Hermann Tilke ist der geistige Vater der neuen Rennstrecke in Abu Dhabi

Formel 1 2009

— 30.10.2009

Geld kein Problem? Tilke: "Stimmt nicht!"

Yas-Marina-Architekt Hermann Tilke räumt mit dem Vorurteil auf, dass Geld in Abu Dhabi keine Rolle spielt, und spricht über seine neueste Rennstrecke

Er ist und bleibt der "Herr der Ringe": Hermann Tilke, ein deutscher Architekt aus Aachen, hat sich mit dem brandneuen Yas-Marina-Circuit in Abu Dhabi erneut ein Denkmal gesetzt. Für eine geschätzte Milliarde Euro hat Tilke in der Wüste die modernste Rennstrecke der Welt gebaut. Nach der bestandenen Feuertaufe im ersten Freien Training fasste er seine Eindrücke zusammen.

Frage: "Herr Tilke, jeder, mit dem man spricht, ist beeindruckt von dieser Strecke. Die Fahrer geraten regelrecht ins Schwärmen. Wie sehr freuen Sie sich darüber, dass es hier allen so gut gefällt?"
Hermann Tilke: "Das freut einen natürlich besonders, gerade wenn die Fahrer das sagen - und das sind die besten der Welt! Die Strecke ist schwierig zu fahren. Man hat im ersten Training gesehen, dass die hängenden Kurven schon wirken, dass die Autos etwas querkommen und sliden. Das ist das, was wir eigentlich wollten. Schön, dass es den Fahrern gefällt."

Einzigartig: Strecke unter einem Hotel

Frage: "Die Strecke geht unter einem Hotel durch. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, so etwas zu bauen?"
Tilke: "Zuerst war die Idee, diese Marina hier zu bauen, diesen Hafen. Aus der Form der Marina hat sich ergeben, dass man ein Hotel auf diese Halbinsel baut. Dann kam der zweite Schritt, das Hotel quasi auf zwei Schiffen zu bauen, eins in das Wasser zu stellen und das andere auf Land - und dazwischen durchzufahren. So kam die Idee."

Frage: "Eine weitere Besonderheit ist die Boxenausfahrt, die unterirdisch auf die Strecke zurückführt. Wie ist die Idee entstanden?"
Tilke: "Es gab ein Problem, sich nach der Boxenausfahrt wieder richtig einzufädeln, weil wir nach dem Start eine Linkskurve haben. Dann kamen wir auf die Idee, man müsste die Strecke kreuzen, um Platz zum Einfädeln zu haben, also nicht auf die Ideallinie zu kommen. Dann lag nichts näher als der Tunnel."

Frage: "Einige Fahrer sagen, dass es da eng werden könnte. Wenn einer in die Wand fährt, ist für zwei kein Platz - die Ausfahrt wäre blockiert. Gibt es da eine Lösung?"
Tilke: "Das sind die besten Fahrer der Welt - müssen sie halt vorsichtig sein, dass das nicht passiert. Aber an sich ist es breit genug, dass zwei Autos nebeneinander da durchpassen. Nur: Bei einem großen Crash ist es erst einmal blockiert, das ist richtig."

Geld nicht unbegrenzt vorhanden

Frage: "Wie schwierig war es denn, hier eine Strecke zu bauen? Man hört ja, Abu Dhabi ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Geld war überhaupt kein Problem..."
Tilke: "Das stimmt nicht. Geld war genauso ein Problem wie überall sonst auch. Wir haben mit einem Masterplan begonnen, haben denen gezeigt, wie es aussehen könnte. Dann haben sie gesagt: 'Genau so wollen wir es haben!' Das war der erste Schritt. Aber dann kam natürlich, dass wir dafür möglichst wenig Geld ausgeben sollen. Das ist überall so, dass es Budgets gibt - auch hier. Daran mussten wir uns halten."

Frage: "Man hört, die Strecke soll etwa eine Milliarde Euro gekostet haben. Ist da was dran?"
Tilke: "Das kann ich nicht sagen. Es gibt da keine offiziellen Zahlen, die ich nennen könnte."

Frage: "Wie war die Zusammenarbeit mit den Arabern? Die gelten ja als nicht ganz so einfach..."
Tilke: "Jede Mentalität ist anders. Wir haben mit Chinesen zusammengearbeitet, mit Malaien, mit allen möglichen Europäern - und dann hier. Wir kannten das schon von Bahrain, daher ist uns hier nicht aufgefallen, dass es besonders schwierig gewesen sein soll. Das war es auch nicht. Es war sehr angenehm."

Fotoquelle: xpb.cc

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