Ford Ranger/Mazda B (ab 1999)

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Ford Ranger/Mazda B (ab 1999)

— 24.05.2005

Gut & günstig

Als eineiige Zwillinge erblickten 1999 Ford Ranger und Mazda B das Licht der Autowelt. Dank flottem Turbodiesel und hoher Nutzlast sind sie beliebt – und als Gebrauchte bergen sie wenig Risiko.

Qualität und Marktlage

Pickups haben es oft schwer im Leben, auch in Deutschland. Häufig dienen sie – trotz oder vielleicht gerade wegen ihres herausgeputzten Äußeren – zahlreichen Handwerks- und Gartenbaubetrieben als Transportesel. Gerät und Geröll werden auf die blechernen Ladepritschen geworfen, im Innenraum hocken vier bis fünf Gummistiefelträger.

Das alles wäre noch kein großes Problem. Aber am Steuer sitzt selten der Eigentümer des Pickups, sondern meist jemand, der das Fahrzeug als reines Arbeitsgerät sieht. Und hier entscheidet sich oft der Lebens- oder Leidensweg eines Autos: Hat der Fahrer ein Gefühl für die Technik? Oder ist ihm das Auto schon deshalb egal, weil es ja nicht sein eigenes ist?

Viele Leute gehen bekanntlich nicht zimperlich mit dem Eigentum anderer Leute um. Daran sollte man immer denken, wenn man einen gebrauchten Pickup besichtigt. Waren der oder die Vorbesitzer Gewerbetreibende? Oder ein privater Individualist, der den Pickup womöglich nur aus optischen Gründen gekauft hat?

Antrieb und Technik

Dem Mazda-Pickup, der in Europa auch als baugleicher Ford Ranger verkauft wird, macht derbe Beanspruchung wenig aus. Mit einer Ausnahme: Das Fünfgang-Schaltgetriebe quittiert vermeintlich sportliches Durchreißen der Gänge oder schlampig-faules Durchtreten der Kupplung beim Schalten gern mit hohem Verschleiß. Und das Getriebe ist teuer. Es kostet fast 6400 Euro – zuzüglich Einbau, versteht sich.

Der Turbodieselmotor ist immerhin rund 1500 Euro billiger. Aber der ist kaum kaputtzubekommen. Er hält auch fast schon niederträchtigen Umgang aus, während das Getriebe zuweilen schon bei ausgiebigem Zugdienst mit einem schweren Anhänger vorzeitig aufgibt – trotz sorgfältiger Bedienung des Schalthebels. Das war’s aber auch schon mit den Schwächen der Pickup-Zwillinge.

Alle anderen Aggregate sind besonders robust und langlebig. Einige Leserfahrzeuge haben bereits deutlich über 200.000 Kilometer hinter sich gebracht, fast immer mit sehr guter Zuverlässigkeitsbilanz. Als Ford trifft man den Pickup in Deutschland wesentlich häufiger an als mit dem Mazda-Logo im Grill (76:24 Prozent). Das liegt vielleicht an der größeren Zahl der Ford-Werkstätten.

Mit den jeweiligen Vertragshändlern und deren Arbeit sind Mazda- und Ford-Fahrer gleichermaßen zufrieden: Vier Fünftel haben nichts auszusetzen. Beim Kauf des nächsten Fahrzeugs wollen jedoch viele fremdgehen. Nur 38 Prozent bleiben bei Ford oder Mazda. Die Mehrheit will umsteigen, meist auf den Nissan Pickup. Egal ob Sauger oder Turbo: Der 2,5-Liter-Vierzylinder-Diesel hält

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1999 Einführung des Pickup als Ford Ranger und Mazda B (baugleich); 2-Türer-Kabine mit 2 hinteren Notsitzen (Ladefläche: 1,75m) und 2.5-Saugdiesel (78 PS) oder 4-türige Doppelkabine mit 5 Sitzplätzen (Ladefläche 1,53m) und 2.5-Turbodiesel (109 PS); LxBxH 5,08x1,75x1,75m; Anhängelast 2200 kg 2001 Saugdiesel entfällt bei Ford; Zweitürer nun auch mit Turbodiesel 2002 Facelift: vergrößerte (vordere) Bremsen, nun mit ABS, modifizierte Front mit neuem Grill und verbesserten Scheinwerfern, Zweitürer-Kabine mit hinteren Zusatztüren, die gegenläufig zu den vorderen öffnen; Anhängelast 2800 kg; Saugdiesel entfällt auch bei Mazda

Schwachstellen • das Schaltgetriebe ist letztlich die einzige kleine Schwachstelle des Pickup. Bei sieben Prozent der Leserfahrzeuge mußte es vorzeitig repariert werden, meist im Bereich von 80.000 bis 100.000 km. Es scheint, daß häufiger Zugbetrieb dem Getriebe besonders stark zusetzt • die Glühkerzen des Dieselmotors halten selten länger als 100.000 km • die Auspuffanlage neigt zu Brüchen durch die Vibrationen des Dieselmotors • über beginnenden Rost am Boden klagen 31 Prozent der Leser. Das ist zuviel • die Zuverlässigkeit ist sehr gut. Unterwegs liegengeblieben sind fünf Prozent der Leserfahrzeuge, meist wegen eines Getriebeschadens. Noch besser sieht es beim Startverhalten aus. Hier liegt die Versagerquote bei unter drei Prozent. Wenn der Motor nicht anspringt, liegt es meist an einer oder mehreren defekten Glühkerzen, ausnahmsweise auch mal am Anlasser

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Ranger 2.5 Turbodiesel, Baujahr 2000. Günstige Austauschteile gibt es nicht. Sündhaft teuer ist das Getriebe. Nicht billig: die Bremsklötze, dafür sind die Bremsscheiben günstig.

Fazit und Technik

Fazit "Der Ford/Mazda-Pickup gehört zu den empfehlenswerten Gebrauchtwagen. Einzig das Schaltgetriebe gilt es bei der Probefahrt genau zu untersuchen. Viel Zuladung und (ab 2002) hohe Anhängelast machen den Pickup zum Transport attraktiv. Nachträglicher Rostschutz tut ihm gut." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: Heckantrieb, Frontantrieb im Stand zuschaltbar (Freilaufeinrichtung an der Vorderachse); Geländeuntersetzung (2,21:1); Differentialbremse hinten • Aufbau: Leiterrahmen, aufgeschraubte Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: 2.5 D: 10,5l/100 km; 2.5 TD: 11,5l/100 km Diesel • Höchstgeschwindigkeit: 2.5 D: 140 km/h; 2.5 Turbodiesel: 156 km/h

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