Ford Hybridmodelle: Fahrbericht

Ford Focus Electric Ford Focus Electric Ford Focus Electric

Ford Hybridmodelle: Fahrbericht

— 03.09.2013

Elektrische Spätstarter

Ford setzt gleich drei Modelle unter Strom: Focus, C-Max und Mondeo kommen als Hybride, aber mit unterschiedlicher Ausrichtung. Fahrbericht.

Irgendwas ist da doch schief gelaufen: Weltweit hat Ford nach Toyota mittlerweile die zweitgrößte Flotte an Elektro- und Hybridfahrzeugen auf der Straße. Aber hier in Europa kann man kein einziges davon kaufen, weil sich der Konzern bislang vor allem auf Amerika konzentriert hat. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Kölner ziehen nach und setzen in den nächsten Monaten peu a peu auch die europäischen Modelle unter Strom. Allerdings verfolgen sie auch dabei einen ungewöhnlichen Ansatz. Wo alle Welt mit dem Hybrid-Antrieb beginnt, dann ein Plug-In-Fahrzeug nachschiebt und die Palette am Ende mit einem reinen Elektroauto krönt, drehen sie den Spieß um und starten genau in der entgegengesetzten Reihenfolge.

Alle News und Tests zu Ford    

Den Anfang der elektrischen Revolution markiert deshalb der neue Focus Electric, der in diesen Tagen in den Handel kommt. Für stolze 39.990 Euro oder eine Leasingrate von 555 Euro im Monat gibt es den Golf-Gegner vom Rhein dann mit einem 145 PS starken E-Motor, der den Fünftürer in 11,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und ein Spitzentempo von 137 km/h ermöglicht. Gespeist wird er aus einer Lithium-Ionen-Zelle mit einer Kapazität von 23 kWh, die in der Theorie der Prüfstände eine Reichweite von rund 160 Kilometern erlaubt. Danach allerdings müssen Focus-Fahrer eine längere Pause einplanen: An der Haushaltssteckdose tankt man bis zu elf Stunden und an einer Schnellladesäule noch immer drei bis vier Stunden.

Zum autobild.de Greencars-Channel    

Der C-Max Energi schafft bis zu 40 Kilometer rein elektrisch.

Deutlich schneller geht das mit dem neuen C-Max Energi, der in Amerika schon im Handel ist und nächsten Sommer auch zu uns kommt. Der Van mit der leidigen Stufe für den Akku im Kofferraum muss nur für gute zwei Stunden an die Haushaltssteckdose, kommt dafür allerdings auch nur auf eine elektrische Reichweite von 30 bis 40 Kilometern. Das macht aber nichts. Denn erstens liegt die durchschnittliche Tagesfahrleistung bei uns weit unter diesem Wert. Und zweitens springt bei leerem Akku oder bei erhöhter Leistungsanforderung automatisch ein 2,0 Liter großer Benziner mit 145 PS an. Denn der C-Max ist kein reines Elektroauto, sondern ein Plug-In-Hybrid, der mit dieser Antriebskombination die Brücke zwischen der alten und der neuen Welt schlagen will.

Sitzprobe im BMW i3

Mit sanftem Gasfuß oder auf Knopfdruck stromert man deshalb lautlos durch die Stadt und schafft dabei sogar gute 130 Sachen. Und wenn man es etwas eiliger hat, fährt der Fünfsitzer wie jeder andere Benziner – nur ein wenig flotter, weil im Zweifel beide Motoren im Team arbeiten. Und sparsamer, weil der Benziner weniger arbeiten muss. Rein rechnerisch, mit vollem Akku am Start und leerer Batterie am Ende der ersten 100 Kilometer, liegt der Verbrauch dann bei 2,2 Litern. In der Praxis kann man mit rund vier Litern rechnen und so auch den meisten Dieseln ein lange Nase drehen. Doch der elektrische Hilfsantrieb hat einen entscheidenden Haken: der Preis. Den will Ford zwar erst nächstes Jahr im Sommer nennen. Doch ist kaum anzunehmen, dass die Kölner den Energi angesichts seines großen Akkus für deutlich weniger als 35.000 Euro anbieten können.

Das kostet der VW e-Up

In den USA ist der Fusion Hybrid bereits zu kaufen, bei uns kommt er als Mondeo Mitte 2014.

Deshalb bringen sie als drittes E-Modell für sicher 5000 Euro weniger auch noch den neuen Mondeo mit Zusatzakku. Allerdings bleiben sie da beim ganz konventionellen Hybridkonzept samt Rekuperationsladung und müssen sich deshalb auch mit geringen Einsparungen arrangieren: Bei einer Systemleistung von 190 PS und wenigen hundert Metern reinem Elektrobetrieb soll er etwa 4,5 Liter verbrauchen und damit auf einem Niveau mit den aktuellen Dieseln liegen. Mit der Elektrifizierung der Modellpalette will Ford nicht nur seinen Flottenverbrauch reduzieren und den Umweltsorgen der Kundschaft Rechnung tragen. Sondern hinter den Stromern stehen auch deutliche Verkaufserwartungen. Erst recht nach den Erfahrungen aus Amerika. Denn dort hat Ford allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 46.000 Fahrzeuge mit E-Modulen verkauft und damit sagenhafte 400 Prozent Absatzplus erzielt.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Plug-in-Hybrid

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.