Das Lotus-Auto entsteht bereits - wer es fahren soll, ist allerdings noch nicht geklärt

Formel 1 2009

— 14.11.2009

Fernandes: Malaysischer Fahrer hat keine Priorität

Lotus-Teamoberhaupt Tony Fernandes verfolgt mit seinem Rennstall zunächst nicht das Ziel, einen malaysischen Piloten in die Formel 1 zu hieven

Als letztes der vier neuen Teams erhielt Lotus im September einen Startplatz für die neue Formel-1-Saison - seither hat sich die Mannschaft um Teamoberhaupt Tony Fernandes und Technikchef Mike Gascoyne schwer ins Zeug gelegt, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Knapp vier Monate vor Saisonstart rückt dabei auch die Fahrerfrage ins Zentrum der Aufmerksamkeit des Lotus-Teams.

Beim jüngsten Rennstall der Formel 1 steht allerdings keineswegs ein Malaysier auf Pole-Position, wie Fernandes gegenüber 'Autosport' bestätigt: "Für mich ist das im Augenblick nicht relevant, denn es handelt sich nicht um ein einjähriges Projekt. Es dreht sich um ein malaysisches Team und nicht um einen malaysischen Fahrer", meint der erfolgreiche Geschäftsmann und Airline-Besitzer.

Das Team steht im Zentrum

"Die Leute sollen das Team unterstützen", sagt Fernandes. "Ferrari ist beispielsweise ein italienisches Team und jeder Italiener unterstützt sie - und zwar unabhängig davon, ob nun der Finne Kimi Räikkönen oder der Spanier Fernando Alonso im Auto sitzt. Ferrari hatte lange Zeit keinen italienischen Weltmeister mehr, ist aber noch immer ein italienisches Team", so der Teameigner.

Sein eigener Rennstall müsse also nicht zwangsweise einen Landsmann ins Auto setzen, obwohl in Fairuz Fauzy ein junger Nachwuchspilot Gewehr bei Fuß steht. Fernandes: "Fairuz soll nicht einfach nur deswegen in die Formel 1 kommen, dass wir einen malaysischen Fahrer haben. Wenn er es schafft, dann ist das großartig - und ein Bonus. Wir werden ihn aber sicherlich nicht verheizen."

Das sei bereits mit dem ersten malaysischen Formel-1-Piloten geschehen, meint der Airline-Chef - seiner Meinung nach war Alex Yoong bei seinem Minardi-Gastspiel noch nicht reif genug für die Formel 1: "Er wurde damals ins kalte Wasser geworfen, doch wir werden einen solchen Fehler nicht machen", sagt Fernandes, der sich und seinem neuen Rennstall ganz andere Ziele gesetzt hat.

Routine und frische Energie sind gewünscht

"Der Erfolg dieses Programms hängt davon ab, eines Tages 20 fähige malaysische Piloten zu haben, sodass Teams wie Ferrari oder McLaren vielleicht einen malaysischen Fahrer beschäftigen. Für mich ist das aber nicht entscheidend", so Fernandes. Der malaysische Geschäftsmann wünscht sich für das Debüt seines Teams eine gut ausgewogene Fahrerpaarung - mit einem Routinier im ersten Auto.

"Sollten wir einen Piloten bekommen können, der schon eine Weile im Geschäft ist, dann wäre das sicherlich fantastisch. Erfahrung kannst du nämlich nicht kaufen. Er könnte uns dabei helfen, das Fahrzeug und das Team zu entwickeln. Nach dem Rennen könnte er uns dabei unterstützen, die Fahrerentwicklung voranzutreiben", sagt Fernandes. "Der zweite Pilot sollte ein junger Bursche sein."

"Macht man eine Sache 15 Jahre lang, stellt sich leicht Zynismus ein und es wird monoton. Wenn du aber ein junges Energiebündel an deiner Seite hast, dann färbt das ab", erläutert das Teamoberhaupt von Lotus und fügt an: "Letztendlich werde ich die Entscheidung aber Mike und dem Team überlassen" - und Fauzy wird aller Voraussicht nach den Posten als Test- und Ersatzfahrer erhalten.

Fotoquelle: Lotus

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