Werden wahrscheinlich getrennte Wege gehen: Ross Brawn und Jenson Button

Formel 1 2009

— 18.11.2009

Brawn kämpft weiter um Button - vergeblich?

Die Bekanntgabe des Wechsels von Jenson Button zu McLaren steht unmittelbar bevor, auch wenn sich Ross Brawn noch nicht geschlagen gibt

Genau wie 2007, als McLaren die Startnummer eins von Fernando Alonso quasi geschenkt bekam, ohne im Jahr zuvor selbst Weltmeister geworden zu sein, wird das Team aus Woking wohl auch in der kommenden Saison mit dem amtierenden Champion an den Start gehen: Jenson Buttons Wechsel von Brawn/Mercedes zu McLaren steht unmittelbar bevor.

Britische Quellen rechnen möglicherweise noch heute, sicher aber diese Woche mit einer Bekanntgabe des Transfers. Button war bekanntlich vergangenen Freitag gemeinsam mit seinem Manager Richard Goddard in Woking, nachdem ihm Ross Brawn zuvor in mehreren Gesprächen klargemacht hatte, dass er auch als Weltmeister maximal 4,5 Millionen Euro plus Einnahmen aus persönlichen Sponsorendeals verdienen würde.

Auch sportlich die bessere Wahl?

McLaren bietet dem Briten dem Vernehmen nach umgerechnet 20 Millionen Euro für einen Dreijahresvertrag an, also deutlich weniger als das, was Lewis Hamilton an Gage kassiert. Doch nach der eher durchschnittlichen zweiten Saisonhälfte des Brawn-Teams 2009 bei einem gleichermaßen furiosen McLaren-Comeback ist Button wohl auch sportlich davon überzeugt, dass ihn McLaren weiter bringen kann als das neue Mercedes-Werksteam.

Als Reaktion auf die Medienberichte der vergangenen Tage, in denen der Button-Wechsel zu McLaren als beschlossene Sache dargestellt wurde, meldet sich Brawn kurz vor seinem Angelurlaub doch noch zu Wort. Der Weltmeistermacher würde Button offenbar gerne halten, aber eben nicht zu jedem Preis, wie sein Geschäftsführer Nick Fry gestern schon angedeutet hat. Daran ändere auch die Übernahme durch Mercedes nichts.

"Die Verhandlungen gehen weiter und Berichte, dass er bereits mit McLaren einig ist, sind nicht hilfreich", wird Brawn vom 'Independent' zitiert. "Ich wäre überrascht, sollte das der Fall sein. Die beste Zukunft hat er in unserem Team, mit einer guten Gruppe um ihn herum. Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen. Das Logische für Jenson wäre, bei uns zu bleiben, aber wie wir wissen, setzt sich die Logik nicht immer durch."

Buttons Manager betont gegenüber 'News of the World' lediglich, dass sein Schützling "tiefen Respekt" für Brawn empfinde - und Goddard sagt auch: "Die Gespräche sind noch nicht abgebrochen. Jenson war dem Team gegenüber jahrelang extrem loyal, weshalb uns diese Entscheidung so schwer fällt. Hoffentlich lassen sich die Dinge in den nächsten Wochen aussortieren, damit wir alle endlich in den Urlaub fliegen können."

Vom McLaren-Anruf geschmeichelt

Der Brite gibt aber zu, dass McLaren eine verlockende Variante ist: "Von einem Team wie Ferrari oder McLaren bekommt man nicht jeden Tag einen Anruf. Jenson hätte auch keine Probleme damit, Lewis' Teamkollege zu sein. Er würde die Herausforderung schätzen, solange er nur sicherstellen kann, dass die Weiterentwicklung des Autos seinem Fahrstil entgegenkommt." Das wird im gemachten Hamilton-Nest McLaren aber nicht einfach, wie Experten prognostizieren.

Vom Besuch in Woking sei Button jedenfalls "sehr beeindruckt" gewesen, erklärt Goddard und fügt an: "Es ist wirklich eine unglaubliche Anlage, aber unterm Strich kommt es nicht darauf an, wo ein Auto gebaut wurde, solange es nur gewinnen kann. Das ist für Jenson das Allerwichtigste. Es geht hier nicht ums Geld, aber man sollte sich auch vor Augen führen, dass die Karriere eines Formel-1-Fahrers nur ein paar Jahre dauert."

Bei Brawn verdiente Button 2009 umgerechnet 3,4 Millionen Euro, wie 'Motorsport-Total.com' aus verlässlicher Quelle erfahren hat, Das Angebot für 2010 steht bei 4,5 Millionen Euro plus der Freigabe für persönliche Sponsorendeals wie etwa mit dem Energydrink-Hersteller Monster. Doch McLaren bietet dem 29-Jährigen langfristig Sicherheit, wenn es stimmt, dass in Woking ein unterschriftsreifer Vertrag bis Ende 2012 bereit liegt...

Sollte sich Button innerhalb der nächsten Stunden oder Tage tatsächlich endgültig für McLaren und gegen Mercedes entscheiden, dann hätte Mercedes im neuen Werksteam neben dem gesetzten Nico Rosberg noch ein Cockpit zu vergeben. Dies könnte Nick Heidfeld erhalten, wie 'Motorsport-Total.com' erfahren hat. Offenbar hat Brawn nämlich Kimi Räikkönen mit der Begründung abgesagt, dass Heidfeld die erste Wahl als Button-Ersatz wäre.

Fotoquelle: xpb.cc

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