Die Formel-1-Zeit ist nach achtjährigem Engagement erst einmal abgelaufen

Formel 1 2009

— 04.11.2009

Stimmen zum Toyota-Ausstieg

Die Rückzugsankündigung von Toyota bringt der Formel-1-Szene neue Sorgen - Sebastian Vettel: "Ein schlimmer Schock" - Schritt zurück zu den Wurzeln?

Wer soll Japan in Zukunft in der Formel-1-Weltmeisterschaft verteten? Honda ist bereits weg, nun folgt mit Toyota auch der zweite Werksrennstall aus dem "Land der aufgehenden Sonne". Den Untergang des japanischen Motorsport-Sterns komplettieren Subaru und Suzuki, die der Rallye-WM den Rücken kehrten, hinzu kommt die MotoGP-Abkehr von Kawasaki und Ende 2010 auch noch Bridgestone. Der Reifenausrüster der Königsklasse will den Vertrag nicht verlängern.

Auch auf Pilotenseite blutet Japan offenbar aus. Die Hoffnungen von Talent Kamui Kobayashi sind durch den Toyota-Rückzug zerstört. Ob Kazuki Nakajima nach seinem Abschied von Williams 2010 ein Cockpit findet, ist ebenfalls fraglich. "Ich finde es extrem schade, das kommt sehr plötzlich. Ein schlimmer Schock", kommentiert Sebastian Vettel den Toyota-Rückzug am Rande des Race of Champions in Peking.

Sorge um die Arbeitsplätze in Köln

"Am schlimmsten ist es natürlich für die 600 Leute, die in Köln arbeiten", sagt Vettel. Das Ausmaß dürfte noch größer sein als vom Vizeweltmeister befürchtet. Allein in Köln-Marsdorf sollen angeblich 750 Mitarbeiter mit dem Formel-1-Projekt betraut gewesen sein, in Japan kommen noch etwa 250 Fachleute hinzu. "Die Frage ist jetzt, was passiert jetzt mit ihnen? Ich hoffe, dass sich ein Investor findet, der das Team übernimmt", meint Vettel.

Er sei ebenso geschockt wie nach dem Honda-Rückzug im vergangenen Jahr, sagt der Heppenheimer: "Für die Formel 1 ist das Aus von Toyota mit Sicherheit nicht gut. Und ich hoffe, dass wir im März in Bahrain wieder 20 Autos an den Start bringen." Aus den Worten von Vettel geht deutlich hervor, dass man sich im Formel-1-Fahrerlager große Sorgen um weitere Teams macht. Bei Renault soll es angeblich eine außerordentliche Vorstandssitzung mit dem Thema Formel 1 geben.

"Mir tut diese Entscheidung sehr leid für die vielen großartigen Mitarbeiter in Köln-Marsdorf", erklärt Ralf Schumacher. Der Kerpener hat zwischen 2005 und 2007 immerhin 54 Grands Prix für die Japaner bestritten. "Sie hätten wahrlich einen anderen Beschluss verdient gehabt. Toyota hat in der Formel 1 in acht Jahren die gesteckten Ziele nicht erreicht - und das wird ein Grund für diese Negativ-Entscheidung gewesen sein", widerspricht Schumacher der offiziellen Version des Werksvorstandes.

Toyota-Rückzug als Chance für Qadbak?

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug bedauert die Toyota-Entscheidung, vor allem angesichts der Tatsache, dass die "Formel 1 künftig mit deutlich geringeren Budgets als in der Vergangenheit" auskomme. Für BMW Motorsport Direktor Mario Theissen bietet der Toyota-Rückzug auch Chancen. Die Nachfolger des BMW Sauber F1 Teams (Qadbak) könnten möglicherweise nun für 2010 nachrücken. "Wir werden nun mit der FIA die entsprechenden Auswirkungen für das BMW Sauber F1 Team besprechen."

Hat man bei Williams frühzeitig Hinweise bekommen? Die Briten hatten schon vor Wochen angekündigt, ab 2010 nicht länger mit Toyota-Motoren auszurücken. Stattdessen geht man in der kommenden Saison mit Triebwerken von Cosworth an den Start. "Wir bedauern die Entscheidung von Toyota", sagt Cosworth-Chef Mark Gallagher. "Das unterstreicht einmal mehr, dass alle zusammen daran arbeiten müssen, die Formel 1 in eine finanziell gesunde Zukunft zu führen."

"In der Formel 1 ist es eben eine Tatsache, dass die Teams kommen und gehen", kommentiert Williams-Geschäftsführer Adam Parr nüchtern gegenüber 'Reuters'. Der Abschied von Werksteams sei für ihn kein alarmierendes Signal. "Vielleicht geht damit das Jahrzehnt mit der Dominanz der Hersteller zu Ende", so Parr. "Vielleicht erleben wir nun wieder ein Jahrzehnt in unserem Sport, welches den Bedingungen in den 1990er-Jahren nahe kommt."

Fotoquelle: xpb.cc

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