Sebastian Vettel gewinnt den Großen Preis von Malaysia 2010

Formel 1

— 06.04.2010

Vettel musste um Sieg bangen

Der Erleichterung nach dem Sieg beim Goßen Preis von Malaysia folgte für Sebastian Vettel der Schock. Wegen Überholens unter gelber Flagge drohte eine Strafe.

Endlich konnte Sebastian Vettel (22) auch nach dem Rennen mal so richtig strahlen. Nach zwei technischen Defekten in den ersten beiden Grands Prix hat der Red-Bull-Pilot seinen Sieg beim Großen Preis von Malaysia umso mehr genossen. Beim offiziellen Mannschafts-Siegerfoto in der Boxengasse spritzte der Heppenheimer ausgelassen mit Champagner. Danach posierte er in der Garage mit seiner Boxencrew für ein Erinnerungsfoto. In der Sieger-Pressekonferenz lallte er: "Ich muss mich entschuldigen: Ich glaube, ich bin vom Champagner etwas beschwipst! Den bin ich gar nicht mehr gewohnt." Und vor der Pokalvergabe witzelte er auf Nico Rosbergs Hinweis, er habe Magen-Darm-Probleme: "Oh, dann gebe ich Dir lieber nicht die Hand!

Vettel musste zum Rapport zu den Rennkommissaren

Mit einem Raketenstart von Rang drei an die Spitze legte Vettel (ganz links) den Grundstein für seinen Sieg in Malaysia.

Dabei war Vettels Sieg zu dem Zeitpunkt noch in Gefahr. Denn: Kurz vor Rennende hatte der 22-Jährige Lotus-Pilot Jarno Trulli überrundet – trotz gelber Flaggen . Das ist verboten. Folge: Vettel musste zu den Rennkommissaren zum Rapport. Teammanager Jonathan Wheatley erklärte gegenüber ABMS: "Jarno Trulli war zu dem Zeitpunkt pro Runde etwa zehn Sekunden langsamer als Sebastian. Als Sebastian dann auf ihn aufgelaufen ist, ist er extra noch langsamer gefahren und hat ihn sogar vorbei gewunken. Allerdings wurden da gerade die gelben Flaggen wegen Alonsos Motorschaden geschwenkt." Doch eineinhalb Stunden nach Rennende gab Wheatley Entwarnung: "Die Rennstewards haben Sebastians Schilderung geglaubt und ihn nicht bestraft."

Nach dem Rennen zum Fotoshooting

Noch eine Stunde später, um 20 Uhr, hatte Vettel seinen letzten offiziellen Termin. In seinem Fahrerraum wartete AUTO BILD MOTORSPORT auf ihn, um den sechsmaligen GP-Sieger mit Champagnerflasche und Pokal zu fotografieren. "Posierst Du etwa für ein Erinnerungsfoto", scherzte Vettel, als er die ABMS-Reporterin fürs Probeshooting mit seinem Pokal erwischte. Dann gestand ein sichtlich erschöpfter Red-Bull-Fahrer: "Es ist schon eine große Erleichterung. In den ersten beiden Rennen sind wir nicht da gelandet, wo wir wollten. Aber dies ist ein großartiges Ergebnis!"

Hackordnung zurechtgerückt

Auch Teamchef Christian Horner schwärmte von seinem Starpiloten: "Trotz des Pechs in den ersten beiden Rennen war Sebastian cooler als viele andere. Er weiß, dass er ein schnelles Auto hat, daher wächst seine Motivation in den Himmel. Ja, er hätte die ersten zwei Rennen gewinnen können und er gewann sie nicht. Jetzt ist der erste Sieg abgehakt und wir sind mit beiden Fahrern in der Tabelle halbwegs dabei. Das ist großartig für die Weltmeisterschaft." Auch Teamkollege Mark Webber wurde erneut in die Schranken gewiesen. In der verregneten Qualifikation war der Australier dank eines Pokers mit Intermediate-Reifen vor Nico Rosberg und Vettel noch Schnellster. Doch gleich am Start rückte Vettel die Hackordnung gnadenlos zurecht. Vettel: "Ich hatte einen guten Start, kam auf Anhieb gut weg. Das war der Schlüssel, um an Nico Rosberg vorbei zu kommen, dann mit viel Schwung in die erste Kurve zu gehen und Mark Webber auszubremsen."

Vettels WM-Strategie: Regelmäßig punkten

Seinen Teamkollegen Mark Webber hatte Vettel jederzeit im Griff. Am Ende fuhren die beiden Red-Bull-Piloten zu einem Doppelsieg.

In der WM-Tabelle liegt Vettel jetzt mit zwei Punkten Rückstrand auf Felipe Massa auf Rang drei. "Vor diesem Rennen lag ich noch 27 Punkte zurück", grinste Vettel. "Das zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Aber: Es ist eine sehr lange Saison. Wir haben immer noch 16 Rennen vor uns." Vettels WM-Strategie sieht deshalb so aus: "Vielleicht sind wir derzeit im Vorteil. Es kann aber auch sein, dass es Zeiten gibt, in denen wir wieder Probleme haben und nicht gewinnen können. Vielleicht können wir dann nur Vierter oder Fünfter werden. Aber wir müssen sicherstellen, dass wir dann eben diese Plätze auch holen und nicht das Auto an die Mauer setzen oder durch technische Probleme verlieren. So könntees mit dem Titel funktionieren." Sein Ziel für den GP China in zwei Wochen: "Zunächst am Samstag wieder den bestmöglichen Job abzuliefern, nämlich die Pole zu holen." Der Mann ist noch nicht fertig.

Autor: Bianca Garloff

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