Gebrauchtwagen-Test Ford Ka

Ford Ka Ford Ka Ford Ka

Ford Ka: Gebrauchtwagen-Test

— 25.08.2017

Eine kleine Katastrophe!

Ja, er ist klein und schnuckelig. Doch der Gebrauchtwagen-Test zeigt: Die zweite Generation des Ka leidet unter schlechter Langzeitqualität.

Hast du keinen, kauf dir einen. Nach dieser Devise verfuhr Ford, als sich das Ende des ab 1996 über zwölf Jahre gebauten ersten Ka abzeichnete. Statt sich selbst einen neuen Kleinstwagen auszudenken, überwiesen die Kölner ein paar Milliönchen an Fiat und nutzten die Basis von Fiat Panda und 500. Sie ließen den neuen Ka auch im selben Werk im polnischen Tychy fabrizieren. Dem wird eigentlich gute Qualität nachgesagt, den Nachweis blieb es aber bereits im Dauertest des Fiat 500 schuldig. Und der ab Oktober 2008 in Deutschland verkaufte neue Ka beweist auch eher das Gegenteil. So findet er sich bei seiner ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren auf Platz 128 der TÜV-Statistik wieder – von 134.

Gebrauchtwagensuche: Ford Ka

Der ADAC sieht den Ka II im grünen Bereich

Molto temperamentvoll: 1,2-Liter aus dem Fiat-Regal. Ab 4000/min fühlt er sich wohl.

Eine kleine Katastrophe, aber auch nur ein Teil der Wahrheit. Denn HU-relevante Mängel sagen nur wenig über die Zuverlässigkeit eines Fahrzeugs aus. Und hier sieht beispielsweise der ADAC den Ka II durchweg im grünen Bereich. AUTO BILD kann diesen Eindruck bestätigen, im Kummerkasten ist der Ka ein seltener Gast. Und wer bei dem ebenfalls von Fiat gelieferten 1,2-Liter den alle fünf Jahre oder 100.000 Kilometer fälligen Zahnriemenwechsel nicht völlig verpennt, wird den Motor kaum kaputtkriegen. Wenn der Ka trotzdem mal liegen bleibt, ist eher ein verschmutzter oder defekter Kurbelwellensensor oder ein Kupferwurm im Motorkabelbaum schuld. Theoretisch gibt es den Ka auch als Diesel, der aber 2013 aus dem Programm flog und so ungefähr sechs Prozent Verkaufsanteil an der Baureihe hatte. Wer unbedingt einen Selbstzünder haben will, macht mit diesem bewährten 1.3 TDCi nichts falsch und kommt vor allem mit dem mickrigen 35-Liter-Tank einige Kilometer weiter als deutlich durstigere Benziner.
Überblick: Alles Infos zum Ford Ka

Bis 2014 gab es ESP nur gegen Aufpreis

Bei Kleinwagen stets am Limit kalkuliert: die Sicherheitsausstattung. Beim Ka waren immerhin vier Airbags und ABS serienmäßig. Doch ESP kostete bis zur verpflichtenden Einführung 2014 Aufpreis. Auch unser crystalweiße Ka vom Autohus muss noch ohne den Schleuderstopp auskommen, trotz ansonsten guter Ausstattung inklusive Klimaanlage. Was aber auch auf andere Modelle in dieser Preisliga zutrifft. Übrigens: Den Nachfolger des Ka, den deutlich größeren Ka+, fand Ford in einem der eigenen Werke: In Indien, wo eine Asien-Version des Fiesta produziert wird. Wie dieses für Europa angepasste Auto beim TÜV abschneidet, wird sich in ein paar Jahren zeigen. Es kann eigentlich nur besser werden.
Technische Daten: Ford Ka
Motor Reihenvierzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 8/1
Hubraum 1242 cm³
Leistung 51 kW (69 PS) bei 5500/min
Drehmoment 102 Nm bei 3000/min
Höchstgeschwindigkeit 159 km/h
0–100 km/h 13,2 s
Tank/Kraftstoff 35 l/Super
Getriebe/Antrieb Fünfgang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 3620/1658/1506 mm
Kofferraumvolumen 230–951 l
Leergewicht/Zuladung 1006/314 kg
Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Ford Ka außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchtwagen-Test Ford Ka

Ford Ka Ford Ka Ford Ka
Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Ja, so ein Ka ist kurz und knuddelig. Aber eben leider nicht sehr haltbar. Schon bei der ersten Hauptuntersuchung notieren die Prüfer oft viele teure Mängel, in der Statistik liegt der kleine Ford ganz weit hinten. Schade, denn beim Fahren ist er ein Kleinwagen, der Spaß macht.

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