Ford Mondeo Facelift (2011): Erster Fahrbericht
— 01.09.2010Kölner Feinschliff
Ford meldet Vollzug: Mit dem Mondeo sind alle "großen" Modelle überarbeitet. Das Flaggschiff profitiert vor allem von neuen, sehr kräftigen Motoren. Und vom Feinschliff im Detail. Erster Fahrbericht.
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Überblick: Alle News und Tests zum Ford Mondeo
Dazu liegt der Mondeo satt auf der Straße, lässt sich durch (fast) nichts aus der Ruhe bringen und verwöhnt mit gutem Geräuschkomfort. Der Diesel grummelt sehr dezent vor sich hin, wird nie zum Störfaktor. Am Fahrwerk gab es vorher schon wenig zu meckern, die Lenkung gehört mit feiner Rückmeldung ohnehin zu den Sahnestückchen bei den großen Mittelklasse-Vertretern. Schade, dass der große Diesel nicht mit dem Doppelkupplungs-Getriebe Powershift zu haben ist, das würde den Genuss steigern. Sechs Gänge sind immer Serie, beide mittleren Diesel (2,0 Liter mit 140 und 163 PS) können mit dem DSG kombiniert werden, der Chef im Ring muss ohne auskommen. Gerade auf nasser Fahrbahn zerren die Vorderräder schonmal an der feinfühligen Lenkung.Überblick: Alle News und Tests zu Ford
Den Sportler im Manne weckt der neue Top-Benziner. Neue Speerspitze ist ein aufgeladener (EcoBoost) 2,0-Liter-Vierzylinder, der 240 PS leistet und immer mit Powershift vorfährt. Bis zu 246 km/h Spitze (im Fließheck) und 7,5 Sekunden bis Tempo 100 stehen auf dem Datenblatt, der Fahrer muss sich selbst immer wieder einbremsen, um geltende Tempolimits nicht ständig zu übertreten. Ein sportlicher Sound fehlt, der Mondeo ruft seine Kräfte dezent ab. Für ein sparsames Fahrverhalten arbeitet der Motor mit Benzindirekteinspritzung, Turboaufladung und voll variabler Nockenwellenverstellung. Ein Energie-Rückgewinnungs-System der Lichtmaschine (SRC = Smart Regenerative Charging), ein Fahrer-Informationssystem mit Schaltpunktanzeige oder der variable Kühlerlufteinlass (Active Grill Shutter System) helfen ebenfalls sparen. Dieses elektronisch geregelte System kann den Kühlergrill komplett verschließen und dadurch den Luftfluss durch den Motorraum und die Kühler kontrollieren. In der Theorie eine schöne Sache: 7,7 Liter Normverbrauch stehen auf dem Zettel, bei der ersten Ausfahrt mit flotter Gangart genehmigte sich der Top-Mondeo 12,3 Liter Super. 240 Pferde wollen gefüttert werden! Und wo ist eine Start-Stopp-Automatik, die BMW, Mercedes und demnächst auch VW einbauen?ANZEIGE
Tagfahrlicht nicht immer Serie
Ford pflegt mit dem Mondeo den großen Auftritt. Natürlich darf auch hier nicht der trapezförmige Grill als Markenrepräsentant fehlen, jeder neue Ford für den Weltmarkt trägt das "Kinetic Design", im Fall des Mondeo gewürzt mit LED-Tagfahrlicht in der neu gezeichneten Frontschürze. Das allerdings nur, wenn der Kunde die teuren Ausstattungen ab Titanium aufwärts wählt, sonst kostet es Aufpreis. Auch die Haube und der Lufteinlass an der Front wurden an das "Ford-Gesicht" der Brüder S-Max und Galaxy angepasst, die Rückleuchten am ebenfalls modifizierten Heck strahlen in LED-Technik. Das Interieur, vorher gern für die nicht gerade Luxus verströmende Atmosphäre kritisiert, wurde merklich aufgewertet: Fließende Formen für die Mittelkonsole, neue Tür-Innenverkleidungen mit bündig abschließenden Türöffnern oder in die modifizierte Dachkonsole integrierte Ambiente-Beleuchtung sollen laut Ford eine "gediegene" Atmosphäre schaffen. Operation gelungen, der Mondeo muss sich keineswegs verstecken, Optik und Haptik stimmen.Auch bei den Assistenzsystemen rüstet Ford kräftig auf: Der Fahrspurassistent mit Spurhalte-Warnung (Lane Departure Warning), Müdigkeitswarner (Driver Alert) und das automatische Fernlicht (Auto High Beam) feiern ihr Debüt in einem Serienmodell von Ford. Dazu kommen Helfer wie der "Tote-Winkel-Assistent" BLIS (Blind Spot Information System), der Geschwindigkeitsbegrenzer (Speed Limiter), oder die elektrische Tür-Kindersicherung für die hinteren Türen (Rear Door Power Child Locks). Das hat seinen Preis: Der Top-Diesel kostet mindestens 33.600 Euro, der stärkste Benziner ist ab 34.100 Euro zu haben. Mit diversen Extras lässt sich der Kölner bis an die 50.000-Euro-Marke aufrüsten. Aber es geht auch günstiger: Ford bringt Editionsmodelle, durch die das Auto rund 1200 Euro weniger kostet als bisher. Nach dem Blick in die Preisliste wissen wir, die Fließheck-Variante ist ab 22.590 Euro (1,6 Liter, 120 PS) im Angebot, der Kombi für 23.590 Euro. Zum Vergleich: Ein VW Passat kostet ähnlich ausgestattet 3000 Euro mehr!
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26.12.2010 22:08Uhr
23.12.2010 06:38Uhr
Dieses wirklich gute Auto wird von solchen "Nebenwirkungen" kaputt gemacht.
Da hilft kein Design!
Nun muss ich ihn verschenken, um ihn überhaupt los zu werden.
Ein Ford- Schicksal, das Viele kennen lernen!
So etwas muss man sich kein zweites Mal antun!
18.12.2010 13:01Uhr
Wenn ein Wagen mit 160`000 Km keine Reaparaturen ausser den Bremsen aufweist müssen sich Audi, VW usw. was einfallen lassen. Der neue Mondeo ist auf jedem Fall bei mir auf der Wunschliste.....Fröhliche Feiertage an alle, besonders an die Kritiker und Pesimisten.
06.09.2010 12:37Uhr
Wenn man die Leistung abruft, will die auch gefüttert werden, von nix kommt nix. Der Vorteil des Turbos liegt darin das man vorher in gemäßigten Regionen fahren kann, wenn man Leistung haben will, tritt man drauf. Und dann nimmt der sich auch nen paar Liter.
Abgesehen davon ist der Mondeo sehr schwer.
Ich bin bisher von den Daten her auch nicht so zufrieden mit dem Motor. Mal abwarten was spätere Tests ergeben.
Hätte mehr erwartet, so leid es mir tut.
05.09.2010 17:31Uhr
Von der Extravaganz speziell im Innennraum scheint Ford ja nun zurückzurudern, hin zu schlichter Wertigkeit. Doch das gab es schonmal! Und zwar beim Vorgänger-Mondeo als das erste Facelift rauskam. Damals war der Innenraum sehr schlicht und trotzdem hochwertig. Warum hat Ford nicht an diesem schlichten Design angeknüpft, sondern musste das Rad unbedingt neu erfinden? Und warum macht Ford beim neuen Focus den gleichen Fehler?