Ford S-Max gegen Galaxy

Ford S-Max Ambiente 2.0 TDCi Ford S-Max Ambiente 2.0 TDCi

Ford S-Max gegen Galaxy

— 12.06.2006

Mehr Sport im Van

Dynamische Raumgleiter statt langweilige Kisten: Ford schickt gleich zwei flotte Vans auf die Piste, S-Max und Galaxy. Ist hier etwa einer überflüssig?

Bei Ford in der Entwicklungsabteilung haben sie gerade Streß. Sie müssen sich nicht nur neue Autos ausdenken, sondern auch Persönlichkeiten. Typische Kunden, die sich für einen Ford interessieren. In unserem Fall heißen sie Henry und Ralf. Es sollen Leute sein wie du und ich. Beide verheiratet, mit zwei Kindern und trotzdem ziemlich unterschiedlich. Für Henry ist seine Familie ganz in Ordnung, er denkt aber stets auch an sich. Teure Klamotten, Hi-Fi von B&O, ein Auto ohne Fahrspaß gar nicht denkbar. Bei Ralf steht die Familie im Mittelpunkt. Ein Anzug von der Stange tut's auch, Highend muß nicht sein, dafür aber ein großer Van – die Kinder sollen sich wohlfühlen. Die Ford-Entwickler haben erst diese Kunstfiguren erschaffen und dann für sie Autos sozusagen maßgeschneidert. Herausgekommen sind Galaxy und S-Max. Auf gleicher Technik-Basis, aber mit unterschiedlichem Charakter. Der Galaxy ist für Ralf gedacht und ein typischer Van geworden. Leicht kastenförmig, kantig und richtig groß: 4,82 Meter lang, 1,96 Meter breit und 1,72 Meter hoch. Mit sieben Sitzen serienmäßig, für Preise ab 26.350 Euro. Der S-Max ist schärfer geschnitten und bestimmt kein Van im klassischen Sinn. Er soll dem selbstverliebten Henry gefallen, baut einen Tick kürzer (5,2 cm), schmaler (7,7 cm) und flacher (6,5 cm) als der Galaxy. Fünf Sitze serienmäßig, ab 24.625 Euro, zwei zusätzliche Sitze in der dritten Reihe gibt es, aber nur gegen Aufpreis: 775 Euro.

In der dritten Reihe ist Galaxy komfortabler

Wirklich entscheidende Auswirkungen auf das Raumangebot hat die kompaktere Größe des S-Max nicht. In der ersten und zweiten Reihe gibt es in beiden Autos jede Menge Platz, man sitzt entspannt auf bequemen Einzelsitzen. Innenbreite und Knickmaß (wichtiges Komfortmerkmal; Abstand vom Gaspedal zur Rückenlehne) sind praktisch identisch, der Galaxy bietet – nicht überraschend – aber mehr Luft überm Scheitel. Auffällig sind das ansehnliche, frische Design und die hochwertigen Materialien. Das elegante, schnörkellose Cockpit könnte glatt von Audi stammen. Für diesen Vergleich haben wir den S-Max mit der dritten Sitzreihe ausgestattet und buchstäblich erfahren: Erst hier ganz hinten spielen Größenunterschiede eine Rolle. Die Sitzauflage ist vier Zentimeter kürzer als im Galaxy, das maximale Knickmaß 16 Zentimeter – für Erwachsene ist es im S-Max deshalb ungemütlicher, Heranwachsende bis etwa 14 fühlen sich in beiden Autos gleich wohl. Für den Umzug zwischendurch braucht man in S-Max und Galaxy die Sitze in Reihe zwei und drei nicht mehr mühselig auszubauen, sondern nur noch zusammenzufalten. Es entsteht ein ebener Ladeboden, das System ist in beiden Autos identisch und funktioniert auch ohne Probleme.

Werksangaben und Testwerte

Bei den Motoren kommen wieder die beiden Figuren ins Spiel. Henry mag's gern sportlicher, deshalb gibt es nur für den S-Max einen 2,5-Liter-Benziner mit 220 PS, siehe Fahrbericht. So etwas interessiert Ralf überhaupt nicht. Für ihn hat Ford einen sparsamen 1,8-Liter-Diesel mit 100 PS nur im Galaxy im Angebot. Beide Herren können aber auch zum empfehlenswerten Zweiliter-Diesel greifen. Im Vergleich trat er mit 140 PS im 85 Kilo schwereren Galaxy und mit 130 PS im S-Max an. Überzeugt hat er in beiden: laufruhig, leise, durchzugsstark. Im Galaxy gönnte er sich mit 7,2 Litern einen Schluck Diesel mehr als im S-Max mit 6,8 Liter/100 km, beides mehr als akzeptabel. Ausstattungspaket bei beiden: Ambiente. 

Soweit sind sich Galaxy und S-Max also ziemlich ähnlich. Doch beim Fahren zeigt sich dann, wo die Reise hingeht. Schon der Galaxy liegt für einen Van ausgesprochen handlich und agil. Komfortabel gefedert, aber nicht schaukelig. Der S-Max kann das alles aber noch ein bißchen besser, leichtfüßiger, spritziger. Präzise Lenkung, straffe Federn und Dämpfer. Voilà, der versprochene Sport-Van. Und das für weniger Geld, je nach Ausstattung liegt der S-Max mit den gleichen Motoren um 1725 Euro (Ambiente), 1675 Euro (Trend) oder 1925 Euro (Ghia/Titanium) unter dem Galaxy. Fehlen jeweils nur noch die 775 Euro für die dritte Sitzreihe. Auch damit kriegt er am Ende die Kurve etwas besser, aber Henry und Ralf haben auf jeden Fall ihren Spaß.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke

Galaxy und S-Max sind sich nicht nur äußerlich sehr ähnlich, auch innen müssen wir schon die Zentimeter suchen. Mein Favorit: der S-Max. Er sieht besser aus, ist das spannendere Auto, fährt sich wunderbar und hat auch jede Menge Platz. Der Galaxy ist das Auto für Großfamilien, die wirklich jeden Kubikzentimeter Raum brauchen. Ein sicherer Tip für beide: der Zweiliter-Diesel.


 

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