Ford, Honda, Jaguar

Werks-Tuning von A bis Z (Teil 3) Werks-Tuning von A bis Z (Teil 3)

Ford, Honda, Jaguar

— 20.12.2002

Werks-Tuning von A bis Z (Teil 3)

Getunte Fahrzeuge werden immer beliebter. Die etablierten Hersteller widmen sich deshalb auch ihrer sportlichen Klientel.

Ford Focus ST170: angriffslustiger Athlet

Lange war es ruhig in der Sportabteilung von Ford. Doch jetzt hat der legendäre Escort RS Cosworth einen Nachfolger. Allerdings optisch dezenter als der Vorfahre: Focus ST170. Auch ohne Heck-Leitwerk sieht der Athlet stark aus. Der ST170 hat dickere Backen und markante Seitenschweller, grobe Gittereinsätze am Kühler und im Stoßfänger. Im Innenraum: poliertes Metall an Türschwellern, Türgriffen und Lederschaltknauf.

Die Sportsitze geben guten Halt. Dennoch sollte man 825 Euro in Recaro-Sitze investieren. Damit passt der Sportanzug perfekt. Der Focus erinnert an einen angriffslustigen Puma. Mit wütendem Knurren setzt er zum Sprung an. Los geht’s etwas zäh. Bei niedriger Drehzahl ist der Vierzylinder etwas behäbig. Im mittleren Drehzahlbereich geht er vehement zur Sache. Da zeigt sich das 173-PS-Aggregat von seiner besten Seite. Sechsgang-Schaltung: knackig und präzise. Fahrwerk: exzellent.

Ford Focus RS: heißes Eisen

Fords heißestes Eisen heißt Focus RS. Der Zweiliter-Turbo fährt in exklusiver Sonderserie von 1000 Stück direkt von der Rallyestrecke auf die Straße. Die Kölner besinnen sich ihrer glanzvollen Tage. Denn schon früher trugen Extrem-Athleten die beiden Lettern zur Schau. Der auffälligste davon hieß RS Cosworth. Optisch ist beim Focus RS Understatement angesagt. Man erkennt ihn an der Frontschürze mit Lüftungskiemen und dezent ausgestellten Kotflügeln.

Aber: Wo RS draufsteht, ist auch Rennsport-Saft drin. Garret-Turbolader, automatisches Sperrdifferenzial, Hochleistungs- Bremsanlage von Brembo und 18-Zoll-Räder. Der Vierzylinder-Turbo entwickelt nach dem Feintuning der Ford-Ingenieure stolze 215 PS. Und ein bäriges Drehmoment: Bis zu 310 Newtonmeter reißen an seiner Vorderachse. Unter heiserem Bellen prescht der RS los: Nach nur 6,7 Sekunden erreicht er Tempo 100. Spitze: 237 km/h. Das reicht.

Ford Mondeo ST 220: Familien-Speed

Souverän steht er da: Der Mondeo ST220 ruht auf muskulösen Beinen. Optisch verwandeln 18-Zöller die Familienlimousine in eine Speedmaschine. Breite Radläufe und mächtige Stoßstangen an Front und Heck verstärken den Eindruck. Auch der Innenraum wirkt wie aus einem Guss: Recaro-Sitze gehören hier ebenso zur Serie wie die Lederausstattung. Die Klimaautomatik sorgt für angenehm temperierten Fahrspaß, schließlich soll ein ST-Fahrer nie ins Schwitzen kommen.

Tacho? Bis 280. Auf der Straße erfüllt der Mondeo die Erwartungen. Der Motor beweist souveräne Stärke. Von null auf hundert geht’s in 7,5 Sekunden. Im Inneren bleibt es dabei ruhig. Nur das heisere Hecheln der 226 PS des V-Sechszylinders ist zu hören. Wie bei einem Vollblüter im Galopp. Das Fahrwerk? Ein Kompromiss zwischen sportlich und komfortabel. Der Mondeo ist in Kurven spritzig, auf der Autobahn erweist er sich als sanfter Gleiter.

Honda Civic Type-R: Voll-Kompaktsportler

Der Honda Civic Type-R ist ein Kompaktsportler der neuen Generation. In bester GTI-Manier kommt der Japanrenner optisch eher zurückhaltend daher. Nur kleine Karosserie-Retuschen und Spoiler zeugen vom sportlichen Talent. Seine Leistungswerte sind beachtlich: Trotz Wohlstandsspeck erledigt der knapp 1300 Kilo schwere Type-R den Sprint von null auf 100 in 6,8 Sekunden. Der Vorwärtsdrang endet bei rasanten 235 km/h.

Die Fahrwerte sprechen klar für den Civic Type-R. Verantwortlich dafür ist die neueste Generation der Honda DOHC-i-VTEC-Motoren. Darin steht das "i" für intelligente Ventilsteuerung. Wodurch die bekannte VTEC-Technologie, die die Ventilsteuerzeiten und den Ventilhub durch Verdrehen der Nockenwelle variiert, noch effizienter wird. Der nutzbare Bereich der 200 PS ist breiter denn je, und das maximale Drehmoment von 196 Newtonmeter steht schon bei 5900 Touren an.

Jaguar S-Type R: sanfter Sportler

Mit dem S-Type R setzt Jaguar zum Sprung auf die etablierte Konkurrenz an. Innen erwartet den finanzstarken Käufer eine dezent luxuriöse Atmosphäre: Durch Wurzelholz und Leder wirkt das Interieur etwas barock. Sportlichkeit vermittelt allenfalls der rote Zwirn, mit dem das Leder vernäht ist. Das Platzangebot vorn wie hinten ist mehr als ausreichend. Wie auf Samtpfoten gleitet die Raubkatze sanft durch den Stadtverkehr. Die Sechsgang-Automatik arbeitet zwar ruckfrei, dafür aber auch etwas zäh.

6,3 Sekunden von null auf 100 sind gut aber nicht hervorragend. Der kompressoraufgeladene 4,2-Liter-V8-Zylinder stemmt zwar imposante 541 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, er spricht aber nicht sonderlich spontan aufs Gas an. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern wird die Wildkatze kastriert. Schade, denn selbst bei diesem Tempo hat man das Gefühl: Da ginge noch wesentlich mehr!

Jaguar XKR/XKR Cabrio: Bond-Bolide

Im neuen James-Bond-Film macht der XKR dem Agenten das Leben schwer. Für die Straße dopte Jaguar sein schönstes Kätzchen. Ergebnis der Kraftkur: mehr Schnellkraft bei unveränderten Muskelpaketen. Das zeitlose Styling des XK wurde kaum angerührt. Leicht modifiziert: Modellembleme, Außenfarben und Alu-Räder, das Innendesign sowie die schwarz eingefassten Xenon-Scheinwerfer der zwangsbeatmeten Raubtiere.

Zurückhaltend, denn Coupé und Cabriolet sind seit 1996 Jaguars beliebteste Sportmodelle. Statt 363 leisten deren gestählte Herzen jetzt 395 PS. Das Schlagvolumen stieg von vier auf 4,2 Liter. Nach dem Feinschliff schnurrt der überarbeitete V8 noch gelassener. Bei Bedarf geht er ohne Anstrengung zum Angriff über. Die mühelose Kraftentfaltung schon aus niedrigen Drehzahlen kommt natürlich auch vom bulligen Drehmoment: 541 Newtonmeter liegen bereits bei 3500 Umdrehungen an.

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