Ford Transit Custom Nugget: Test

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Ford Nugget: Test

— 11.07.2014

Goldrichtig für Alltag und Freizeit

Längst gilt der Ford Nugget als Klassiker. Lässt ihn seine neue Basis nun frisch glänzen? Der Tausendsassa im Test.

Kinder, wir werden älter: 30 Jahre baut Ford den Nugget bereits. Als sie die Idee zu ihm hatten, parkten im Händler-Schauraum noch Granada- und Capri-Modelle. Ein guter Wurf, der Bestand hatte. In der Tat gilt der Nugget, wenn auch nie in erster Reihe, längst als feste Größe im Segment der Kompakt-Wohnmobile. So fest, dass der Veränderungsdruck minimal war: Lange 13 Jahre mussten Ford-Fans auf eine Nugget-Neuauflage warten. Endlich ist es so weit. Dass er brandneu ist, zeigt der Nugget sofort. Zurückhaltung? Ach wo. Große Scheinwerfer, üppige Lufteinlässe und robuste Schutzplanken bestimmen seinen Auftritt. Markant ziehen sich dynamische Sicken über die Flanken nach hinten. Nur das hohe GfK-Dach bremst den flotten Eindruck: Die Nase oberhalb der Frontscheibe schafft zwar nötigen Raum, doch wirkt der Nugget zumindest von der Seite wenig harmonisch.
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Das Cockpit zeigt sich unruhig und zerklüftet

Bis zu drei Personen reisen auf der Klappsitzbank, die sich samt Tisch rasch zur Liegefläche umbauen lässt.

Als Nugget-Basis dient der bewährte Transit Custom. Dessen Cockpit erinnert an die Pkw-Flotte der Kölner: zerklüftet, unruhig, viele Schrägen, noch mehr Knöpfe. Übersichtlich geht anders, doch wenigstens Tempo und Drehzahl lassen sich gut ablesen. Zu klein dagegen fällt der Bildschirm aus. Der Ausbau stammt, wie bisher schon, von den Westfalia-Profis. Schiebetür und Heckklappe erlauben einen bequemen Einstieg in den Wohnraum. Dessen Mittelpunkt bildet eine klappbare Dreier-Sitzbank, Pilot und Kopilot sitzen dagegen auf bequemen Sesseln, die – nach hinten gedreht – auch als Wohn- und Essgestühl dienen. Nachts verschwindet der zweigeteilte Tisch, und die Sitzbank ist mit wenigen Handgriffen zu einer Liegefläche (1,88 x 1,22 m) umgebaut. Allerdings dauert es ein wenig, bis die Fahrerhaussitze in Position geschoben, gedreht und gekurbelt sind. Ein zweites, größeres Bett (2,27 x 1,40 m) wartet im Hochdach. Es lässt sich komfortabler bedienen, ist in gerade einer Minute fertig. Nur klaustrophobisch darf man hier nicht sein: Die Schlafhöhle ist arg niedrig. Überraschend komplett für ein Kompakt-Wohnmobil zeigt sich die L-förmige Küche im Nugget-Heck. Dort finden sich neben der runden Spüle und einem Zweiflammenherd eine von oben zugängliche Kompressor-Kühlbox (40 Liter), dazu zahlreiche Ablagen. Ebenfalls im Heck trägt der Nugget einen Kleiderschrank, seine Außendusche sowie eine Kassetten-Toilette für Notfälle.
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Der Nugget präsentiert sich agil in allen Lagen

Der Nugget ist hoch und dennoch flott: Er eilt ohne Schwanken durch energisch gefahrene Kurven.

Auf der Straße gibt sich der Nugget wendig und leicht beherrschbar. Der Federungskomfort ist ordentlich, die Lenkung feinfühlig. Zügig schiebt ihn der 2,2-Liter-Diesel mit 125 PS voran, nur im Eco-Modus ist bei 110 km/h Spitze Schluss. Dafür bleibt der Verbrauch dann unterhalb der magischen Zehn-Liter-Grenze. Nur eines nervt beim Reisen ziemlich: Der Diesel nagelt rau. Seinem Namen treu bleibt der Nugget dann beim Preis. Er ist kompakt, doch nicht günstig: Unter stolzen 52.182 Euro geht nichts, dafür bieten andere Hersteller stattlichere Mobile. Allerdings: Der Nugget kommt ab Werk mit Klimaanlage, Tempomat, Audiosystem, Lederlenkrad, beheizbarer Frontscheibe und Standheizung. Typisch kleines Goldstück eben.

Technische Daten
Basis: Ford Transit Custom 2.2 TDCi • 2198 cm³ • 92/125 kW/PS • zul. Gesamtmasse: 3000 kg • Zuladung: 450 kg • Anhängelast: 1800 kg • Länge x Breite x Höhe: 4972 x 1986 x 2800 mm • Radstand: 2933 mm.
Aufbau:
Sitz-/Schlafplätze: 5/4 • Frisch-/Abwassertank: 42 l/42 l • Chemie-WC • 2,8 kg Gas • Aufbaubatterie: 2 x 95 Ah • Kühlbox: 40 l • Zweiflammenherd • Bettenmaße: Sitzbank 2150 x 1300 mm, Dachbett 2100 x 1410 mm.
Preis: ab 52.182 Euro, Testmobil 56.976 Euro • Kosten: Steuer 210 Euro, Versicherung: 925 Euro (HPF/VK 1000 Euro SB inkl. TK 150 Euro SB).

Ausstattung
Basisfahrzeug:
ESP, Radio mit Freisprecheinrichtung, Tempomat, Klimaanlage, Lederlenkrad.
Westfalia-Ausbau: Hochdach mit Bett, zwei Dachfenstern und Dachhaube, zwei Pilotsitze, Dreiersitzbank, Teppich im Fahrerhaus, Standheizung, Möbeleinbau (u. a. Küche, Kleiderschrank), Kompressorkühlbox, Frisch-und Abwassertanks.
Extras: Fahrspurassistent und Müdigkeitswarner (476 Euro), Parkpilot (357 Euro), Anhängevorrichtung (584 Euro), Aluräder (744 Euro).

Ford Transit Custom Nugget im Test

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Axel Sülwald

Axel Sülwald

Fazit

Der Nugget ist ein wahrer Tausendsassa. Im Alltag und in der Freizeit bereitet er viel Spaß: Wochenendeinkäufe erledigen, die Kinder zum Sport bringen, den spontanen Wochenend-Trip genießen – der Nugget ist der ideale Partner dafür. Der Tank ist voll. Worauf warten wir?

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