Bestzeithalter Heikki Kovalainen gab ein kräftiges Lebenszeichen von sich

Formel 1 2009

— 30.10.2009

Tagesbestzeit in Abu Dhabi für die Silberpfeile

Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton sicherten sich die Freitagsbestzeit auf der neuen Strecke - Weltmeister Jenson Button unter Flutlicht auf Platz drei

Unter dem Flutlicht des brandneuen Yas-Marina-Circuits glitzerten heute Abend in Abu Dhabi nicht nur das prachtvolle Hotel und der solarenergiebetriebene Sonnenturm, in dem die Scheichs untergebracht waren, sondern vor allem die zwei Silberpfeile: Der Finne Heikki Kovalainen bewahrte in der Wüstenhitze von bis zu 31 Grad kühlen Kopf und sicherte sich die historische erste Tagesbestzeit auf dem 5,55 Kilometer langen Kurs.

Der Star war diesmal aber die Strecke: "Sie macht echt Spaß, ist überhaupt nicht einfach. Mit der ganzen Anlage haben sie einen Superjob gemacht", lobte Nico Rosberg (9./Williams-Toyota/+ 0,624/39 Runden). Auch hinsichtlich der Flutlichtanlage ortete der nach der Session abgekämpft aussehende Deutsche keine Probleme: "Die Verhältnisse sind sehr gut, ähnlich wie in Singapur. Man sieht sehr gut. Das ist kein Thema."

Die Formel 1 erlebte heute bekanntlich eine Premiere: Los ging es um 17:00 Uhr Ortszeit unter Tageslicht, um 17:43 Uhr begann der Sonnenuntergang, am Ende der Session war es stockdunkel. Trotzdem sank die Temperatur während der 90 Minuten nur um ein Grad, selbst der Asphalt kühlte nur um sechs Grad ab. Das ist eine Schwankung, die für die Reifeningenieure im durchaus kalkulierbaren Bereich liegt.

Vorteil KERS im zweiten Sektor

Kovalainen drehte insgesamt 35 Runden, die schnellste davon in 1:41.307 Minuten. Damit war er um 197 Tausendstelsekunden schneller als sein McLaren-Mercedes-Kollege Lewis Hamilton (34 Runden), der den zweiten Platz belegte. Auffällig: Die Silberpfeile waren im zweiten Sektor mit den langen Geraden die einzigen Autos, die die 43-Sekunden-Barriere knackten - KERS lässt grüßen! Beeindruckend auch die Steigerung gegenüber Hamiltons Mittagsbestzeit von 1:43.939 Minuten.

"Für uns scheint dieser Kurs wie maßgeschneidert - Lewis fuhr auf beiden Reifenmischungen mit viel Gewicht rundenlang Rennsimulationen mit erstklassigen Rundenzeiten", strahlte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Wenn wir unsere heutige Form morgen bestätigen können, sind wir am Sonntag bei der Abu-Dhabi-Premiere ein Sieganwärter." Da macht es auch nichts, dass Hamilton wegen eines technischen Problems kurzzeitig im wahrsten Sinne der Hintern heiß wurde...

Insgesamt 13 Autos landeten innerhalb der Führungssekunde, obwohl die Strecke für alle neu ist und viele noch Erfahrungswerte und Daten sammeln mussten. Das könnte der Grund dafür gewesen sein, weshalb die Red-Bull-Renaults im Mittelsektor drei Zehntelsekunden einbüßten - so musste sich Sebastian Vettel (+ 0,284/37 Runden) trotz überlegener Bestzeit im ersten Abschnitt als bester Deutscher mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Glock-Ersatzmann überrascht erneut

Noch vor Vettel landete Weltmeister Jenson Button (Brawn-Mercedes/+ 0,234/39 Runden), unmittelbar hinter ihm Überraschungsmann Kamui Kobayashi (Toyota/+ 0,329/34 Runden) mit Topzeit im letzten Sektor, der als Indikator für die Benzinmenge gilt. Sechster wurde der starke Schweizer Sébastien Buemi (Toro-Rosso-Ferrari/+ 0,376/37 Runden), der in beiden Sessions konstant schnell unterwegs war und vorne mitmischen konnte.

Im Duell um den Vize-WM-Titel steht es 1:0 für Vettel, denn Rubens Barrichello (Brawn-Mercedes/+ 0,524/38 Runden) landete zum Auftakt lediglich auf Position acht - knapp vor Rosberg, dem zweitbesten Deutschen im Feld. Der zeigte sich nicht unzufrieden ("Schwer zu sagen, was heute Sache war - ich bin meine Zeit mit sehr viel Sprit und gebrauchten Reifen gefahren"), klagte aber über die Hitze: "Im Auto war es schon warm, besonders zu Beginn der Session."

Adrian Sutil (11./Force-India-Mercedes/+ 0,873/28 Runden) konnte an die starke Performance des ersten Trainings nicht ganz anknüpfen, sicherte sich aber mit 318 km/h den besten Topspeed und steigerte sich damit im Verlauf des Tages um zehn km/h. Allerdings hatte der 'Motorsport-Total.com'-Kolumnist zu Beginn erneut mit Bremsproblemen zu kämpfen. Dadurch wurde er zum ersten Fahrer, der die Auslaufzone unter der Tribüne erkunden durfte.

Kalkulierter Motorschaden bei Kubica

Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 0,971/36 Runden) wurde 13., sah damit aber immer noch besser aus als sein Stallgefährte Robert Kubica (20./+ 2,401/13 Runden), denn der musste schon nach knapp 40 Minuten mit Motorschaden aufgeben. Hintergrund: Wegen der Motorenknappheit bei BMW wurde ein gebrauchtes Aggregat eingebaut, das nach deutlich mehr als 2.000 Kilometern Laufzeit das Ende seiner Lebensdauer erreicht hatte.

Ansonsten verlief der erste Trainingstag auf der eigens aufgeschütteten Yas-Insel recht ruhig - sieht man einmal von diversen Verbremsern und Ausritten, die wegen der zumeist asphaltierten Auslaufzonen glimpflich ausgingen, ab. Vermutlich hätten sich die Scheichs jedoch ein besseres Abschneiden des von ihnen bevorzugten Ferrari-Teams gewünscht, das mit Kimi Räikkönen (+ 0,680/39 Runden) als Speerspitze auf Platz zehn keine Bäume ausriss.

Die Strecke bekam von den Fahrern auf einer Skala von eins bis zehn bescheidene Noten zwischen sechs (Sutil) und siebeneinhalb (Rosberg) Punkten, doch optisch war die Premiere in Abu Dhabi ein voller Erfolg: "Eine phänomenale Anlage, besonders bei Nacht sind die Bilder einmalig", schwärmt Mercedes-Sportchef Haug. "Großes Kompliment an die Gastgeber von Abu Dhabi! Sie haben eine neue Messlatte für Formel-1-Rennstrecken gelegt."

Fotoquelle: xpb.cc

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