Ford Focus RS500: Fahrbericht

Ford Focus RS500 Ford Focus RS500

Ford Focus RS500: Fahrbericht

— 02.06.2010

Das schwarze Biest

Ford bläst zum Abschied zum Angriff: 350 PS machen den Focus RS500 zum schwarzen Biest. Das Sammlerstück geht wie die Hölle – und ist leider trotz des hohen Preises schon ausverkauft.

Mattschwarz wie die Nacht steht er da auf fetten 19-Zöllern, der Dachspoiler und Anbauteile satt lassen den stärksten Serien-Focus aller Zeiten ziemlich martialisch aussehen. 500 Exemplare des Focus RS500 wird es für ganz Europa geben – davon 55 für Deutschland – und die sind bereits ausverkauft. Und das, obwohl Ford für die Sonderserie satte 10.150 Euro mehr aufruft als für den "normalen" RS. 46.050 Euro kosten die 45 Mehr-PS im RS500, dafür kann sich Mutti auch einen neuen Kleinwagen kaufen. Den Fans ist es egal: Sie berappen dem Mehrpreis anstandslos. Das Biest aus Saarlouis nimmt den Betrachter schnell gefangen, obwohl das matte Schwarz nicht etwa lackiert wird, sondern von den Spezialisten von 3M als Folie aufgetragen.

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Riesenspoiler und armdicke Endrohre: dezent ist anders.

Als RS500 darf sich der Focus mit 350 Pferdchen schmücken, das ohnehin bärige Drehmoment von 440 Newtometern bei 2500/min steigt nochmal um 20 Nm an. Das wirkt sich minimal bei der Höchstgeschwindigkeit (265 statt 263 km/h) aus, den Spurt auf 100 km/h erledigt der Super-Focus in 5,6 Sekunden (RS 5,9). Grip-Garantie gibt das um 40 Millimeter verbreiterte Fahrwerk, natürlich auch hier samt Sperrdifferenzial. Das erledigt seine Aufgabe im Serien-RS noch erstaunlich gut. Die Revo-Vorderradaufhängung ist keine einfache McPherson-Konstruktion mit einfachem Querlenker, sondern wurde mit einem Doppelquerlenker quasi von der Lenkung entkoppelt. Im Focus RS500 kommt das System an seine Grenzen, wer richtig Gas gibt, muss das kleine Sportlenkrad ordentlich festhalten.

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Die Recaros – auf Wunsch in Rot – sind sehr bequem und passen perfekt.

Bei der Fahrt durch die Nordheide fehlt es an Kurven, hinter jeder Biegung könnte ein Blitzer stehen. Hier bedeutet der RS ein echtes Risiko für die Fahrerlaubnis, denn nichts macht mit diesem Auto mehr Spaß als Gas geben. Dann röhrt der Fünfzylinder sonor, ohne anzustrengen, wie beim ST werden Motorgeräusche über einen Kanal nach innen geleitet. Schaltfaul gefahren blubbert er leise vor sich hin. Auch das geht erstaunlich gut im Seriensportler. Auch ist Federung recht kommod, andere Sportler geben da wesentlich mehr Rückmeldung der Straße an das Hinterteil. Das ruht auf sehr gut sitzenden (Serien-)Recaros.

Der Verbrauch bleibt erträglich

Eine Rennstrecke ist hier nicht in Sicht. Also ab auf die A7, die hier kein Tempolimit hat. Einmal schnell die sechs Gänge durch die knackige Box geschaltet, ist die 200-km/h-Marke im Flug geknackt. Der RS500 stürmt weiter, als gäbe es keinen Roll- oder Luftwiderstand. Dabei liegt er leider nicht wie das sprichwörtliche Brett, wirkt manchmal unruhig, der riesige Heckflügel erfüllt seine Aufgabe offensichtlich nur bedingt. Bei Tempo 245 bremst mich ein Kombi ein, ich glaube jetzt, dass der RS 265 km/h schafft. Am Ende folgt eine (positive) Überraschung. Trotz deftiger Gangart hat sich der Über-Focus mit 12,7 Litern Sprit begnügt, ein Hinweis, dass er den angegebenen Drittelmix von 9,9 Litern tatsächlich einhalten könnte. Kaufen? Klar, der RS500 ist ein Spaßgerät erster Güte. Aber leider nicht mehr zu haben. Schade.

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