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Formel 1: 100. GP für Nico Hülkenberg

— 28.04.2016

Der Schattenmann feiert Jubiläum

In der Vollgas-Branche genießt er hohes Ansehen, doch mit dem Top-Cockpit will es einfach nicht klappen: Nico Hülkenberg fährt seinen 100. Grand Prix.

Er wurde schon zigmal in den Ferrari geschrieben, gilt als Top-Fahrer und ist Le-Mans-Sieger. Und doch ist Nico Hülkenberg vor allem in Deutschland so etwas wie der Schattenmann der Formel 1. Das Scheinwerferlicht nehmen mit Sebastian Vettel und Nico Rosberg hierzulande andere Piloten ein, genauso wie die Top-Cockpits in der Formel 1. Seit 2010 fährt der Rheinländer nun schon in der Königsklasse und am Wochenende beim Großen Preis von Russland in Sotschi feiert er Jubiläum: Es wird Hülkenbergs 100. Rennen.

Kommt der Hulk geflogen: Nach Kollision mit Lewis Hamilton wurde Hülkenberg in Brasilien 2012 Fünfter

Lange muss der Emmericher nicht überlegen, wenn man ihn fragt, welcher der bisher 99 Grand Prix sein bester war. „Brasilien 2012“, findet Hülkenberg, der in São Paulo in seiner zweiten Saison als F1-Stammfahrer schlussendlich Fünfter wurde, das Rennen aber zwischenzeitlich anführte. Damals wie heute fährt Hülkenberg für Force India. Dazwischen gab es zwar 2013 ein einjähriges Gastspiel bei Sauber und begonnen hatte Hülkenberg seine Karriere 2010 im Williams. Doch die meisten seiner Grand Prix ist er für das Team von Vijay Mallya gefahren, bei dem er auch für die Zukunft einen langfristigen Vertrag besitzt. Auch, weil es trotz starker Leistungen mit dem Top-Cockpit bisher nicht klappen wollte.

Mit großen Vorschusslorbeeren war Hülkenberg in die Formel 1 gekommen. 2009 war er überlegen GP2-Meister geworden, ein Jahr zuvor gewann er die Formel-3-Euroseries. Und noch davor hatte er sich 2007 in der mittlerweile eingestellten A1-GP-Serie international erstmals einen Namen gemacht - damals noch als Teenager. „Wo ist nur die Zeit geblieben? Das Jubiläum ist natürlich ein schönes Ergebnis. Aber ich kann's gar nicht glauben, dass es schon mein 100. Rennwochenende in der Formel 1 wird“, wundert sich der ‚Hulk’, wie ihn seine britischen Mechaniker einst liebevoll tauften. Heute erinnert vor allem der giftgrüne Helm Hülkenbergs an den Comichelden - auf der Strecke bleiben die Heldentaten zumindest in der Formel 1 aus.

Das warten auf die große Chance geht weiter: Die Top-Teams übergehen Hülkenberg bisher konsequent

Letzten Sommer erst wurde Hülkenberg allerdings bei den legendären 24 Stunden von Le Mans im Porsche von der Leine gelassen und ließ prompt die Muskeln spielen. Gesamtsieg beim ersten - und wegen des immer volleren F1-Rennkalenders wohl vorläufig letzten - Auftritt beim Klassiker, am dem sonst selbst ausgewiesene Langstreckenspezialisten reihenweise verzweifeln. Der ADAC kürte ihn für den Husarenritt an der Sarthe zum Motorsportler des Jahres. Eine nette Geste, letzten Endes aber lediglich ein schwachter Trost. Denn Hülkenbergs Leistung damals war nicht hoch genug zu bewerten, brachte ihm viel Respekt auch von den F1-Kollegen im Fahrerlager ein. Nur geholfen hat es nichts.

Denn das lange Warten auf die große Chance geht weiter. „Irgendwann kommt sie, davon bin ich überzeugt“, sagt Hülkenberg, der mit Beharrlichkeit, Fleiß und harter Arbeitet weiter an seinem Traum basteln will, eines Tages auch mal in der Königsklasse auf dem Treppchen zu stehen - am besten ganz oben. Gelungen ist ihm ein Podiumsbesuch bis dato noch nicht. Die Chancen, dass es ausgerechnet beim Jubiläum in Sotschi klappen könnte, stehen denkbar schlecht. Zuletzt in China und Bahrain reichte es im lahmen Force India nur zu Platz 15.  Immerhin: Im Vorjahr raste sein Team in Russland aufs Podest. Am Steuer: Teamkollege Sergio Perez. Schattenmann Hülkenberg war da natürlich mal wieder nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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