Ford Focus RS

Ford Focus RS Ford Focus RS

Ford Focus RS

— 22.07.2008

Grell und schnell

Ford stellt auf der British International Motor Show in London den Leistungsträger RS vor. Seine 300 PS aus einer 2,5-Liter-Turbomaschine treiben nur die Vorderachse an – und das Auto in knapp sechs Sekunden auf 100 km/h.

Den Blick in den Rückspiegel der eigenen automobilen Historie beherrscht mittlerweile auch Ford exzellent. Am Vorabend der British International Motor Show (BIMS) in London drehte sich bei der Europa-Tochter des US-Autobauers alles um das Comeback von zwei traditionsreichen Buchstaben: RS. Nach fast fünf Jahren Abstinenz präsentiert Ford wieder einen Überflieger im Kompaktanzug – den Focus RS. Der Ort für den ersten öffentlichen Auftritt der neuen Kampfmaschine war clever gewählt. In Dagenham, dort, wo ehemals Fiesta vom Band liefen, und heute nur mehr Dieselaggregate produziert werden, räumte Ford seine Heritage-Halle leer, strich den Fußboden neu, hängte schrille Lampen unter die Decken und präsentierte dazu coole Rythmen. Aufgefüllt wurde die ehemalige Werkshalle mit allem, was seit Ende der 60er Jahre den RS-Schriftzug tragen durfte.

Anfang 2009 kommt der ultimative Kick im Ford-Kostüm

Der Turbomotor mit 2,5 Litern Hubraum soll das Coupé in unter sechs Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Angefangen mit dem Escort RS 1600 von 1970 über den legendären Rallye-Renner RS 200 bis zum letzen, 225 PS starken Focus RS, der vor rund vier Jahren eingestellt wurde. Anfang 2009 kommt nun der neue ultimative Kick. Der Focus RS mit 300 PS. Alles an der Vorderachse. Ja, richtig gelesen. 300 PS und maximal 440 Newtonmeter Drehmoment nur über die vorderen Gummis auf den Asphalt gepresst – hallo, geht's noch? Da muss einem doch das Lenkrad beim Gasgeben wie ein Zitteraal in den Händen zappeln. "Eben nicht", widerspricht uns Jost Capito, Entwicklungsdirektor der Ford Performance Vehicles. "Unsere neue Revo-Vorderachse leitet die Kräfte so ab, dass beim Beschleunigen kaum etwas im Lenkrad zu spüren ist." Na ja, das werden wir gerne später mal überprüfen. Fakt ist: Aus Gewichts-, Preis- und Verbrauchsgründen haben sich die Ford-Techniker gegen einen Allradantrieb entschieden. Wie dem auch sei. Wir halten fest: Das Power-Paket mit 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylinder (leistungsgesteigert aus dem Focus ST) soll für den Spurt auf 100 m/h weniger als sechs Sekunden benötigen, dürfte rund 33.000 Euro kosten – und sieht wirklich rattenscharf aus. Okay, den Anabolika-Körper wird nicht jeder sexy finden, aber die Muskelpakete an den Kotflügeln haben schon was.

Eine Show für sich ist die Farbe des Prototypen. Limegreen, ein grell schimmerndes Grün, das schon fast in den Augen weh tut, so wie die ersten Sonnenstrahlen nach einer durchzechten Nacht. Es soll an den ersten RS erinnern und hier die Reaktionen des Publikums testen. Wenn es gefällt, soll es in Serie angeboten werden. Doch Chefdesigner Martin Smith verriet uns bereits: Die Farbe kommt garantiert, denn er hat sie sich genau so gewünscht und findet sie ultracool. Zu Fish and Chunky Chips (gräuslich), Lemon cheescake shots (ganz lecker) und Cumberland Sausage and Mash (Brech...) passte das Kermit-der-Frosch-Grün jedenfalls prächtig. Kleine Anekdote am Rande: Keiner der Anwesenden Ford-Leute konnte uns verbindlich mitteilen, wofür RS eigentlich steht. Von Racing Sport über Rally Sport bis hin zu Ralli Streetcar war alles dabei. Meine Herren, das mit dem Rückspiegel üben wir aber noch mal, gell. RS steht für Ralli Sport. Ähhhhh, glaube ich jedenfalls.

Autor: Tomas Hirschberger

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