Ford S-Max (2015): Fahrbericht

Ford S-Max (2015): Fahrbericht

— 27.04.2015

Erste Fahrt im neuen S-Max

Der neue Ford S-Max geht sparsamer, agiler und mit mehr Komfort an den Start – der Preis verändert sich kaum. Fahrbericht!

Fords heimliches Flaggschiff ist der S-Max. Denn die vielleicht sportlichste unter den großen Großraumlimousinen hat schon in der ersten Generation erfolgreich Marktanteile erobert und dabei so manchen vom knappen Platzangebot frustrierten Kombi-Fahrer bei einem deutschen Nobelhersteller abgeworben.
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Der neue S-Max

Wenn im September 2015 zu einem kaum veränderten Grundpreis von 30.150 Euro die zweite Auflage an den Start rollt, geht das Raumfahrprogramm für Aufsteiger munter weiter. Dass Ford den S-Max nicht als Van, sondern im schönsten Marketing-Sprech zu Recht als Sports Activity Vehicle bezeichnet, spürt man schon auf den ersten Metern – vor allem in einer gehobenen Variante mit adaptiven Dämpfern und der neuen Adaptiv-Lenkung. Weil sich das Fahrwerk damit auf Knopfdruck spürbar versteift und ein Elektromotor die Lenkkraft unterhalb von 120 km/h deutlich verstärkt, darüber aber sogar spürbar zurück nimmt, ändert sich das Fahrgefühl nachhaltig: Beim Rangieren in der Stadt ist das 4,80 Meter lange und 1,92 Meter breite Dickschiff so handlich und wendig wie sein kleiner Bruder C-Max. Auf einer kurvigen Landstraße muss man viel weniger kurbeln und fühlt sich wie am Steuer eines potenten Focus. Und bei hohem Tempo auf der Autobahn wechselt der S-Max die Spuren so gediegen und gelassen wie eine schwere Luxus-Limousine.

So sitzt es sich im neuen Ford S-Max

So sitzt es sich im neuen Ford S-Max So sitzt es sich im neuen Ford S-Max So sitzt es sich im neuen Ford S-Max
Zum dynamischen Anspruch passt auch die Palette der neuen oder zumindest gründlich optimierten Motoren, die in der Leistung teilweise deutlich zugelegt und beim Verbrauch dafür um bestenfalls sieben Prozent besser wurden. Nicht umsonst geht es bei den zwei Benzinern jetzt hinauf bis 240 PS, bei den Dieseln krönt das Angebot ein Kraftmeier mit 210 PS und 450 Nm. Und zum ersten Mal gibt es den Van jetzt auch als Allradler.

Einer der wichtigsten Motoren wird wohl der 180 PS-Diesel, der bei 34.200 Euro startet. Er punktet mit einem maximalen Drehmoment von 400 Nm, wuchtet den Raumkreuzer damit in 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und gibt sich auf der Landstraße beim Überholen so elastisch, dass man gerne mal einen Abstecher ins Grüne macht.

Ford S-MAX 2.0 TDCi Trend: Dauertest

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Neu mit an Bord: Schildererkennung, die Tempolimits an den Tempomaten weitergibt.

Aber auch wenn man auf der Autobahn bleibt, macht der 2,0-Liter-Motor eine gute Figur. Hinter dem dickeren Glas und der besseren Dämmung ein echter Leisetreter, wird er mit einem Normverbrauch von 5,0 Litern zum Dauerläufer, der theoretisch nur alle 1400 Kilometer an die Box muss. Und wer es eilig hat, der kann bis auf maximal 211 km/h beschleunigen. Dazu gibt es jede Menge neuer oder weiterentwickelter Assistenzsysteme und Technologie-Bausteine aus dem neuen Mondeo von der Notbremse mit Fußgängererkennung bis zur Einparkautomatik, den LED-Scheinwerfern und der elektrischen Heckkappe, die auf einen Fußtritt reagiert, sowie eine Weltneuheit, die besonders gut zu den neuen Ambitionen des S-Max passt: Denn mit Hilfe von Navidaten und Verkehrszeichenerkennung regelt sich dort der Tempomat zum ersten Mal automatisch auf das aktuelle Tempolimit ein. So lustvoll sich der S-Max auch fahren lässt, ist man damit vor Radarblitzen und Bußgeld-Briefen gefeit.

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Das Cockpit mit Acht-Zoll-Monitor ist aufgeräumt und übersichtlich.

Zwar will der S-Max tatsächlich ein Van zum Fahren und nicht nur zum Ankommen sein. Doch bei aller Konzentration auf den Fahrer haben die Entwickler die anderen Passagiere nicht vergessen: Die zweite Generation des S-Max ist deshalb innen ein wenig gewachsen, bietet mit ihren 32 Bestuhlungsvarianten zwischen 282 und 2200 Litern Kofferraum und kommt mit einer neuen Sitzanlage: Wer für 950 Euro die dritte Reihe mitbestellt, der kann dank optimierter Easy-Entry-Technik leichter in den Rückraum klettern. Und wer es in der ersten Reihe gerne besonders bequem mag, für den gibt es nun sogar Massage-Sessel. 

Auch am Ambiente haben die Kölner gearbeitet: Mehr noch als beim Facelift für die Focus-Familie haben sie das Armaturenbrett von den pickligen Bedienlandschaft gesäubert und sich weitgehend auf das Sync-System mit Touchscreen und Sprachbedienung konzentriert. Außerdem ist die Materialanmutung eine Klasse besser als früher. Für noch mehr Luxus bringt Ford bald die Luxusausstattung "Vignale".
Autor:

Thomas Geiger

Fazit

Besser ausgestattet, nobler ausgeschlagen und deutlich sportlicher abgestimmt als früher: Zwar hat der Aufstieg zumindest auf den Grundpreis keinen Einfluss, doch weiß Ford sehr wohl, dass bei dem Eroberungskurs für den S-Max durchaus ein paar traditionelle Großraum-Kunden auf der Strecke bleiben könnten. Aber wirklich Sorgen macht sich darüber in Köln niemand. Denn kurz nach dem S-Max startet der sehr viel konservativere Galaxy und sammelt all die verlorenen Seelen wieder ein.

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