Rote Zahlen bei Ford

Ford: Rote Zahlen

— 02.03.2012

Ford rechnet mit Millionenverlust in Europa

Wenn es um Probleme in der europäischen Autoindustrie geht, richten
sich alle Augen auf Opel. Doch auch Ford macht die Schuldenkrise zu schaffen. Der Konzern erwartet für Europa einen Verlust von bis zu 450 Millionen Euro.

(dpa) Die rückläufigen Autoverkäufe in Europa treffen Ford hart. Der US-Konzern erwartet im laufenden Jahr in der Region einen Verlust von 500 bis 600 Millionen Dollar (bis 450 Millionen Euro). Das sagte der scheidende Finanzchef Lewis Booth jetzt vor Reportern am Firmensitz in Dearborn nahe Detroit (US-Bundesstaat Michigan). Ford habe in seinen europäischen Werken bereits die Produktion zurückgefahren und Kosten gesenkt, etwa durch weniger Schichten. "Wir werden weiterhin daran arbeiten, unsere Profitabilität in Europa zu verbessern", sagte Booth, der zum 1. April aufhört. 2011 hatte Ford in Europa operativ 27 Millionen Dollar (20 Millionen Euro) verloren. Nach einem guten Jahresauftakt hatte die Schuldenkrise die Käufer vergrault, die Preise fielen und Ford rutschte in die roten Zahlen. In Europa verkauft Ford etwa ein Drittel seiner Autos, 2011 waren es 1,6 Millionen Fahrzeuge

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Der scheidenden Ford-Finanzchef Lewis Booth rechnet für 2012 mit hohen Verlusten für Europa.

Der Marktanteil lag nach Firmenangaben bei 8,3 Prozent, was ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr 2010 war. Ford-Chef Alan Mulally hatte sich erst im November bei einem Besuch zum Standort Deutschland bekannt. Bis mindestens 2017 sind hierzulande ohnehin betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Der Konzern hat große Werke in Köln und Saarlouis und beschäftigt rund 24.000 Menschen, weltweit sind es 164.000 in rund 70 Werken. Die Verluste des Rivalen General Motors in Europa lagen zuletzt mit 747 Millionen Dollar (560 Millionen Euro) noch weit höher, weshalb sich die Opel-Mutter nun mit Peugeot-Citroen verbündet hat. Vor allem beim Einkauf und und der Entwicklung wollen beide so sparen. Booth zweifelt jedoch an einem durchschlagenden Erfolg: "Wenn sich zwei Unternehmen zusammentun, löst das nicht die Kapazitätsprobleme." Den beiden US-Autoriesen geht es insgesamt aber nicht schlecht. Sie verdienen ihr Geld derzeit vor allem auf dem gut laufenden Heimatmarkt und fahren dort Milliardengewinne ein. Das sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus: GM musste vom Staat gerettet worden, und auch Ford drohte von seinen Schulden erdrückt zu werden. "Die Dinge, die ich verbessern wollte, haben sich verbessert", sagte Booth.

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