Ford Mondeo II von Lada

Ford Mondeo II von Lada Ford Mondeo II von Lada

Ford Mondeo II von Lada

— 27.05.2005

U.F.O.

Ein unbekanntes Flugobjekt nähert sich dem deutschen Luftraum. Leute, zieht Eure Köpfe ein! Ladas Ford setzt zur Landung an.

Wie von einem anderen Stern

Fliegt man von Ladas Heimatstadt Kladno (bei Prag) aus schnurstracks Richtung Westen, könnte man auf dem TÜV-Gelände in Marktredwitz eine Punktlandung hinlegen. Dort im Oberfränkischen ist man ja einiges gewohnt, doch bei diesem Tiefflugobjekt würden sich schlagartig die Nackenhaare sträuben. Wahrscheinlich wären die Chancen einer Eintragung von Werners Wurstblinker größer gewesen als die des Heckflügels aus GFK, Carbon und Aluminium.

Das Eigenbau-Leitwerk mit seitlich verschraubten Hackebeilchen ruht auf dem Lexani-Gestell aus Aluminium, das sich über 30 Zentimeter hoch hinaus in den Himmel reckt. Andere Länder, andere Sitten. Laut TÜV Anweisung vom 27.10.2004 (K38/04) sind Heckflügel aus Alu-Profilen bei uns nicht mehr zulässig.

Eine derartig monumentale Skulptur hätte allerdings auch vor dieser Anweisung nie und nimmer eine Eintragung erhalten. Lada gehört in Tschechien zu den Privattunern, die ihr Auto ständig nach eigenem Geschmack modifizieren. Das Regelwerk ist dort weniger streng ausgelegt, deshalb sind solch skurrilen Anbauten Tür und Tor geöffnet.

Froschmaul Marke Eigenbau

Die Fronthaube sieht aus wie ein Froschmaul und wurde tief in den Grill hereingezogen. Mit den Augen des Austin Healey Sprite MKI wäre der "stribra sába", der silberne Frosch, perfekt. Doch der Mondeo strahlt moderner. Die Xenon-Scheinwerfer sind Importware eines Freundes aus Florida. Jenseits des Teichs bringt damit der US-Mondeo Licht in die Finsternis.

Die ST200-Frontschürze stammt von Seidl, wurde allerdings extrem modifiziert. Nur die Partie in Stoßstangenhöhe und die seitlichen Lüftungsschlitze können zur Identifizierung dienen. Der Rest ist Eigenbau. Der monströse Rachen entstand in Ladas Ideenschmiede unter Verwendung von einigen Kilogramm glasfaserverstärktem Kunststoff. Und damit ließen sich auch die Seitenschweller für Golf III auf Mondeo-Maße verlängern.

Seitenteile und Kotflügel wurden überarbeitet. Von Radabdeckung zu sprechen, wäre jedoch übertrieben. Die äußeren Felgenhörner der 9x18-Zoll-Kerscher-Saturn genießen freie Sicht in den tschechischen Himmel, weil die Spur mittels Distanzscheiben (VA 15 mm, HA 35 mm) verbreitert wurde.

Flieg, Mondeo, flieg!

Trotz der Dominanz des angesprochenen Flügels an der Heckpartie klingt die Verwendung der Hella-Rückleuchten interessanter. Ausgestattet mit EG-Prüfzeichen, werden sie auch in Deutschland gerne verbaut (siehe Fredos Laguna AT 4/05), allerdings sollte man die Positionierung vorab mit TÜV bzw. Dekra absprechen. Lada schlachtete die Mondeo-Lampenträger, setzte die Hellas in geeignete Röhren und füllte den Leerraum mit GFK aus. Perfekt!

Die Überarbeitung der Heckschürze entspricht der Frontarbeit. Man nehme eine Tunerschürze, in diesem Fall die von Giacuzzo, und lasse eigene Ideen in Form von Glasfasermatten einfließen. Als Kontrapunkt zum überwiegenden Rund gestaltete Lada den Diffusor im rechtwinkligen Design. Aus dem mittleren Feld lugen zwei Kanonenrohre, die es im Motorradzubehör zu kaufen gibt.

Krabbelt man am Unterboden an der Eigenbau-Anlage entlang, trifft man früher oder später auf einen 1,8-Liter-Turbodiesel. Dessen Bereitschaft zur Leistungsabgabe wurde mit einigen Kniffen erhöht. Neben der optimierten Luftzufuhr und üblichem Chiptuning fällt vor allem die Verwendung von zwei Ladeluftkühlern auf. Neben dem serienmäßig verbauten Teil installierte Lada den Kühler des Peugeot 605 SVD.

Der Motor macht mächtig Druck

"Die Erhöhung des Ladedrucks hat einen Nachteil", bemerkt er scherzhaft, denn ab und zu platzt ein Schlauch. Daß die von ihm mit 110 PS angegebene Leistung als pures Understatement gewertet werden darf, beweist vor allem die Tatsache, daß die mit Scheibenbremsen bestückte Hinterachse des Mondeo 2,5 Liter eingebaut wurde.

Selten geht ein Mondeo-Cockpit über Sportlenkrad, Recarositze (in diesem Fall selbst bezogen) und den üblichen Alu-Krimskrams hinaus. Doch in Ladas Ford wurde das Durchschnittliche weit übertroffen. Nicht nur weil eine verchromte Schalterreihe mit außergewöhnlichen Lichtfunktionen den Linksaußen markiert.

Die komplette Heizungsanlage inklusive der Lüftungsdüsen in der Mittelkonsole zeigt sich in neuem Design. Die Armaturenbeleuchtung entspricht der Machart des Porsche Carrera. In blau beleuchteten Einfassungen drehen sich Ventilatoren, die werksseitig verbaute Lüftungsdüsen ablösten.

Facts zu Ladas Mondeo

Neben dem Starterknopf reihen sich selbstentworfene Knöpfe, die die Temperaturregelung übernommen haben. Wichtig ist der Monitor, dessen Output von einer massiven Car-HiFi-Anlage akustisch unterstützt wird.

Rückflug nach Tschechien. Der Mondeo hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, auch wenn er weit jenseits des bei uns Erlaubten liegt. Oder vielleicht gerade deshalb?

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