Ford Sierra von Sebastien Dardenne

Ford Sierra von Sebastien Dardenne

— 16.08.2005

Sierra Nevada

Selbst der Kenner reibt sich die Augen: Was ist das? Dieser seltene Ford Sierra ist hei wie die Wste und lt den Asphalt unter sich brennen.

Rentner-Renner mit bsem Blick

Es kommt immer fter vor: Wir sehen Autos und fragen uns, was wir da eigentlich sehen. Wieder einmal geschehen auf dem markenoffenen Treffen in Fribourg (Schweiz). Wir wuten eine ganze Weile lang nicht, was da vor uns stand. Bis man uns schlielich aufgeklrt hat. Oder httet Ihr sofort erkannt, da es sich hier um einen Ford Sierra handelt?

Es ist erstaunlich, was der Franzose Sebastien aus einem biederen Rentner-Auto gezaubert hat. Das Image von Sonntagsfahrern samt Wackeldackel auf der Hutablage hngt dem bis 1992 gebauten Sierra nun mal an wie ein klebriger Kaugummi dem Schuh!

Was kann man dagegen tun, fragte sich der Brokaufmann. Es wurde gegrbelt und gegrbelt. Die eine oder andere Idee auch schnell wieder verworfen. "Zu extrem", dachten sich Sebastien und seine Kumpels oft. Oder doch nicht? Irgendwann fingen sie an, langsam an dem Ford herumzubasteln.

Zuerst wurde ein gekrztes KW-Gewindefahrwerk verbaut. Dann machten sie sich erst einmal an die Blechbearbeitung. Der obligatorische bse Blick wurde ber die Sierra-Scheinwerfer gezogen. Danach muten Sebastien und seine Kumpels feststellen, da die Originalscheinwerfer immer noch zu klobig aussahen.

Erst Schlachtung, dann Herzverpflanzung

Schlu, aus, fertig mit dem Allerweltstuning, entschied man. Die extremen Ideen waren doch nicht so schlecht, und man kramte sie wieder hervor. Jetzt ging es so richtig zur Sache. Der Ford wurde komplett geschlachtet. Zum Schlu blieb nur noch die nackte Karosse brig die beste Ausgangsbasis fr tiefgreifende Vernderungen. Das neue Herz wurde als erstes verpflanzt. Es sollte strker pochen als das vorherige. Deshalb entschied man sich gleich fr das Beste, was Ford zu bieten hat: einen Motor, der den magischen Namen "Cosworth" trgt. Den Einbau des Triebwerks und der Achsen aus dem Sierra Cosworth sowie die komplett strkere Bremsanlage lie der Franzose von der Garage Baunet erledigen.

Um dem Ganzen noch etwas auf die Sprnge zu helfen, pflanzte man dem Motor einen greren Garrett-Turbo vor den Ansaugtrakt und wechselte die Nockenwellen durch deutlich schrfere aus. Wenn man jetzt aufs Gaspedal tritt, dann faucht es ganz schn gierig aus dem nun circa 260 PS starken Aggregat.

Bevor die Jungs das Herz wieder einpflanzten, wanderte das eine oder andere Teil durch das galvanische Bad oder unter die Poliermaschine. Untermauert von Stahlflexschluchen, vielen Rohren und etwas Airbrush, trgt das natrlich viel zum perfekten Showmotor bei.

Optik-Hilfe vom E36 und Prelude

Um das uere Erscheinungsbild zu "verflschen" und fr verdutzte Blicke zu sorgen, wurden Scheinwerfer des BMW E36 verbaut. Die sind wesentlich kleiner als die Sierra-Leuchten und gefielen dem Franzosen besser. Um dem aktuellen Tuning-Trend gerecht zu werden, wurden sie gleich mit Xenon-Linsen und Angel-Eyes-Standlichtringen geordert.

ber die Scheinwerfer wurde dann erneut der bse Blick gezogen. Auf die Motorhaube setzte man mittig einen Lufteinla von Kustomorphose, der dem Cossi-Motor gengend kalte Luft zufchert. Am Heck ging man hnlich vor wie an der Front. Man entschied sich auch hier fr andere Lichter. Da es fr den Sierra noch keine Zubehr-Leuchten in Klarglasoptik gibt, nahm der Franzose eben die des Honda Prelude. Die paten seiner Meinung nach von der Lnge und Optik her am besten zum Sierra-Heck.

Den Rest des Kofferraumdeckels cleante man auf althergebrachte Weise und ergnzte ihn durch einen mchtig ausladenden Heckflgel, ebenfalls von Kustomorphose. Front- und Heckstostange sollten genauso wild aussehen wie der Rest des Wagens. Deshalb lie sich Sebastien bei ACE-Tuning Einzelstcke aus GFK fertigen. Was dabei herausgekommen ist, kann sich durchaus sehen lassen. Vorausgesetzt, man steht auf diese wilden Teile im "Furious-Style".

Innenraum als i-Tpfelchen

Durch den Heckspoiler schaut die perfekt eingepate Links/rechts-Eigenbau-Auspuffanlage hervor und entlt lauthals die berreste des verbrannten Super-Kraftstoffs in die Umwelt. Die Tren wurden rundum von allen Griffen befreit und lassen sich nun per Funk ffnen. Die Schweller sind von BMW und konnten ohne groe Probleme an dem Klner befestigt werden.

Um die 7,5x18-Zoll-Vault-Felgen ordnungsgem unterzubringen, gengte es, die Kanten zu brdeln. Den letzten Schliff bekam die Karosse durch die Lackierung. Zuerst wurde sie in Spanischrot, eine Originalfarbe von Ford, getaucht. Danach machte sich ACE-Tuning ber die Feinarbeiten her und sprhte feinste "Custom-Flames" auf das Blech. Dadurch wirkt der Cosworth brandhei und fllt richtig auf.

Das i-Tpfelchen ist ganz sicher der Innenraum. Alle mglichen Plastikknpfe und Lftungsdsen wurden vergoldet, der Rest entweder rot lackiert oder mit wei-rotem Leder bezogen. Das klobige original Sierra-Lenkrad htte hier wahrlich viel von der Optik zerstrt. Deshalb wurde es durch eines im Custom-Style ersetzt. Es hrt auf den Namen "California Giano Carlo" und pat optisch gut zum "Prorider"-Innenspiegel.

JBL-Amps arbeiten im Untergrund

Um das Ganze noch musikalisch gekonnt in Szene zu setzen, wurde der Kofferraum in GFK ausgekleidet und mit zwei 38er-Audiobahn-Woofern bestckt. Das Airbrush lenkt im ersten Moment etwas ab, doch dann sieht man den verchromten Toshiba-Monitor unter der Kofferraumklappe hngen. Zusammen mit dem kleinen TFT-Monitor im Armaturenbrett kann man sich hier voll und ganz den musikalischen Hochgenssen einer Musik-DVD hingeben. Die JBL-Amps arbeiten dabei im Untergrund hinter den Rcksitzen. Die gesamte Wumme bringt es auf 146,9 Dezibel. Das pat dann auch wieder zum martialisch heien Auftritt des wsten Sierra.

Autor: Sebastian Schulz

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