Ford Mondeo Facelift (2011): Erster Fahrbericht

Ford Mondeo (2011) Ford Mondeo (2011)

Ford Mondeo Facelift (2011): Erster Fahrbericht

— 01.09.2010

Kölner Feinschliff

Ford meldet Vollzug: Mit dem Mondeo sind alle "großen" Modelle überarbeitet. Das Flaggschiff profitiert vor allem von neuen, sehr kräftigen Motoren. Und vom Feinschliff im Detail. Erster Fahrbericht.

Der Ford Mondeo hat es nicht leicht. Er bekommt oft Lob für sein gutes Platzangebot und sein Fahrwerk, aber er feiert keine Testsiege in Serie wie so mancher Konkurrent. Jetzt nimmt Ford einen neuen Anlauf und stellt den "neuen" Mondeo auf die Räder. Dreieinhalb Jahre haben sich die Kölner Zeit gelassen, um ihr Flaggschiff aufzufrischen, und dabei vor allem auf die Kritik von Kunden und der Fachjournalie zu reagieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Vor allem zwei neue Top-Motoren bfingen den Mondeo auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Kandidat Nummer 1: der neue Diesel, für die zahlreichen Flottenkunden in Zukunft ein Quell deftiger Kraft. 2,2 Liter Hubraum, 200 PS, bis zu 450 Newtonmeter Drehmoment (mit Overboost, sonst 420 Nm) zwischen 1750 und 3000 Touren, da bleibt wenig Zeit für Kritik. Der Turnier, in Deutschland der Verkaufsschlager, spurtet so in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und rennt 225 km/h. Dabei soll er mit 6,0 Litern Diesel auskommen, bei flotter Gangart sind 7,5 Liter realistisch.

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Hinten strahlen jetzt LEDs, ansonsten gibt es wenig Neues am Mondeo-Heck.

Dazu liegt der Mondeo satt auf der Straße, lässt sich durch (fast) nichts aus der Ruhe bringen und verwöhnt mit gutem Geräuschkomfort. Der Diesel grummelt sehr dezent vor sich hin, wird nie zum Störfaktor. Am Fahrwerk gab es vorher schon wenig zu meckern, die Lenkung gehört mit feiner Rückmeldung ohnehin zu den Sahnestückchen bei den großen Mittelklasse-Vertretern. Schade, dass der große Diesel nicht mit dem Doppelkupplungs-Getriebe Powershift zu haben ist, das würde den Genuss steigern. Sechs Gänge sind immer Serie, beide mittleren Diesel (2,0 Liter mit 140 und 163 PS) können mit dem DSG kombiniert werden, der Chef im Ring muss ohne auskommen. Gerade auf nasser Fahrbahn zerren die Vorderräder schonmal an der feinfühligen Lenkung.

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Durchaus gediegen: Der Innenraum hat bei der Qualität ordentlich zugelegt.

Den Sportler im Manne weckt der neue Top-Benziner. Neue Speerspitze ist ein aufgeladener (EcoBoost) 2,0-Liter-Vierzylinder, der 240 PS leistet und immer mit Powershift vorfährt. Bis zu 246 km/h Spitze (im Fließheck) und 7,5 Sekunden bis Tempo 100 stehen auf dem Datenblatt, der Fahrer muss sich selbst immer wieder einbremsen, um geltende Tempolimits nicht ständig zu übertreten. Ein sportlicher Sound fehlt, der Mondeo ruft seine Kräfte dezent ab. Für ein sparsames Fahrverhalten arbeitet der Motor mit Benzindirekteinspritzung, Turboaufladung und voll variabler Nockenwellenverstellung. Ein Energie-Rückgewinnungs-System der Lichtmaschine (SRC = Smart Regenerative Charging), ein Fahrer-Informationssystem mit Schaltpunktanzeige oder der variable Kühlerlufteinlass (Active Grill Shutter System) helfen ebenfalls sparen. Dieses elektronisch geregelte System kann den Kühlergrill komplett verschließen und dadurch den Luftfluss durch den Motorraum und die Kühler kontrollieren. In der Theorie eine schöne Sache: 7,7 Liter Normverbrauch stehen auf dem Zettel, bei der ersten Ausfahrt mit flotter Gangart genehmigte sich der Top-Mondeo 12,3 Liter Super. 240 Pferde wollen gefüttert werden! Und wo ist eine Start-Stopp-Automatik, die BMW, Mercedes und demnächst auch VW einbauen?

Tagfahrlicht nicht immer Serie

Ford pflegt mit dem Mondeo den großen Auftritt. Natürlich darf auch hier nicht der trapezförmige Grill als Markenrepräsentant fehlen, jeder neue Ford für den Weltmarkt trägt das "Kinetic Design", im Fall des Mondeo gewürzt mit LED-Tagfahrlicht in der neu gezeichneten Frontschürze. Das allerdings nur, wenn der Kunde die teuren Ausstattungen ab Titanium aufwärts wählt, sonst kostet es Aufpreis. Auch die Haube und der Lufteinlass an der Front wurden an das "Ford-Gesicht" der Brüder S-Max und Galaxy angepasst, die Rückleuchten am ebenfalls modifizierten Heck strahlen in LED-Technik. Das Interieur, vorher gern für die nicht gerade Luxus verströmende Atmosphäre kritisiert, wurde merklich aufgewertet: Fließende Formen für die Mittelkonsole, neue Tür-Innenverkleidungen mit bündig abschließenden Türöffnern oder in die modifizierte Dachkonsole integrierte Ambiente-Beleuchtung sollen laut Ford eine "gediegene" Atmosphäre schaffen. Operation gelungen, der Mondeo muss sich keineswegs verstecken, Optik und Haptik stimmen.

Das Fließheck bleibt, das Stufenheck wird in Deutschland nicht mehr angeboten.

Auch bei den Assistenzsystemen rüstet Ford kräftig auf: Der Fahrspurassistent mit Spurhalte-Warnung (Lane Departure Warning), Müdigkeitswarner (Driver Alert) und das automatische Fernlicht (Auto High Beam) feiern ihr Debüt in einem Serienmodell von Ford. Dazu kommen Helfer wie der "Tote-Winkel-Assistent" BLIS (Blind Spot Information System), der Geschwindigkeitsbegrenzer (Speed Limiter), oder die elektrische Tür-Kindersicherung für die hinteren Türen (Rear Door Power Child Locks). Das hat seinen Preis: Der Top-Diesel kostet mindestens 33.600 Euro, der stärkste Benziner ist ab 34.100 Euro zu haben. Mit diversen Extras lässt sich der Kölner bis an die 50.000-Euro-Marke aufrüsten. Aber es geht auch günstiger: Ford bringt Editionsmodelle, durch die das Auto rund 1200 Euro weniger kostet als bisher. Nach dem Blick in die Preisliste wissen wir, die Fließheck-Variante ist ab 22.590 Euro (1,6 Liter, 120 PS) im Angebot, der Kombi für 23.590 Euro. Zum Vergleich: Ein VW Passat kostet ähnlich ausgestattet 3000 Euro mehr!

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