Ford Focus C-Max

Ford Focus C-Max Ford Focus C-Max

Ford Focus C-Max

— 13.06.2003

Der maximale Focus

Ford hat es doch noch geschafft: Mit reichlich Verspätung kommt jetzt der erste Kompakt-Van aus Köln. Er ist nicht der Größte seiner Klasse, bringt aber maximalen Fahrspaß.

Ford-Van C-Max auf Focus-Basis

Die Zukunft begann 1996 – und die Deutschen schliefen. Damals startete mit dem Renault Scénic der erste Kompakt-Van. Es dauerte eine ganze Weile, bis Opel 1999 mit dem Zafira konterte und erst im März dieses Jahres VW den Touran hinterherschickte.

Jetzt also ist auch Ford dabei, mit dem C-Max auf Focus-Basis. Länger als der kompakte Fünftürer (plus 12,6 cm), mit knapp größerem Radstand (plus 2,5 cm), vor allem aber viel höher (plus 16 cm).

Wer als Letzter kommt, hat es leichter, die Fehler der Konkurrenten nicht zu wiederholen. Aber auch schwerer – denn den Kompakt-Van konnte Ford nicht neu erfinden.

Vorn passt alles wie angegossen

So ist der C-Max innen zwar geräumig, aber kein Raumwunder. Andere in dieser Klasse sind luftiger. Vorn passt alles wie angegossen, Lenkrad und hoch gelegte Schaltung in der Mittelkonsole liegen in idealer Position und Reichweite.

Im Fond lassen sich die beiden äußeren Einzelsitze diagonal verschieben: zehn Zentimeter nach hinten und sechs nach innen. Es entsteht dann ein Abteil mit Kniefreiheit im Maybach-Format. Wie üblich sind die Sitze auch klapp- und ausbaubar. All das ist ordentlich gemacht, das Bemühen um hochwertige Verarbeitung förmlich greifbar.

Den Verzicht auf die unter anderem bei Zafira und Touran maximal möglichen sieben Sitze erklärt Ford mit zwei Argumenten: Zum einen haben Marktforscher entdeckt, dass höchstens zehn Prozent der Käufer eines Kompakt-Vans die zwei zusätzlichen Sitzplätze überhaupt verlangen. Das zweite Argument ist das Design. Ford sieht hier gute Chancen, sich von Zafira, Touran und Co zu unterscheiden.

Für einen Van ungewöhnlich schnittig

Der C-Max sieht für ein Auto dieser Klasse ungewöhnlich schnittig aus. Unter anderem, weil die Dachlinie elegant nach hinten abgesenkt wurde und die Heckpartie leicht schräg steht – weil dort eben keine zwei zusätzlichen Sitze untergebracht werden mussten.

Überhaupt sind sie bei Ford um schlaue Sprüche nicht verlegen. "Wir wollen mit dem C-Max das erreichen, was uns mit dem Focus in der Golf-Klasse gelungen ist", gibt sich der Leiter der Fahrdynamik-Entwicklung, Andreas Woehler, selbstsicher. Was er meint, ist klar: das anerkannt beste Fahrwerk der Klasse. Womit noch eine wesentliche Zielrichtung der C-Max-Entwicklung genannt ist: Der soll sich von seinen Konkurrenten vor allem durch ein agileres Fahrverhalten unterscheiden. Und dafür durften die Fahrdynamiker um Woehler ein aufwändiges fahraktives Fahrwerk bauen.

Wie wichtig Ford den C-Max nimmt, zeigen auch die drei Motoren, mit denen er starten wird. Die zwei neuen Common-Rail-Diesel (1,6-Liter mit 110 PS, 240 Nm bei 1750 Touren und 2,0-Liter mit 135 PS, 320 Nm bei 2000 Touren) und der überarbeitete 1,8-Liter-Benziner mit 120 PS und 169 Nm bei 4500 Touren feiern hier allesamt ihr Debüt. Scheint so, als sei Ford wirklich aufgewacht.

Aufwändiges fahraktives Fahrwerk

Der C-Max basiert zwar auf dem Focus, ist aber ein ganz anderes Auto. Mit mehr Radstand, anderen Spurweiten, größerem Gewicht, höherem Schwerpunkt etc. Und musste deshalb in vielen Punkten neu entwickelt werden. "Es war eine Herausforderung, ihm eine besondere Agilität und Präzision anzuerziehen. Gerade das sollten aber die Stärken des C-Max sein", verrät Andreas Woehler, Leiter für Fahrdynamik-Entwicklung Ford Europa.

Die grundlegende Fahrwerk-Technik stand fest: vorn mit McPherson-Federbeinen, hinten mit Schwertlenker-Hinterachse. Was folgte, war akribische Fleißarbeit, alles wurde neu abgestimmt: veränderte Lager, Federn und Dämpfer, um 25 Prozent steifere Karosserie, größere Bremsen, angepasste elektrohydraulische Lenkung ...

Zwei Jahre dauert so etwas ungefähr. Ergebnis: "Er hat weniger Komfortschwächen als der Focus", meint Woehler. Stimmt. Das war auch mein Eindruck bei ersten Testfahrten – noch auf dem Beifahrersitz. PS: Es wird den C-Max auch mit einem Sportfahrwerk geben.

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