Der Automobilweltverband FIA sieht den Ausstieg der Hersteller auch als Chance

Formel 1 2009

— 17.11.2009

FIA sieht Herstellerausstiege als Chance

Nick Craw, Präsident des FIA-Senats, kann dem Massenexodus der Hersteller in der Formel 1 auch etwas Positives abgewinnen

Mit den Ausstiegen von Honda, BMW und Toyota sowie von Reifenhersteller Bridgestone befindet sich die Formel 1 derzeit im Umbruch. Renault will bis Jahresende entscheiden, ob das Engagement in der Königsklasse verlängert werden soll. Wenn sich die Franzosen wirklich wie befürchtet zurückziehen, würden nur noch Mercedes und Ferrari als echte Werksteams übrig bleiben.

"Viele sehen das als Untergang, aber ich sehe das Glas lieber halbvoll als halbleer", meint FIA-Senatspräsident Nick Craw zu diesem Thema. "Wir haben neue Teams, die in den Sport einsteigen, und wir haben unglaubliche junge Fahrer wie Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Ich denke, wir müssen auf das Fundament aufbauen, das schon vorhanden ist." Wiederaufbau sei daher nicht das richtige Wort: "Erneuerung wäre wohl treffender."

Ära der Hersteller geht zu Ende

"Wir hatten schon Zeiten mit nur einem Hersteller in der Formel 1 und wir hatten auch schon Zeiten mit bis zu fünf. Die Hersteller kommen und gehen. Sie bringen Gutes und Schlechtes. Sie bringen eindeutig Ressourcen und Medienaufmerksamkeit, aber sie sorgen auch für den dummen Ausgabenkrieg, den wir in den vergangenen Jahren gesehen haben. Den müssen wir in den Griff bekommen", findet Craw.

Der Amerikaner aus dem Kabinett von FIA-Präsident Jean Todt begrüßt umso mehr die vier neuen Teams (Campos, Lotus, Manor und US F1), die 2010 in die Formel 1 einsteigen werden: "Der Ausstieg der Hersteller hat auch eine fantastische Gelegenheit für neue Teams geschaffen. Es wird vier neue Teams geben. Der Ausstieg von Honda hat zum Beispiel Brawn erst die Chance eröffnet, Weltmeister zu werden", erinnert Craw.

Zuletzt gab es jedoch scharfe Kritik an der FIA - vor allem von Seiten der Teamvereinigung FOTA und deren Vorsitzendem Luca di Montezemolo. Der Italiener war bekanntlich überhaupt nicht einverstanden mit dem FIA-Kurs unter Max Mosley und kritisierte das Management der Formel-1-Weltmeisterschaft teilweise in aller Öffentlichkeit. Craw zeigt dafür Verständnis: "Luca hat ein Argument. Man muss sich anschauen, wie das Management der Formel 1 strukturiert ist."

Wäre unter FIA-Kontrolle alles besser?

"Es wäre schön, wenn die FIA jedes einzelne Element dieser Serie unter ihrer Kontrolle hätte, aber das ist nicht der Fall", erklärt er. "Wir haben auch die Formula One Teams Association, der Ferrari angehört, und wir haben auch den Inhaber der kommerziellen Rechte, Bernie Ecclestone. Diese drei Parteien müssen zusammenarbeiten, um die Serie aufzubauen. Das führt nicht immer auf einen ordentlichen oder einfachen Weg."

Abgesehen von kommerziellen Angelegenheiten gab es auch immer wieder Verwirrung um die von der FIA ausgesprochenen Strafen. Das betrifft die Strafen an der Rennstrecke ebenso wie die großen Fälle, die vom Motorsport-Weltrat in Paris behandelt werden. So versteht zum Beispiel bis heute kaum jemand, dass McLaren-Mercedes für die Spionageaffäre 100 Millionen US-Dollar zahlen musste, Renault aber für einen Spionage- und einen Manipulationsskandal ohne Geldstrafe davonkam.

"Wir dürfen nicht vergessen, was die Formel 1 ist: Sie soll Sport sein", findet Ex-Weltmeister Niki Lauda. "Meine Hoffnung ist, dass Präsident Todt jetzt versucht, jede Entscheidung, die bei Rennen falsch gemacht wird, mit einer Konsequenz durchzuziehen. Was mich immer verwirrt hat, ist: Der eine macht einen Fehler und wird so bestraft, der andere macht einen anderen Fehler und wird ganz anders bestraft. Da kommt kein Mensch mehr mit."

Fotoquelle: xpb.cc

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