Sebastian Vettel im Red Bull

Formel 1

— 13.11.2009

Red Bull noch immer ohne Motor

Fahren die Roten Bullen 2010 weiter mit dem Renault-Aggregat oder kommt ein neues Triebwerk von Cosworth zum Einsatz? Diese Entscheidung hängt stark von Renaults Verbleib in der Formel 1 ab.

Sebastian Vettels Red Bull-Team steht auch zwei Wochen nach dem Saisonfinale noch immer ohne Motor für die kommende Saison da. "Eine Entscheidung ist leider noch nicht gefallen", bestätigt Red Bull-Sportchef Dr. Helmut Marko gegenüber autobildmotorsport.de. Auf einen möglichen Zeitpunkt für die Verkündung des Triebwerk-Partners für 2010 will sich der Österreicher nicht festlegen. "Das Thema ist nun schon seit Mai akut. Die Entscheidung hätte längst fallen müssen." Marko präzisiert: "Derzeit haben wir einen Plan A und einen Plan B. Doch unterschrieben ist nichts." Plan A beinhaltet nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT die Verlängerung des bestehenden Motor-Deals mit Renault. Doch nach dem Toyota-Rückzug überdenken auch die Franzosen ihr Engagement in der Königsklasse. Bis Ende des Jahres, sagte Konzernchef Carlos Ghosn zuletzt, wolle Renault die Öffentlichkeit über "die Teilnahme an der Formel 1" informieren. Möglich ist ein Total- oder Teilverkauf des Teams im Laufe des kommenden Jahres. Solange Renault sich also nicht zumindest als Motorhersteller an die Formel 1 bindet, muss Red Bull auf eine verbindliche Zusage warten. 

Cosworth-Motoren wären für Red Bull nur die Notlösung

Alternative: Sollte der Renault-Motor nicht zur Verfügung stehen, muss Red Bull wohl auf Cosworth-Aggregate umsteigen.

Plan B sieht einen Deal mit Wiedereinsteiger Cosworth vor. Doch die Frist in einem Vorvertrag ließ Red Bull zuletzt angeblich ohne Meldung verstreichen. Das Team hat Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit des neuen Aggregats. "Die Leistung ist eine Sache", betont ein konkurrierender Fahrer, der nicht genannt werden will, "doch Standfestigkeit und Spritverbrauch spielen 2010 mit dem Tankverbot eine noch größere Rolle. Darin kann Cosworth als Neuling gar nicht so gut sein wie die etablierten Motorhersteller." Der Fahrer kommt zu dem Schluss: "Egal, welchen Motor Red Bull nimmt. Dadurch, dass sie mit der Anpassung des Autos an den Motor so lange warten müssen, verlieren sie jetzt schon den Anschluss an die Top-Teams." Denn auch der Wunsch-Vertrag mit Mercedes ist anscheinend endgültig an einem Veto von Exklusivpartner McLaren gescheitert. Zwar wollte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug noch am Sonntag Vormittag ( 15. November 2009) in Abu Dhabi eine spätere Einigung nicht ausschließen. Doch schon am Abend nach dem Rennen sagte Helmut Marko zu Journalisten: "Mercedes ist kein Thema mehr." Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT begründete der Red Bull-Sportchef den Sinneswandel nun so: "Die Zeiten ändern sich eben sehr schnell in der Formel 1."

Renaults Formel-1-Zukunft ist völlig ungewiss

Auf Cockpitsuche: Ex-Toyota-Pilot Timo Glock hofft auf einen Vertrag bei Renault. F1-Neuling Manor GP wäre Glocks zweite Wahl.

Renaults Zögern treibt möglicherweise auch den deutschen Ex-Toyota-Pilot Timo Glock in die Arme eines anderen Teams. In Abu Dhabi stand ein Vertrag zwischen dem Hessen und dem französischen Autohersteller kurz vor dem Abschluss. Glock rechnete schon in der folgenden Woche mit einer Verkündung. Doch die lässt noch immer auf sich warten. Deshalb hat Glocks Manager Hansbernd Kamps die Verhandlungen mit Neuling Manor GP intensiviert. Denn Option Nummer drei, das Sauber-Nachfolgeteam Quadbak, will sich erst dann für oder gegen Glock entscheiden, wenn Nick Heidfelds Zukunft feststeht. Der Mönchengladbacher hofft auf das McLaren-Mercedes-Cockpit neben Lewis Hamilton. Weil Kimi Räikkönen sich ums Geld und Vertragsdetails streitet, steht der Deutsche derzeit hoch im Kurs bei McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Kurios aber: Weil selbst Robert Kubica trotz Vertrag an Renaults F1-Zukunft zweifelt, soll auch sein Manager Daniele Morelli Kontakt zum Silberteam aufgenommen haben. Renaults Warten bringt die gesamte Formel 1 in Unruhe.

Autor: Bianca Garloff

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