Der Mini hat einen großen Bruder: Der Ford Flex sieht aus wie ein Clubman in XXL. Er ist deutlich schicker als Familienkutschen à la VW Touran und deshalb eine Überlegung wert. AUTO BILD lud zum Vergleich.
Von Claudius Maintz Es ist alles eine Frage der Perspektive, und die beste bekommt man von der Seite. Im Vordergrund steht dann der
Mini Clubman mit seinen durchgehenden Chromleisten unter den Seitenfenstern, mit seinen nach außen gewölbten Türen und hinteren Kotflügeln, mit seinem farblich abgesetzten Dach. Und im Hintergrund sehen wir, nun ja, im Grunde genau das Gleiche noch mal. Nur viel, viel größer. Als hätte jemand die Luftpumpe angesetzt und den Mini aufgeblasen. Das Ergebnis heißt
Ford Flex – und soll ein Crossover-SUV darstellen.
In Deutschland ist der Ford Flex noch ein Exot
Der Flex bietet dank großer Klappe den besseren Flohmarkt-Unterstand, der Clubman die schickeren Türen.
Jeder der ungleich-gleichen Brüder ist auf seine Art herrlich unsinnig:
Der Mini Clubman macht einen auf Kombi, doch es passt gerade mal ein Bügel- oder Surfbrett hinten rein. Im Flex können sich sieben Leute breitmachen, dafür ist das 5,13 Meter lange, 2,03 Meter breite und 1,73 Meter hohe Ungetüm zu groß für unsere Städte. Stellt sich die Frage: Ist der
Flex vielleicht der praktischere Clubman? Etwas für Leute, die aus ihrem gerade mal 3,93 Meter kurzen Mini rausgewachsen sind, das Design aber nicht missen möchten? Antwort: nur bedingt. Denn hinter den ähnlichen Blechkleidern stecken höchst unterschiedliche Konzepte. Während der Mini Clubman auf einem knackigen europäischen Fahrwerk fährt, rollt der Ford Flex gutmütig bis behäbig über die Fahrbahn, das Fahrwerk erinnert – typisch amerikanisch – an ein weiches Hamburger-Brötchen.
Für 39.000 Euro gibt es viel Platz im Flex
Schön sind beide: der fette Ford Flex und der flotte Mini Clubman.
Unter der kantigen Ford-Haube ruht ein V6-Block mit 3,5 Liter Hubraum und 265 PS. Das reicht für schnelle, aber wegen des Verbrauchs von geschätzten 14 Litern leider auch teure Antritte im Stadtverkehr. Dafür stimmt der Auftritt: "Der ist was für echte Männer", sagt Messebauer Tom van Kaatharen, der den kantigen Koloss in der Münchener Innenstadt bestaunt. Regina Guity nimmt den Wagen bei Importeur Karl Geiger ins Visier: "Mich erinnert der an einen Range Rover", sagt die Münchnerin. Sofern sie zuschlägt, dürfte sie den vermutlich einzigen Flex in Deutschland besitzen. Obwohl alle Welt den Maxi-Ford nach seiner Präsentation auf der Automesse in New York vor zwei Jahren gelobt hatte, fand er vorwiegend in Nordamerika Käufer. Was aufgrund seiner Größe nicht weiter verwundert. Für 39.000 Euro gibt es viel Platz, der dazu noch schön verpackt – oder besser: getarnt ist.
Das Holzimitat im Innenraum sieht so echt aus, dass man fast eine Lupe braucht, um es als solches zu entlarven. Anders als der
Mini oder die rollenden Würfel
Daihatsu Materia oder
Nissan Cube ist der Flex innen keineswegs pfiffig. Konventionelle, aber logische Bedienelemente, billiges Plastik und ein Automatikhebel, der aussieht wie aus den Achtzigern: Ein mechanisches Display zeigt die Fahrstufen an. Zwei Panoramadachscheiben lassen viel Sonne rein. Doch im Gegensatz zum Fahrwerk sind die Ledersitze schön hart, geben aber wenig Seitenhalt. Das stört zwar nicht auf schnurgeraden US-Highways, wohl aber im engen Europa. Doch die Sitze sind praktisch: Die hintere Rückbank lässt sich mit einer Schlaufe in Sekunden umklappen. Die wahre Sensation entpuppt sich aber erst beim Einparken: Ausgerechnet der fette
Ford lässt sich besser rangieren als der flotte
Mini – weil dessen C-Säule viel zu maxi ist.
03.06.2010 07:45Uhr
Der 2,5L AWD war bei Bergfahrtenetwas untermotorisiert. Eine Tankfüllung für ca. 800 km. Die Ledersitze waren sehr bequeme, weich und ermüdungsfrei.
Beim ausschalten des Motors fuhr der Fahrersitz in eine Standartposition, die dem Fahrer einen komfortablen Ausstieg ermöglichten! Seitenhalt? Hier sehe ich kein Hinderrungsgrund. Negativ war nur der ungewohnte große Wendekreis.
Kurzum ein sehr vielseitiges Auto im Range Rover meets Clubman- Design.
24.08.2009 15:54Uhr
14.08.2009 09:36Uhr
13.08.2009 17:35Uhr
12.08.2009 22:16Uhr
Mal Hand auf´s Herz. Muß man mit einem "halben Einfamilienhaus" auf der Strasse fahren?
Der Ami ist doch viel zu breit für unsere Strassen/Parkhäuser. Ich begreif es einfach nicht.
Je kleiner die Familien werden um so größer werden die Autos. Und wieder nur fahrbar mit Pieps hier und Pieps da.
Eine Entwicklung die einen nur noch den Kopf schütteln lässt.