Lewis Hamilton sicherte sich in Abu Dhabi die allererste Trainingsbestzeit

Formel 1 2009

— 30.10.2009

Abu Dhabi: Feuertaufe bestanden

Der Yas-Marina-Circuit präsentierte sich im ersten Training von seiner besten Seite - Lewis Hamilton mit Bestzeit vor Weltmeister Jenson Button

Es ist also tatsächlich wahr geworden, das Formel-1-Märchen aus 1.000 und einer Nacht: Auf dem brandneuen Yas-Marina-Circuit in Abu Dhabi fand heute das erste Freie Training zum Grand Prix am Sonntag statt - und die Strecke hat die Generalprobe mit Bravour bestanden. Was die Veranstalter im Mittleren Osten hingestellt haben, sprengt wie erwartet alle bisherigen Maßstäbe.

Die Boxenausfahrt durch den Tunnel, die Durchfahrt unter dem Hotel, die zwei langen Geraden, die animierte Werbebrücke bei Start und Ziel, generell der hohe Standard der Bauwerke - so etwas hat die Formel 1 noch nicht erlebt! Und auch die Strecke sorgte zunächst für zahlreiche Ausrutscher und kleinere Fahrfehler: "Vor allem neben der Linie ist es sehr staubig, sehr rutschig. Zumindest jetzt hat es noch sehr wenig Grip", klagte Sebastian Vettel nach seinem ersten Inforun.

Vettel: Zu wenig Topspeed

Der Red-Bull-Renault-Pilot absolvierte insgesamt 28 Runden, fuhr Bestzeit im ersten und dritten Sektor, verlor aber auf den Geraden viel zu viel Zeit und landete daher mit 0,214 Sekunden Rückstand nur auf Platz drei. Die Schwankungen zwischen den einzelnen Sektoren deuten darauf hin, dass die Teams trotz der vielen im Vorfeld durchgeführten Simulationen beim Setup noch zum Teil unterschiedliche Wege eingeschlagen haben.

Schnellster war in den ersten 90 Minuten Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/18 Runden) in 1:43.939 Minuten. Der entthronte Weltmeister konnte es sich im Finish sogar leisten, gar nicht mehr auf die Strecke zu gehen. 0,096 Sekunden hinter ihm reihte sich sein Nachfolger als Champion, Jenson Button (Brawn-Mercedes/20 Runden), als Zweiter ein. Button war übrigens kurz nach Halbzeit ausgerechnet unter der Hoteldurchfahrt der Erste, der sich einen echten Dreher leistete.

Dass die Strecke nicht so einfach ist, wie sie aussieht, bewies sie durch zahlreiche kleinere Fahrfehler. Diese gingen jedoch alle glimpflich aus. Neuralgische Stelle scheint die letzte Rechtskurve vor dem Hotel zu sein, in die die Fahrer regelrecht hineinbremsen müssen. Gleich mehrere Kandidaten machten dort Bekanntschaft mit der asphaltierten Auslaufzone. Kritische Zwischenfälle gab es zum Auftakt bei brütend heißen 35 Grad nicht - auch nicht im engen Boxentunnel.

Drei Deutsche in den Top 10

Hinter dem viertplatzierten Rubens Barrichello (Brawn-Mercedes/+ 0,268/23 Runden) reihten sich drei deutschsprachige Piloten ein: Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 0,728/23 Runden), Sébastien Buemi (Toro-Rosso-Ferrari/+ 0,748/32 Runden) und Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/+ 0,749/14 Runden). Letzterer musste wegen einer defekten Bremse länger als eine Stunde zuschauen, schob sich dann aber sofort ins Spitzenfeld nach vorne.

Für eine Bewertung des Kräfteverhältnisses ist es wohl noch zu früh, allerdings scheint es so zu sein, dass jene Teams, die einen guten Topspeed haben, vorne dabei sind. So war Sutil mit 313 km/h der mit Abstand schnellste Mann auf den langen Geraden - was wegen der Überholsituation vor allem im Rennen von Vorteil sein könnte. Dieser Trend spricht übrigens gegen Nico Rosberg (13./+ 1,710/27 Runden), dessen Williams-Toyota bekanntlich kein Topspeedwunder ist.

Heute Abend - gestartet wird die zweite Session um 17:00 Uhr Ortszeit - könnte sich ein völlig anderes Bild ergeben, denn das Training wird unter Tageslicht beginnen und bei Nacht enden. Das bedeutet, dass mit einem relativ starken Temperaturabfall zu rechnen ist. Darauf, wie die Reifen auf diese Situation reagieren werden, sind die Ingenieure und Fahrer schon sehr gespannt. Der Rest der Welt freut sich darauf, Abu Dhabi auch unter Flutlicht bewundern zu dürfen...

Fotoquelle: xpb.cc

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