Bernie Ecclestone hat den Teams im Concorde Agreement Geld versprochen

Formel 1 2009

— 28.10.2009

Wie die Krise der Formel 1 hilft

Formel-1-Mehrheitseigner CVC profitiert von der Wirtschaftskrise: Niedrige Zinsen sorgen für schnelleren Schuldenabbau

Eine höhere Ausschüttung von Preisgeldern an die Teams hat die Gewinne der Formel-1-Mehrheitseigner CVC deutlich schrumpfen lassen. Im Vergleich zum Jahr 2007 schüttete das Unternehmen deutlich mehr an die Rennställe aus. Waren es vor zwei Jahren noch rund 230 Millionen Euro, flossen in der vergangenen Saison satte 350 Millionen Euro an die Formel-1-Teams. Doch dennoch kann man mit der höheren Ausschüttung offenbar gut leben - der Krise sei Dank!

Zwar blieb bei der Holding Delta 3 am Ende des Jahres 2008 "nur" noch ein Gewinn von rund 60 Millionen Euro hängen, aber die weltweite Bankenkrise hatte positive Nebenwirkungen. Mit einem Kredit in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro hatte sich CVC die Übernahme der Formel-1-Rechte im Jahr 2006 von der Royal Bank of Scotland und der Bank Lehman Brothers finanzieren lassen. Der Clou: Der Zinssatz ist variabel und ist an den Interbankensatz gekoppelt.

Der Interbankensatz regelt das Zinsgefüge, wenn sich Banken untereinander Kredite geben. Die Bankenkrise hatte dafür gesorgt, dass unter den Kreditinstituten ein erhöhtes Maß an Argwohn aufkeimte. In Bankenkreisen traute niemand mehr dem anderen. Konsequenz: Man lieh sich untereinander kaum noch Geld. Um das Geschäft von Bank zu Bank wieder anzukurbeln, wurde der Interbankensatz herabgesetzt. Gleichzeitig sank auch der Zinssatz für die CVC-Kredite.

Wie sehr sich dieses Absenken des Zinsniveaus auswirkt, lässt sich anhand der Bilanz von Delta 3 deutlich ablesen. Die Tilgungsrate stieg angesichts der Zinssenkungen erheblich. Bei gleichem finanziellen Aufwand wie 2007 konnte Delta 3 im vergangenen Jahr rund 338 Millionen Euro Schulden abbauen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte man sich nur um 135 Millionen Euro entlasten können.

"Der Kredit muss bis zum Jahr 2014 vollständig abgetragen sein", sagt CVC-Manager Nick Clarry. "Wir sind auf einem guten Weg. Wir gehen davon aus, dass wir innerhalb der kommenden fünf Jahre rund 675 Millionen Euro tilgen können. Erst 2013 müssen wir uns um eine Anschlussfinanzierung Gedanken machen. Wir sind sicher, dass die Bedingungen sich bis zu diesem Zeitpunkt noch verbessern." CVC plant dennoch schon bald eine weitere Kreditaufnahme, um die im Concorde Agreement verankerten Zahlungen an die Teams leisten zu können.

Fotoquelle: xpb.cc

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