Diese fünf Herren könnten nächste Saison sogar noch Gesellschaft bekommen

Formel 1 2009

— 27.10.2009

2010: So viele Deutsche wie noch nie?

Gleich sechs Deutsche haben vorzügliche Chancen, nächstes Jahr in der Formel 1 an den Start zu gehen - Norbert Haug: "Alle haben ein gutes Standing"

Einen offiziell bestätigten Vertrag hat bisher zwar nur Sebastian Vettel (Red Bull) in der Tasche, doch auch um die Zukunft der übrigen Formel-1-Piloten aus der Bundesrepublik muss man sich keine großen Sorgen machen - ganz im Gegenteil: Dem Vernehmen nach könnte es 2010 sogar erstmals sechs festangestellte Deutsche in der Königsklasse des Motorsports geben!

Mercedes-Sportchef Norbert Haug findet, dass alle fünf aktuellen deutschen Fahrer "ein gutes Standing" in der Branche haben, wenn auch "nicht alle ein gleich gutes", aber er kann sich nicht vorstellen, dass die Anzahl der Deutschen wie von manchen befürchtet von fünf auf zwei schrumpfen wird: "Ich glaube nicht, dass das der Fall ist." Vielmehr geht er von bis zu sechs Landsleuten in Formel-1-Cockpits aus, weil auch "Nico Hülkenberg dabei ist".

Beide Nicos haben ihre Cockpits sicher

"Nico Rosberg ist mit Sicherheit dabei, Vettel ist dabei, Nico Hülkenberg ist dabei. Da haben wir schon mal auf jeden Fall drei Fahrer. Die Chance, dass es sechs werden, ist groß", zeigt sich Haug optimistisch. 'Motorsport-Total.com' weiß aus zuverlässigen Quellen: Rosberg wird entweder Brawn- oder McLaren-Mercedes fahren und Williams hat die Option auf den bisherigen Testfahrer Hülkenberg bereits eingelöst.

Adrian Sutil ist erklärter Wunschkandidat des neuen Force-India-Betriebsdirektors Otmar Szafnauer und wird das Team nur verlassen, wenn er woanders ein besseres Angebot erhält. Timo Glock hat sich zwar geistig schon von Toyota verabschiedet, steht aber unmittelbar vor einer Einigung mit Manor/Virgin. Renault und Qadbak gelten ebenfalls als Alternativen. Damit bleibt Nick Heidfeld beim aktuellen Stand der Dinge der einzige Wackelkandidat.

Nun bricht Haug eine Lanze für ihn: "Nick hatte seinen Teamkollegen meistens im Griff, auch wenn er vielleicht das Image letztlich nicht hat. Aber rein faktisch gesehen sieht er gegen all seine Teamkollegen stark aus - und er ist schon gegen Massa, Räikkönen und jetzt Kubica gefahren. Das sind große Namen. Auch seine Ankunftsrate ist beeindruckend. Insofern glaube ich schon, dass da eine gute Chance besteht, sich in der Formel 1 zu halten."

Von der 'Abendzeitung' wurde "Quick Nick" zuletzt sogar mit einem Wechsel zu McLaren-Mercedes in Verbindung gebracht, doch als Teamkollege von Lewis Hamilton ist Kimi Räikkönen der wesentlich wahrscheinlichere Kandidat. Heidfeld soll dafür beim Qadbak-Team, das bekanntlich noch keinen fixen Startplatz vorweisen kann, auf Pole-Position stehen. Auch in Zusammenhang mit Renault, Toyota, Lotus und US F1 ist sein Name schon gefallen.

Die anderen Deutschen schätzt Haug ebenfalls hoch ein: "Ich denke, dass Sutil bei Force India beste Chancen hat. Das hat er sich auch verdient, denn er hat ein paar starke Rennen gezeigt - Monza war sicher eines, das man sich ansehen konnte. Über Glock muss man meiner Ansicht nach überhaupt nicht reden. Wer in Singapur Zweiter werden kann, muss stark sein. Er hat kritisch beäugt vielleicht eine Qualifikationsschwäche, aber ansonsten ist er ein Megatyp, sehr bodenständig, toll."

Endlich ein Deutscher im Silberpfeil?

Stellt sich die Frage: Wann klappt es endlich mit einem Deutschen im Silberpfeil? "Wenn wir die Möglichkeit haben, einen guten und fähigen deutschen Fahrer zu verpflichten, dann machen wir das. Ich bin der Letzte, der einem deutschen Fahrer nicht positiv gegenübersteht, aber in der Vergangenheit hat es aus bekannten Gründen nicht geklappt", entgegnet Haug zu diesem Thema. "Vielleicht entwickelt sich noch etwas zum Thema deutscher Fahrer."

Es gilt in Branchenkreisen als sicher, dass Rosberg 2010 für Mercedes fahren wird, allerdings wohl eher beim Kundenteam Brawn. Dort will die Stuttgarter Marke mit dem Stern laut Berichten von 'auto motor und sport', 'Auto Bild motorsport' und 'Motorsport aktuell' ein neues Werksteam aufbauen. Über die Trennungsmodalitäten von McLaren soll bereits am kommenden Wochenende gesprochen werden. Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche wird auch aus diesem Grund in Abu Dhabi erwartet.

Selbst wenn die Brawn-Story stimmen sollte, dürfte Mercedes noch bis zum Ablauf des Vertrags im Jahr 2011 McLaren-Partner bleiben. Mit einer offiziellen Bekanntgabe der McLaren-Mercedes-Fahrer für kommende Saison sei auch nicht mehr vor Abu Dhabi zu rechnen: "Ich glaube, dass vor dem letzten Grand Prix nichts mehr gesagt wird. Wir haben mit den Kandidaten, mit denen wir sprechen, Stillschweigen vereinbart. Es wird nach Saisonende sein, bis die Verpflichtung erfolgt", so Haug.

Trotz der Verhandlungen mit Räikkönen sei die Entscheidung gegen Heikki Kovalainen noch nicht endgültig gefallen: "Bei uns steht Heikki nach wie vor auf der Liste", erklärt der Sportchef. "Wer im Bereich von Lewis fahren kann - auch wenn es nicht immer konstant der Fall war -, der muss schon beachtet werden. Deswegen sind wir noch nicht bei der letzten Entscheidung angekommen. Es mag unter Umständen einen Wechsel geben, es mag aber auch so bleiben, wie es ist."

So oder so wird Deutschland mit bis zu sechs Fahrern 2010 stärker vertreten sein als je zuvor. Zwar traten beim Grand Prix am Nürburgring 1953 nicht weniger als 13 Deutsche im Rennen an und im Jahr davor elf, doch dabei handelte es sich um überwiegend privat eingesetzte Autos. In Suzuka 2006 fuhren beachtliche sieben Deutsche, jedoch waren drei davon (Vettel, Sutil und Michael Ammermüller) lediglich Freitagspiloten. Sechs deutsche Stammfahrer hat es noch nie gegeben.

Fotoquelle: xpb.cc

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