Timo Glock freut sich auf die gemeinsame Zukunft mit Manor

Formel 1 2009

— 18.11.2009

Glock: "Es ist eine spannende Aufgabe"

Timo Glock begründet, warum er sich unter einigen Angeboten ausgerechnet für Manor entschieden hat: Er steht im Mittelpunkt und ist eng eingebunden

Während in den vergangenen Wochen zunächst über den Ausstieg von Toyota spekuliert und dieser dann auch bestätigt wurde, bewahrte Timo Glock immer die Ruhe. Kein Wunder: Schließlich hatte der Odenwälder einige andere Angebote auf dem Tisch liegen, sein Verbleib in der Formel 1 stand eigentlich nie in Frage. Kontakte bestanden zu fünf Teams, unter anderem zu Renault, zu Sauber und auch zu McLaren.

Entschieden hat sich Glock letztlich für Manor. Auf den ersten Blick scheint es verwunderlich, dass er nicht bei einem der renommierten Teams anheuert, sondern bei einem kleinen Newcomer. Niki Lauda mutmaßte sogar, dass Manor Glocks letzte Chance war. Doch wenn man sich die Sache näher anschaut, hat der Deutsche die für ihn logischte Entscheidung getroffen.

Er habe bei Manor zugesagt, "weil es eine spannende Aufgabe ist", begründet Glock im Interview mit der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'. "Ich habe mir die Leute angeschaut. Ihre Einstellung gefällt mir. Die wollen unbedingt nach vorne kommen."

Bei der Entscheidungsfindung haben laut Glock einige Details eine Rolle gespielt. So habe auch der Zeitplan für Manor gesprochen. Den ersten Kontakt gab es vor drei Monaten: "Da wusste noch niemand, wie es weitergehen wird in der Formel 1, wer bleibt, ob Renault nicht auch aussteigt, wie es um McLaren und die Zukunft mit Mercedes steht."

Außerdem sprachen noch ein paar andere Faktoren gegen die renommierten Teams. Fraglich ist, wie ernst es McLaren überhaupt gemeint hat - möglicherweise dienten die Gespräche mit Glock nur dazu, Druck auf Wunschkandidat Kimi Räikkönen auszuüben. Beim Nachfolger des Sauber-Teams hätte Glock auch keine sichere Zukunft gehabt, denn noch haben die Schweizer keinen sicheren Startplatz.

Enge Zusammenarbeit mit dem Team

Und bei Renault wäre er neben Robert Kubica, bei McLaren neben Lewis Hamilton die klare Nummer zwei gewesen. Anders ist die Lage bei Manor: Dort ist Glock erste Wahl und bekommt Nummer-1-Status. "Wichtig war auch, dass sie mich vom ersten Moment an wollten. Das Team baut auf mich. Das Projekt wird um mich herum aufgebaut. Man hat mir zugesichert hat, dass ich die Entwicklungsrichtung mitbestimmen kann. Ich bin im Mittelpunkt", so Glock.

Der Odenwälder hat den Spitznamen "Kampfdackel" - und genau das kann er bei Manor voll einbringen. Manor zählt auch deshalb auf Glock, weil er sich nicht nur in das Auto setzt und fährt, sondern weil er sich aktiv in die Entwicklung einbringt. Das Team lege großen Wert darauf, "dass ich an den technischen Details interessiert bin, die Zusammenhänge verstehe und hart arbeiten kann. Wir haben die gleiche Wellenlänge. Wir werden uns beide tief hineinknien."

Die enge Zusammenarbeit mit dem Team ist genau das, was sich Glock wünscht - und etwas, was er bei Toyota vermisst hat. Dort sei er mit seinen Vorstellungen "manchmal gegen die Wand gefahren". Als Rückschritt wertet er seinen Wechsel zu einem kleinen Privatteam nicht. Klar sei, dass man nicht mit zu großen Erwartungen ins erste Jahr starten kann: "Das wird ein schwierige, harte Saison, wir werden uns durchbeißen müssen."

Doch Glock sieht "vielversprechende Voraussetzungen" dafür, dass das Projekt langfristig erfolgreich sein kann. Dazu gehöre die "effiziente und moderne Methode" des Technischen Direktors Nick Wirth, der bei der Entwicklung lieber mit CFD als mit Windkanal arbeitet. Das habe sich bereits als erfolgreich erwiesen und spare zudem Zeit und Geld. Wie weit Wirth und Manor mit dem Formel-1-Boliden schon sind, verrät Glock nicht, nur, dass man "absolut im Zeitplan" liege.

Fotoquelle: xpb.cc

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