Nico Hülkenberg wird an der Seite von Rubens Barrichello für Williams fahren

Formel 1 2009

— 05.11.2009

Hülkenberg-Interview: "Es wäre dumm"

Williams-Neuzugang Nico Hülkenberg über die bevorstehende Rookie-Saison, den Teamkollegen Rubens Barrichello und die harte Schule GP2

Frage: "Nico, wie denkst du über deinen neuen Vertrag?"
Nico Hülkenberg: "Es ist schon aufregend, dass ich nun für Williams fahren darf. Dort sind echte Racer am Werk. Ich bin nun schon seit zwei Jahren Testpilot in dem Team und kenne alle Leute recht gut. Ich habe auch in der Fabrik gearbeitet mit den Stationen Verbundwerkstoffe, Windkanal und Konstruktion. Ich mag die Leute und die Atmosphäre in der Firma ist wirklich gut. Jetzt habe ich endlich ein Renncockpit und freue mich auf das kommende Jahr."

Frage: "Welche Ziele hast du für die kommende Saison?"
Hülkenberg: "Ich möchte konstante Leistungen abliefern und für das Team einen guten Job machen. Ich würde gern ein paar gute Rennen zeigen und Punkte holen."

Frage: "Welche Erwartungen hat das Team an dich?"
Hülkenberg: "Natürlich erwarten sie etwas von mir, sonst würden sie mich wohl kaum ins Auto setzen. Ich denke aber, dass deren Erwartungen realistisch sind."

Frage: "Wie willst du sicherstellen, dass du in der Formel 1 gut klarkommst?"
Hülkenberg: "Das kann man nicht garantieren. Ich kann nur über den Winter hart daran arbeiten. Ich werde alle Tests nutzen und möglichst oft im Simulator in Grove sitzen. Ich werde mich gemeinsam mit den Ingenieuren vorbereiten und dann auf die Strecke gehen. In Bahrain sehen wir dann, wo ich stehe."

Frage: "Wann wirst du erstmals im Auto sitzen?"
Hülkenberg: "Den FW32 für 2010 werde ich erstmals fahren, wenn im Februar die Testfahrten losgehen. Aber vorher nehme ich an den Youngster-Tests im Dezember in Jerez teil."

Frage: "Wie denkst du darüber, dass Rubens Barrichello im kommenden Jahr dein Teamkollege sein wird?"
Hülkenberg: "Aus meiner Sicht ist das nur positiv. Als Rookie kann man sich kaum einen besseren Teamkollegen wünschen. Es ist eine tolle Kombination."

Frage: "Meinst du, du kannst im kommenden Jahr schon auf dem Level von Rubens fahren?"
Hülkenberg: "Das kann ich zu diesem Zeitpunkt kaum sagen. Weil es vor dem Start in die Saison nur wenige Testmöglichkeiten gibt, fehlt mir vielleicht in der Vorbereitungszeit ein wenig die Chance. Aber ich hoffe trotzdem, dass ich sofort auf seinem Level fahren kann. Später hoffe ich natürlich, dass ich seinen Speed immer mitgehen, ähnliche Resultate liefern und ihn hier und dort mal besiegen kann."

Frage: "Er ist der Typ, den du wir als Teamkollegen wünschst?"
Hülkenberg: "Das kümmert mich kaum. Ich will den bestmöglichen Teamkollegen, also jemanden, der schnell, erfahren und ein guter Fahrer ist. Das alles ist bei ihm vorhanden."

Frage: "Wirst du ihn um Rat fragen?"
Hülkenberg: "Es wäre dumm, es nicht zu tun! Ich kann von ihm und seiner Erfahrung lernen, vor allem von der Art, wie er an den Rennwochenenden an die Arbeit herangeht."

Frage: "Der letzte Williams-Sieg liegt fünf Jahre zurück. Du kennst bereits einige Details des nächstjährigen Autos. Gibt es Anzeichen dafür, dass es 2010 wieder besser laufen wird?"
Hülkenberg: "Ich hoffe sehr darauf. Ich bin oft in der Fabrik, also sehe ich, wie hart die Jungs arbeiten. Aber man weiß nie, wie schnell und effektiv die Entwicklungsprogramme der anderen Teams vorangehen. Man kann erst etwas sagen, wenn man auf der Strecke war."

Frage: "Wie denkst du über den Cosworth-Motor?"
Hülkenberg: "Es sieht gut aus. Aber es gilt das gleiche, wie bei der Entwicklung des Autos. Man kann es erst beurteilen, wenn man allen anderen Teams zusammen auf der Strecke gefahren ist."

Frage: "Wie hast du dich in deinem Meisterjahr in der GP2 weiterentwickelt?"
Hülkenberg: "Die GP2 ist eine harte Serie. Im ersten Jahr musst du dich gegen Jungs behaupten, die schon seit zwei oder drei Jahren in der Serie sind. Die kennen schon die Boxenstopps und alle Strecken. So etwas ist schwierig, daher waren die ersten Rennen harte Arbeit für uns. Aber nach einigen Rennen sind wir in einen guten Rhythmus gekommen und haben auch als Team sehr gut zusammengearbeitet, was durchaus geholfen hat. Das alles war ein toller Lernprozess für mich."

Frage: "Glaubst du, dass aufgrund der Tatsache, dass dein Manager Willi Weber damals auch Michael Schumacher betreut hat, mehr Druck auf dir lastet?"
Hülkenberg: "Nein, überhaupt nicht. Es gibt keinerlei Druck von Willis Seite. Ich habe ein tolles Verhältnis zu ihm, er hat mich stets unterstützt - sowohl auf als auch abseits der Rennstrecken. Wir arbeiten sehr gut zusammen und ich hoffe, das bleibt so."

Frage: "Wie ist es für dich, dass du nun gegen eine ganze Generation von jungen deutschen Piloten antreten wirst?"
Hülkenberg: "Sechs Deutsche ist eine ganze Menge, aber es gibt ja auch einige Brasilianer. Für mich spielt es letztlich aber überhaupt keine Rolle, welche Nationalität derjenige besitzt, gegen den ich fahre."

Frage: "Gibt dir der Erfolg des unabhängigen Brawn-Teams die Hoffnung, dass auch Williams in der Liga von McLaren und Ferrari spielen kann?"
Hülkenberg: "Hoffnung gibt es immer. Unabhängig vom Erfolg von Brawn weiß ich, dass Williams erfolgreich sein kann."

Fotoquelle: xpb.cc

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