Ford Mustang GT Premium von Peter Gräßl — 26.03.2008

Mach mir den Hengst

Ford feierte mit der Konzernmarke Jaguar und dem S-Type erste Retro-Look-Erfolge. Peter Gräßl lässt sich davon gerne in den Bann ziehen – sein Hengst ist ein ganz besonderes Pferd im Stall.

Peter Gräßl – der tunt was! Vor Kurzem machte er noch Schlagzeilen mit einem BMW E46 Coupé. Jetzt importierte er auf eigene Faust einen US-Boliden. Der achtzylindrige Ford Mustang GT verfügte schon ab Werk über 4,6 Liter Hubraum und 330 PS. Kein Grund, nicht noch ein wenig an der Leistungsschraube zu drehen. Also hielt ein relativ teures K&N-Kit unter der Motorklappe Einzug. Alles Weitere regelt das elektronische Motormanagement, dem Peter mittels eines SCT-Xcalibrators auf die Sprünge half. Dieses Gerät nimmt über die OBD-Schnittstelle Einfluss auf die Steuerung. So ließen sich 35 zusätzliche PS messen, die nun auf das Fünfgang-Schaltgetriebe wirken. Dank eines KW-Gewindefahrwerks der Variante 3 verlor Peters amerikanischer Sportsfreund gravierend an Bodenfreiheit, ohne in gleichem Maße Komforteinbußen hinnehmen zu müssen.

Mit 20-Zoll-Rädern sieht der Mustang noch viel besser aus

Aufregende Einsicht: Die rote Lederausstattung lässt das Herz höher schlagen.

Der Mustang rollt in 16-Zoll-Bereifung vom Band. In Neunburg vorm Wald dagegen ist er auf verchromten 20-Zöllern Marke Niche unterwegs. Die Alus sind 9 Zoll breit und weisen 38 Millimeter Einpresstiefe auf. An der Hinterachse hatten noch Distanzscheiben von 15 Millimetern Stärke Platz. Weniger Spielraum blieb für die Reifen. Im Format 235/35 gleichen sie einer leichten Gummibedampfung. Bremsen schreibt man nicht nur klein in den USA – man dimensioniert sie auch so. Also machte Peter den Wagen mittels einer MD-Bremsanlage autobahntauglich. Vorn pressen jetzt vier Kolben pro Sattel massive Klötze gegen innenbelüftete, gelochte Scheiben von 340 Millimeter Durchmesser. Bei der Radioantenne handelt sich um einen windigen Teleskopstab aus Metall. Kommentar Gräßl: "Das ist der Klassiker vom D-Kadett!" Keine Frage, dass dieser Schandfleck vom vorderen linken Kotflügel zu verschwinden hatte. Schweißen, Verzinnen und Lackieren standen nun auf dem Programm. Der Innenraum war von vornherein eine Augenweide. Das rote Leder passt zum Retro-Look wie die Faust aufs Auge. Peter zögerte nicht lange, die hochwertigen Rainbow-Frequenzweichen für das Frontsystem in die hinteren Seitenverkleidungen zu schrauben.

Monitore in den Türen und Rainbow-Power rundum

Hier droht Genickstarre: LCD-Monitor in der Türverkleidung.

Die von ihnen angesteuerten Lautsprecher des 2500 Euro teuren Rainbow-Platinum-Systems dagegen halten sich vergleichsweise unscheinbar an den Originaleinbauplätzen auf. Kenner wissen allerdings, dass die serienmäßigen Spiegeldreiecke den selbst gefertigten Gräßl-Teilen nicht ansatzweise das Wasser reichen können. Sensationell ist auch das Navi-Radio, ein Kenwood DNX 7200, das in der Armaturentafel sitzt, als sei es nie anders gewesen. Natürlich leben die beiden in den Türen verbauten 2,5-Zoll-Monitore von den Signalen des Geräts. Ihre lackierten Limited-Edition-Rahmen sind handlaminierte GFK-Blenden. Die Impulse der Headunit, die für den akustischen Bereich gedacht sind, landen zunächst in einer Rainbow-Vierkanal-Vorstufe mit der Bezeichnung Kraftwerk 4V8. Von dort aus gelangen sie in drei weitere "Kraftwerke", wovon eines das Frontsystem und die beiden anderen je einen der 12-Zoll-Subwoofer vom Typ Rainbow Vanadium versorgen.

Eine optische Sensation ist der Kofferraumausbau, dessen Konstruktion beste physikalische Voraussetzungen für knackige tiefe Töne bietet. In erster Linie liegt dies an den hier verbauten Mehrschichtplatten, die MDF deutlich überlegen sind – sowohl in Sachen Performance als auch im Preis! Ihre schönen Formen verdankt die klangvolle Landschaft unter der Heckklappe natürlich GFK. Die Oberflächen zieren Wagenfarbe und im Ton des Innenraums gehaltenes Leder. Wie man sieht, lohnt es sich, nicht nur Ford etwas tun zu lassen. Wer es geschickt anstellt, kann auf diese Weise viel Freude für vergleichsweise wenig Geld ernten. Bis ein ähnlich starker deutscher Sportwagen von der Stange auch nur halb so individuell ist wie Peter Gräßls Mustang, steckt locker der doppelte Betrag in einem Gefährt mit deutlich weniger Charakter. Die persönliche Note ist halt keine Banknote!

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