Ford Focus RS: Fahrbericht — 11.05.2009
Ausfahrt mit Papa
Dieses Ding macht süchtig. Wirklich. Eine Ausfahrt mit dem Ford Focus RS ist ein Erlebnis – vor allem, wenn sein Papa nebendran sitzt und Details über den Porsche-Jäger erzählt. autobild.de-Autor Stephan Bähnisch hat zugehört.
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Kaum rüdes Zerren am Lenkrad, sonst bei starken Fronttrieblern ein typisches Übel. Der RS stürmt einfach nur nach vorn. Möglich wird das durch eine neue Vorderachse. Die Revo-Vorderradaufhängung ist keine einfache McPherson-Konstruktion mit einfachem Querlenker, sondern wurde mit einem Doppelquerlenker quasi von der Lenkung entkoppelt. "Ohne diese Lösung wäre ein derartiger Grip unmöglich", sagt Wheeler. Dazu hat der RS eine Differenzialsperre, die das Durchdrehen der fetten Breitreifen zusätzlich im Rahmen hält. So kann Ford auf einen teuren Allradantrieb verzichten. Nicht zuletzt deshalb kostet der Kölner Blitz nur 33.900 Euro und ist damit das Schäppchen schlechthin im 300-PS-Klub.
Der RS ist absolut alltagstauglich
Bei der Fahrt durch die Nordheide fehlt es an Kurven, hinter jeder Biegung könnte ein Blitzer stehen. Hier bedeutet der RS ein echtes Risiko für die Fahrerlaubnis, denn nichts macht mit diesem Auto mehr Spaß als Gas geben. Dann röhrt der Fünfzylinder sonor, aber ohne anzustrengen, denn wie beim ST werden Motorgeräusche über einen Kanal nach innen geleitet. Schaltfaul gefahren, blubbert er leise vor sich hin. Auch das geht erstaunlich gut im Seriensportler. Auch ist Federung recht kommod, andere Sportler geben da wesentlich mehr Rückmeldung der Straße an das Hinterteil. Das ruht auf sehr gut sitzenden Recaros. "Wir wollten, dass der RS ein alltagstaugliches Auto wird", sagt Wheeler, der das Geschoss bei zahlreichen Fahrten auf der Nordschleife mit abgestimmt hat. "Auf der Rennstrecke bemerkt man erst, wie fein das Auto aerodynamisch ausbalanciert ist".Eine Rennstrecke ist hier nicht in Sicht. Also ab auf die A7, die hier kein Tempolimit hat. Einmal schnell die sechs Gänge durch die knackige Box geschaltet, ist die 200-km/h-Marke im Flug geknackt. Der RS stürmt weiter, als gäbe es keinen Roll- oder Luftwiderstand. Dabei liegt er wie das sprichwörtliche Brett, der riesige Heckflügel erfüllt seine Aufgabe ordentlich. Bei Tempo 245 bremst mich ein Kombi ein, ich glaube jetzt, dass der RS 263 km/h schafft. Im Display für den Durchschnittsverbrauch stehen 18,9 Liter. "Ich bin mit dem RS 1400 Kilometer nach Italien gefahren und habe 9,9 Liter verbraucht", erzählt Wheeler. "Außerdem ist er sparsamer als der ST", ergänzt der 60-Jährige. Mag sein, aber wer fährt mit diesem Auto langsam, wenn er nicht muss?

































