Erste Mittfahrt im Focus RS

Ford Focus RS im Test: erste Mitfahrt

— 25.11.2015

Dieser Ford qualmt auf Knopfdruck

Ford hat uns eine Runde im neuen Focus RS mitgenommen. Dank 350 PS und Allradantrieb dampft der RS schnell wie nie.

Wir sagen es mal so: Man braucht sie nicht, sie ist nichts für Anfänger, und ohne sie wäre der Ford Focus RS sogar noch schneller – die Driftfunktion. Trotzdem dürfte genau dieser Modus entscheidender Kaufgrund für einige Benzinultras werden. Auf Tastendruck schlittert der Kompakte, in eine blaue Rauchwolke gehüllt, über den Asphalt – gegenüber so viel Qualm am Gummi verblasst sogar Show-Drifter Ken Block.

Mit viel Kraft und Allrad wird der Focus zum ernsthaften Sportler

Driften ist nicht alles: Der variable Allradantrieb verzahnt den Focus RS auf Wunsch fest mit der Straße.

Dem Focus helfen dabei zwei Dinge: der neue Allradantrieb und stolze 350 PS beziehungsweise bis zu 440 Newtonmeter Drehmoment aus einem 2,3-Liter-Turbobenziner. Den Allradantrieb realisiert eine variable Kraftverteilung. So leitet eine stetig mitdrehende Kardanwelle die Kraft vom Getriebe an die Hinterachse (übrigens aus dem Kuga). Hier arbeiten zwei elektrohydraulische Kupplungen, die das Drehmoment zwischen den beiden Antriebswellen verteilen. Bis zu 100 Prozent der Leistung lassen sich so auf das kurvenäußere Rad leiten. Heißt: Donuts und schräge Drifteinlagen über alle vier durchdrehenden Räder sind möglich. So weit zur Show. Wird es ernst, steht der RS ebenfalls parat. Hohe Traktion, feste Seitenführung und die schiere Kraft des Vierzylinders peitschen ihn über die Teststrecke. Klasse: Neben unerwartet tourentauglicher Federungsabstimmung sind keine Zicken bei Lastwechseln erkennbar, die Bremse (üppige 35 cm) hält durch, wenig Lenkeinschlag reicht, um enge Kehren abzuhaken.
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Leider fällt die Sitzposition zu hoch aus, dem etwas mickrigen Schaltblitz fehlt optische Durchsetzungskraft, die Schaltwege hätten kürzer ausfallen müssen. Da tröstet, dass der RS "nur" 39.000 Euro kostet. Zum Vergleich: Ein Mercedes A 45 AMG ist rund 12.000 Euro teurer. Und der hat dann keine so spektakuläre Driftfunktion.

Technische Daten Ford Focus RSMotor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer, DOHC, Zahnriemen • Hubraum: 2261 cm³ • Leistung: 257 kW (350 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment: 440 Nm bei 2000/min • Vmax: 266 km/h • 0–100 km/h 4,7 s • Antrieb: Allradantrieb, Sechsgang manuell • Tankinhalt: 62 l • L/B/H: 4390/1858–2010/1470 mm • Kofferraum: 260–1045 l • Leergewicht (EU): 1529 kg • EU-Mix: 7,7 l Super plus/100 km • Abgas CO2: 175 g/km • Preis ab 39.000 Euro.
Jan Horn

Jan Horn

Fazit

350 PS und Allradantrieb in einem Ford Focus – danach hat die Welt nicht geschrien, aber dieser Focus RS macht die Welt ein bisschen bunter. Der Sport-Ford macht aus Hobbyfahrern Driftkönige – wenn sie 39.000 Euro übrig haben.

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