Mario Theissen ist nach wie vor ein Befürworter des Hybridsystems KERS

Formel 1 2009

— 03.11.2009

Theissen: KERS hätte Pflicht sein müssen

Mario Theissen ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Hybridtechnologie KERS nicht von Anfang an ein Himmelfahrtskommando war

Das Energierückgewinnungssystem KERS war vor Beginn der Saison 2009 wahrscheinlich das am meisten diskutierte Thema, doch letztendlich entwickelte sich die Hybridtechnologie - zumindest nach aktuellem Stand - zu einem eher traurigen Kapitel der Formel-1-Geschichte. Denn nächstes Jahr wird niemand mehr KERS verwenden.

Nur das BMW Sauber F1 Team, Ferrari, McLaren-Mercedes und Renault fuhren im Verlauf dieser Saison mit KERS, am Saisonende hatten aber nur noch Ferrari und die Silberpfeile das System im Einsatz. Damit wurde auch die Behauptung von BMW Motorsport Direktor Mario Theissen ad absurdum geführt, der vor Saisonbeginn angekündigt hatte: "Wer dieses Jahr Weltmeister werden will, muss KERS haben."

Theissen glaubt nach wie vor, dass sich die Idee durchsetzen hätte können: "Was KERS angeht, bedaure ich vor allen Dingen, dass das nicht Vorschrift geworden ist. Wenn Sie einer neuen Technologie zum Durchbruch verhelfen wollen, dann ist das nie ein Selbstläufer. Das können Sie nur, wenn Sie sich voll dahinter klemmen. Dazu gehört, dass es Pflicht ist im Sport, sonst funktioniert das nicht", erklärt der Deutsche.

BMW entschied sich zu Saisonmitte dagegen, KERS weiterhin einzusetzen. Nach den durchwachsenen ersten Rennen kamen die Ingenieure in Hinwil zu dem Schluss, dass es besser wäre, Gewicht und Volumen aus dem F1.09 zu nehmen und stattdessen den Entwicklungsschwerpunkt auf die Aerodynamik zu legen. Tatsächlich gelangen dem Team anschließend zumindest geringfügige Fortschritte.

"Wir haben uns voll draufgestürzt und haben dann erkannt, dass die Nachteile in Summe, vor allem aber im Bereich der Aerodynamik, die Vorteile auf den meisten Strecken überwiegen", argumentiert Theissen. "Dann kommen Sie irgendwann zu einer Richtungsentscheidung - und es ist natürlich immer schlechter, wenn Sie während der Saison umsteuern, als wenn Sie es vorher machen. Insofern hat uns das sicher nicht geholfen."

"Aber ich bin davon überzeugt: Es hätte der Formel 1 ordentlich Rückenwind gegeben, wenn KERS in diesem Jahr in jedem Auto gewesen wäre", bleibt der 57-Jährige bei seinem Standpunkt. Dennoch wird KERS 2010 nicht mehr in der Königsklasse vertreten sein, obwohl es kein Verbot seitens der FIA gibt. Die Teamvereinigung FOTA hat sich aber aus Kostengründen dafür entschieden, freiwillig auf die Technologie zu verzichten.

Laut Theissen hätte man das Kostenargument schon im Vorfeld entschärfen können: "Als die FIA KERS zum ersten Mal auf den Tisch gebracht hat, waren wir nicht nur sofort dafür, sondern wir hätten uns auch auf ein Einheits-KERS eingelassen, sodass man die Entwicklung nur einmal treiben muss. Damals, Ende 2007, waren aber andere Teams dagegen." Welche Teams das waren, "weiß ich nicht mehr. Wirklich."

Fotoquelle: xpb.cc

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