Michael Schumacher mit Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo

Formel 1

— 18.11.2009

Schumi bleibt Formel-1-Rentner

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo kämpft immer noch für ein Comeback von Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister fühlt sich jedoch als Formel-1-Rentner äußerst wohl und schließt eine Rückkehr aus.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo kann's nicht lassen! Am Rande des Ferrari-Weltfinales im spanischen Valencia forderte der Italiener gegenüber autobildmotorsport.de erneut einen dritten Formel-1-Ferrari für Superstar Michael Schumacher. "Ich war sehr traurig, als Michael mich darüber informiert hat, dass er nicht für Felipe einspringen kann", sagt der 62-Jährige. "Als wir sein Comeback verkündeten, stieg der Ticketverkauf in Valencia (für das Rennen der Formel 1; d.Red.) dramatisch an. Deshalb setzen wir uns weiterhin für drei Autos pro Team ein. Und dann wollen wir den dritten Ferrari natürlich mit Michael besetzen."

Schumacher möchte nicht für eine gesamte Saison ins F1-Cockpit zurück

Zukunftsvisionen: Ferrari-Präsident Di Montezemolo könnte sich vorstellen, dass es bald F1-Juniorteams gibt.

Doch wie AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr, kann sich Michael Schumacher selbst ein Comeback für eine ganze Saison nicht vorstellen. "Ich hätte gerne den Hilfsdienst (Ersatz für den verletzten Felipe Massa; d. Red.) angetreten und bedaure, dass es nicht ging. Aber dennoch vermisse ich nichts", betonte der siebenmalige Weltmeister zuletzt bei einem Sponsorentermin in Rom gegenüber BILD DER FRAU. Und weiter: "Für die restlichen Rennen dieser Saison hätte ich es (ein Comeback; d. Red.) mir durchaus vorstellen können. Aber ich kann es mir jetzt nicht für einen Neuanfang vorstellen." Das begründet er so: "Ich springe ins Go-Kart oder aufs Motorrad, gerne mit Kumpels, mit denen ich abends dann noch ein schönes Bierchen trinke. Das ist ungezwungen, frei. Das andere ist wieder extrem. Ich müsste mich voll damit befassen, mich dem Druck aussetzen. Ich wüsste nicht, warum ich das tun sollte. Was ich zu Hause finde, dass ich da meinen Frieden habe, eine schöne Atmosphäre, meine Familie, das ist mir wichtiger." 

Der Rekordweltmeister entwickelt nur noch Serien-Fahrzeuge

Selbst in seinem neuen Ferrari-Vertrag sind keine Formel-1-Aktivitäten mehr vorgesehen. An GP-Wochenenden herrscht für den Rekordweltmeister keine Anwesenheitspflicht. Vielmehr kümmert sich Schumacher ab sofort nur noch um die Entwicklung von Serien-Ferrari. Auch einen zuletzt von englischen Medien ins Gespräch gebrachten Wechsel zu Mercedes - zunächst als Fahrer, später als Markenbotschafter - können sich Vertraute nicht vorstellen: "Ich glaube nicht, dass er das machen würde", sagt ein enger Freund und Ferrari-Insider zu AUTO BILD MOTORSPORT. "Sich noch einmal für eine ganze Saison motivieren, das will er nicht." Auch Schumacher-Manager Willi Weber weist einen Wechsel zu Mercedes ins Reich der Fabel. "Michael hat doch einen Ferrari-Vertrag!"

Gibt es bald F1-Juniorteams?

Doch dort hat wohl auch Luca di Montezemolo längst erkannt, dass Schumacher kein Renn-Comeback anstrebt. Vom dritten Auto schwenkte er deshalb um zu einer neuen Idee: "Nächstes Jahr haben wir vier neue Teams, wir wissen aber nicht, ob die überhaupt konkurrenzfähig sein können. Es wäre besser, unsere Autos an ein anderes Team zu verkaufen und so Juniormannschaften zu gründen. Denn das Wichtigste für die Formel 1 sind gute Fahrer und gute Teams." Gleichzeitig fordert der Ferrari-Präsident weniger Kosten in der Königsklasse. "Wir wollen eine Formel 1 mit stabileren Regeln und haben jetzt die Chance sie nach einem wirklich schlimmen Jahr zu verändern, sie ökologischer und kostengünstiger zu machen. Trotzdem sollten wir zu Testfahrten zurückkehren, denn wir sind der einzige Sport, in dem nicht trainiert wird."

Autor: Bianca Garloff

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