Fahrbericht Ford Tourneo Connect

Ford Tourneo Connect: Fahrbericht

— 04.11.2013

So fährt der Ford Tourneo Connect

Wer viel Platz zum günstigen Preis sucht, der wird im Frühjahr 2014 bei Ford fündig – wenn die Kölner den neuen Tourneo an den Start bringen.

Der C-Max zu klein und der Galaxy zu teuer? Dann gibt es bei der Nutzfahrzeugabteilung von Ford jetzt eine neue Alternative für Privatkunden mit schmalem Budget und üppigem Platzbedarf. Denn kurz nach der Premiere der gewerblichen Transit-Variante bringen die Kölner ihre Transporter-Baureihe Connect im Frühjahr 2014 auch als Tourneo an den Start. Für Preise ab 18.880 Euro wird der Lademeister dann zum Familienfreund, der künftig statt Kisten lieber Kind und Kegel kutschiert.

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Kölner Schluckspecht: In der langen Version verpackt der Tourneo Connect bis zu 2761 Liter.

Schon der normale Tourneo Connect schluckt dabei mehr als jeder zivile Van der Rheinländer. Obwohl mit 4,42 Metern fast auf den Zentimeter genauso lang wie der C-Max, passen hinter die große Klappe bis zu 1029 Liter. Und da ist die zweigeteilte Rückbank noch nicht einmal umgeklappt, aufgestellt oder gar ausgebaut. Denn wer sich die Mühe macht und einen starken Helfer hat, kann die Familienkutsche so im Handumdrehen wieder zum Kistenschlepper zurückrüsten und bis zu 2,4 Kubikmeter einladen. Da werden C-Max-Fahrer blass vor Neid. Wem das trotzdem nicht genügt, dem verkauft Ford für 1900 Euro mehr auch einen Grand Tourneo Connect: Dann geht der Raumkreuzer noch einmal 40 Zentimeter in die Länge. Das Ladevolumen wächst auf bis zu 2761 Liter. Und der Kofferraum wird so groß, dass dort für weitere 700 Euro auch eine dritte Sitzbank hinein passt und man in der Familienplanung wieder ein bisschen mehr Spielraum bekommt.

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Das rustikale Ambiente mit viel Hartplastik zeugt im Tourneo von seinen gewerblichen Wurzeln.

Aber es ist nicht allein der Kofferraum, mit dem der Connect den C-Max aussticht: Auch die Passagiere haben in dem aufgehübschten Lieferwagen gut Lachen: Durch die großen Schiebetüren steigen sie bequemer ein und auf den etwas dünneren Sitzen haben sie spürbar mehr Platz. Der Knieraum ist in beiden Reihen üppig und die Kopffreiheit so groß, dass in die Dachkonsole sogar noch ein paar Staufächer passen, wie man sie aus dem Flugzeug kennt. Dazu gibt es für den Nachwuchs praktische Klapptischchen an den Rücklehnend er Vordersitze und noch ein Geheimfach im Fußraum. Nur in der ersten Reihe spielt der Connect gegenüber dem C-Max die zweite Geige: Ein unübersichtliches Cockpit und ein Heer von Knöpfen plagt die Passagiere zwar hier wie dort. Und mit in dieser Klasse überraschenden Extras wie einer automatischen Notbremse macht Ford ein wenig vom technischen Rückstand wett, der Nutzfahrzeugen bisweilen anhaftet. Doch wo der Pkw mit Lack und Leder glänzt, zeugt das rustikale Ambiente mit dem vielen Hartplastik im Tourneo all zu deutlich von seinen gewerblichen Wurzeln.

Was aber am meisten überrascht und am ehesten enttäuscht, das sind die bescheidenen Ablagen für Fahrer und Sozius: Während man hinten Platz hat ohne Ende, wird es vorn mit der Kleinteile-Logistik bisweilen ein bisschen knapp. Eher der Vernunft als dem Vergnügen verpflichtet ist Motorpalette: Sie beginnt mit dem alt bekannten und hoch gelobten Dreizylinder-Benziner, dessen magere 100 PS mit dem großen Auto überraschend wenig Mühe haben: Voll beladen auf der Autobahn möchte man sich den Einliter-Winzling vielleicht lieber nicht vorstellen.

Modellpalette weltweit: Ford, die kaum jemand kennt

Geht gut: Mit dem 100 PS starken Dreizylinder-Motor kommt der Tourneo Connect ganz ordentlich voran.

Aber normal besetzt und ohne Eile bewegt, macht der Tourneo mit dem kleinen Turbo eine ordentliche Figur und schwimmt locker mit im Verkehr. Dass der Wagen mit seinen gerade einmal 170 Nm tatsächlich 14 Sekunden von 0 auf 100 braucht, mag man da kaum glauben. Und angesichts der stattlichen Stirnfläche und der deshalb stark anschwellenden Windgeräusche kommt man ohnehin nur in Selten in die Versuchung, die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h auszureizen – zumal man dann auch den Normverbrauch von 5,6 Litern gleich um mehrere Liter verfehlt. Alternativ zum Dreizylinder bietet Ford noch einen zweiten Benziner mit 1,6 Litern Hubraum und 150 PS sowie einen 1,6 Liter-Diesel an, der gleich in drei Leistungsstufen mit 75, 95 oder 115 PS in der Liste steht. Damit schafft der schnellste Tourneo Conncet bis zu 173 km/h und der sparsamste ist mit 4,6 Litern zufrieden.

B-Max, den C-Max in zwei Längen, S-Max und Galaxy bei den Pkw sowie Tourneo Custom und jetzt noch Tourneo Connect – schon damit hat Ford mehr Raumfahrzeuge im Programm als jeder andere deutsche Hersteller. Doch genug ist nicht genug, lautet die Devise der Kölner, die deshalb schon wieder Nachwuchs planen: Im nächsten Sommer kommt unter dem Connect auf Basis des Fiesta auch noch ein Courier – den es natürlich ebenfalls als Zivilisten geben wird.

Autor: Thomas Geiger

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