbau-Panzer mit GFK-Teilen. Mario zog sich deshalb mit seinen Ideen ins Private zurück. "Ich bin ein Rallye-Fan, ich mag Motorsport generell", erklärt er seinen spektakulären Innenraum, der so leer ist, dass er fast ein Echo hat.

Wo ist das Armaturenbrett hin? Die Frage stellen wir in einer Stimmung zwischen Begeisterung und Unglauben. Und warum hat der TÜVler den Verlust nicht bemerkt? Offen räkelt sich die Lenksäule. "Mit Sechspunkt-Gurten eingetragen", erklärt Mario, "wie alles andere auch." Fast. Allein der Auspuff ist zu geil für die Plakette.

Sein Klangspektrum reicht von kernigem Blubbern im Stand über aggressives Bellen beim Spiel mit dem Pedal bis hin zu heiserem Trompeten unter Volllast. Falls jemand seine privaten Rallye-Videos nachvertonen will – ruft Mario an! Und zwar schnell. Der Auspuff wird weichen, erfahren wir im Gespräch: "Der ist einfach zu laut."

Leistungsgewicht auf Elise-Niveau

Der von Suhe-Motorsport frisierte Zweiliter braucht keine dreistelligen dB-Werte, um zu funktionieren. "Wenn er eingefahren ist, wird er 190 PS leisten. Bis jetzt halte ich das Limit von 6000 Umdrehungen ein." Der Weißenfelser blickt entspannt, kein nervöses Zucken um die Augen. Er kann warten.

Ein Leichtes – bei 6000 U/min entfaltet der XR2i bereits 179,6 PS. Genug für mehr als eine Nasenlänge Vorsprung beim Ampelsprint. Rein rechnerisch, natürlich. Auch gegen die vermeintlich Großen. Die haben vielleicht bis zu 300 PS, wiegen allerdings im Schnitt über eine halbe Tonne mehr. 880 Kilo brachte der Fiesta beim TÜV auf die Waage. Macht 4,63 Kilogramm pro Pferd. Das ist Lotus-Elise-Liga!

Damit nicht nur in Sachen Masse auf höchstem Niveau gespielt wird, sondern auch in Hinsicht auf das Handling alles "easy" bleibt, verwandeln ein FK-Gewinde und Wiechers-Domstreben das Fliegengewicht in ein Kart. Mario fährt ein wenig auf und ab. Wir fotografieren auf einer ruhigen Landstraße. Im Sucher der Digitalkamera bieten die TSW-Imola-Felgen diesen schönen Effekt des Rückwärtslaufens. Sechzehn Zoll messen die polierten Räder mit den innen blau lackierten Speichen. Siebeneinhalb Zoll in der Breite, nicht mehr. Mehr sähe gut aus, ginge aber auf Kosten der Performance. Und Performance ist am Ende alles.

Shelby meets Sallus-Fiesta

Im Laufe des Nachmittags fehlt es dem Fiesta an Sprit. Mario tankt ungern mehr als 13 Liter. Am Preis für das Super Plus liegt das nicht. Wieder geht’s um das Gewicht. Nachschub wird besorgt, wir warten auf den Kanister. "Das ist ja nicht mein einziges Auto! Es ist ein Hobby, ich fahre damit nur am Wochenende. Aber nur ein paar Kilometer so zum Spaß." Mit 13 Litern von Tankstelle zu Tankstelle zu hoppen, wäre auch ein wenig zu exzentrisch. So jedoch, rein als Fun- oder Race-Konzept, geht die Extravaganz in Ordnung.

"Blue Shock" steht auf dem Fiesta, und eine Cobra ziert die Kotflügel. "Shelby meets Sallus". Sallus-Tuning ist mittlerweile fast jedem ein Begriff. Ahnungslose mögen Hausaufgaben machen! An Marios XR2i legte Steffen "Sallus" persönlich Hand an. Und Shelby? "Von Shelby kennt man schnelle Mustang und die legendäre Cobra. Das musste also einfach sein."

Wir bestaunen die Makrolonscheiben mit Schiebefenstern. "Im Sommer wird es so heiß, da macht die Dachhutze wirklich Sinn." Bringt aber nicht viel. "Was kommt als Nächstes?", wollen wir wissen, als der Sprit eintrifft. "Flügeltüren und Xenon", sagt Mario. Wie, Ballast? "Ach ja – und ein Kompressor." Mario grinst und füllt nach. Fünf Liter sollten reichen.

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