Ford Focus von Christophe Mathis

Ford Focus von Christophe Mathis Ford Focus von Christophe Mathis

Ford Focus von Christophe Mathis

— 30.09.2005

French Dressing

Airride-Fahrwerk, Lambo-Türen, Carbonteile – Christophe hat seinen gebraucht gekauften Focus von braver deutscher Hausmannskost zum französischen Gourmet-Mobil aufgekocht.

Notlösung mit Flügeltüren und Kruz-Felgen

Franzosen finden oft wenig Gefallen an deutschen Autos. Zu bieder, zu spießig, meinen sie. Christophe Mathis schreckte dies jedoch nicht ab. Als er letztes Jahr einen 2000er Focus bei einem Gebrauchtwagenhändler entdeckte, galt es, bei diesem ein optisches Auffallen zu begünstigen. Schließlich betreibt er seit einiger Zeit in seinem französischen Wohnort einen Tuningladen, für den er ein Showmobil brauchte.

Der Focus schien ihm gerade für dieses Vorhaben ideal zu sein, kann man sich, dank häufigem Auftreten dieses Modells in Amerika, mit genügend Tuningteilen aus selbigem Land versorgen. Selbst namhafte Tuner, wie zum Beispiel Wings-West, haben etwas für den Kompakten in den Regalen liegen. Natürlich nur als Notlösung betrachtet, sollte der Focus ein wahres Einzelstück werden.

Auffälligstes Merkmal bei dem hier gezeigten Exemplar sind neben den verbauten Flügeltüren der Firma LSD wohl die imposanten fünfspeichigen Kruz-Felgen mit ihrer spiegelnden Chromfläche. Bei den Maßen 8,5x20 Zoll würde selbst Henry Ford noch skeptisch dreinschauen. Aber in der schnellebigen Tuningszene ist selbst solch ein Räderwerk inzwischen nicht mehr als ungewöhnlich zu bezeichnen.

Einzelradansteuerung hilft auf die Sprünge

Damit die Rundlinge ordentlich unter die Kotflügel paßten, war schon ein wenig mehr Arbeit an selbigen nötig. Mit leichtem Ziehen bzw. Bördeln der Kotflügelkanten war es hier nicht getan. Schon während des Orderns der Räder war klar: Hier muß gröberes Geschütz aufgefahren werden. Also entschloß sich Christophe erst einmal dazu, einen ordentlichen Bodykit zu entwerfen. Eine gelungene Mischung aus Focus-RS-Verbreiterungen und einer Portion Eigencreation machte aus dem relativ schmalen Wagen eine XL-Version.

Nun konnte auch das Airride-Fahrwerk von Impact endlich mal zeigen, was es kann. Eine Einzelradansteuerung sowie eine Fernsteuerung im Lowrider-Stil ist dazu noch das i-Tüpfelchen und sorgt immer wieder für erstaunte Gesichter auf den Tuningshows. Und auf die Frage: "Kann der auch springen?", lächelt Christophe meist nur und gibt gerne Nachhilfestunden für alle tuningbegeisterten Neulinge.

Nach erfolgreichem Anpassen oder auch Anspachteln des Bodykits, hatte der Ford nun eine ziemlich aggressive Frontpartie bekommen. Um diesen Eindruck noch zu verschärfen, wurde auch gleich eine passende Motorhaube in Carbon-Optik mit integriertem Air-Intake geordert, die einen gelungenen Kontrast zur champagnerfarben gehaltenen Karosserie bringt.

Die Seitenschweller gehen fließend in die Flanken des Wagens über und enden in den Verbreiterungen der hinteren Kotflügel. Das Heck ziert eine fast schon klobig wirkende Heckschürze, deren untere Abschlußkante mit zwei Endschalldämpfern in Motorradoptik vergesellschaftet werden mußte. Kerniger Sound ist garantiert. Als nicht zu unterschätzendes Helferchen sei hier noch eine komplette Edelstahlanlage zu nennen.

California-Style und Spuren vom Alfa 156

Weiter oben am Heck findet man die inzwischen von mehreren Autoherstellern aufgenommene Art der Rückleuchtenplazierung. Hochkant ist wieder total angesagt. Natürlich wurden die doch recht bieder wirkenden Heckleuchten durch Exemplare aus dem Tuningregal ersetzt. FK hatte hier die Hände im Spiel und sorgt für den California-Style am Kölner. Das Pendant an der Front wurde aber im Originalzustand belassen. Schließlich handelt es sich hier um die edlere Xenonversion, die Christophe nur ungern abgegeben hätte. Die Blinkerleuchten wurden jedoch gegen ein wenig Cuore Sportivo in der Stoßstange ersetzt. Hier trägt der Alfa 156 dazu bei, daß auch jeder Verkehrsteilnehmer Christophes Richtungsänderungen mitbekommt. Diese sollten bei 125 PS dann auch relativ zackig erfolgen.

Motormäßig beließ der Franzose es bei der Originalleistung des 1.8 16V. Christophe findet die vorhandenen Pferde völlig ausreichend. Zu Recht, fährt man mit einem Showobjekt wie diesem ja auch nicht mal flott ein paar Runden auf der Nordschleife. In Frankreich ist es zudem nicht gerade einfach, dem Aggregat gesetzeskonform mehr Pferdchen einzuhauchen. Außerdem ist es mit seinen knapp 70.000 Kilometern auf der Uhr ja auch nicht gerade als neuwertig zu bezeichnen.

Mehr als neuwertig ist der Innenraum des Ford, setdem die Firma Davril ihn in die Finger bekommen und von Grund auf neu gestaltet hat. Ein gelungener Mix aus warmen Beigetönen, gepaart mit ein wenig Champagnerlack, macht den Wagen zu einem Hingucker ohnegleichen. Ob es an den Sportsitzen oder auch an dem verbauten Budnik-Lenkrad liegt, einmal im Inneren Platz genommen, verleitet der Focus spontan zum Cruisen.

Fette Headunit gibt den Ton an

Die Hi-Fi-Anlage tut natürlich ihr übriges dazu. Eine Headunit, bestehend aus einem Alpine-MP3-Player, kombiniert mit zahlreichem Equipment aus dem MTX-Katalog, gibt den Klang an. Die in den Türverkleidungen integrierten O2-Verstärker sehen nicht nur cool aus, sondern geben dem Ganzen noch den nötigen Kick.

Apropos Türverkleidungen. Man merkt schon, daß Christophe ein wahrer Meister des Polyesters ist. Nicht nur der Bodykit überzeugte bei unserem Shooting durch gute Paßgenauigkeit, auch die Verkleidungen in den Türen zeichnet eine saubere Verarbeitung mit diesem Werkstoff aus. Selbstredend, daß auch das komplette Armaturenbrett sowie die Mittelkonsole säuberlich geglättet und in champagnerfarbenem Lack gehüllt wurden. Christophe Mathis ist sein Showmobil- Projekt dank reichlich französischem Dressing für den "kölschen Jung" sehr gut geglückt. Wir wünschen: Bon appétit!

Autor: Roger Kieffer

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