Peter Sauber denkt nicht daran, Kimi Räikkönen in sein Team zurückzuholen

Formel 1 2009

— 30.11.2009

Sauber: "Weiß nicht, ob Kimi vernünftig wäre"

Der neue und alte Teamchef Peter Sauber spricht über potenzielle Fahrerkandidaten und sportliche Ziele für die kommende Formel-1-Saison

Abgesehen vom Mercedes-Werkscockpit sind die begehrtesten Plätze für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 bereits vergeben. Umso interessanter ist die Aktie Peter Sauber auf dem Fahrermarkt, denn der Schweizer hat noch keinen einzigen Fahrer unter Vertrag genommen. Allerdings hat er schon mehrere Kandidaten auf dem Radar.

"Es gibt eine ganze Palette an Fahrern, die im Moment noch zur Verfügung stehen", erklärt der 66-Jährige in einem Interview mit dem 'Schweizer Fernsehen'. "Es gibt einen Nick Heidfeld, einen Jarno Trulli sowie einen anderen erfahrenen Piloten, den McLaren-Testfahrer Pedro de la Rosa, der noch dazu in Zürich wohnt und ganz in der Nähe wäre. Dann gibt es ein paar Junge wie etwa Petrov und den Japaner Kobayashi."

Räikkönen derzeit kein Kandidat

An Petrov und Kobayashi wären auch die jeweiligen Sponsorgelder interessant. Ein Fahrer, der rein wegen seines Talents in Hinwil unterkommen könnte, ist hingegen Kimi Räikkönen. Mit dem Finnen, der in Richtung Rallye-WM tendiert, werden aber keine Gespräche geführt: "Ich weiß nicht, ob das vernünftig wäre", sagt Sauber. "Ich durchschaue Kimi nicht so ganz, ob er noch wirklich will oder schon halb abgeschlossen hat. Vielleicht ist er auch ein bisschen gesättigt."

Wichtig ist für die Fahrerverhandlungen, endlich den 13. Startplatz zugesprochen zu bekommen, der im Moment noch im Besitz von Toyota ist. Sauber hofft auf eine baldige Lösung dieser Frage: "Das mit dem Startplatz ist eine spezielle Geschichte. Das ging schon los, als Lotus statt uns genommen wurde, was sich niemand erklären konnte. Natürlich musste die FIA wissen, wer der neue Eigentümer ist. Wir warten täglich auf eine Nachricht."

Große Hoffnungen setzt das Team diesbezüglich auf den neuen FIA-Präsidenten Jean Todt, der Sauber aus seiner Ferrari-Zeit als zuverlässigen Motorenkunden und guten Bekannten schätzt: "Ich glaube, er wird das besser machen als Max Mosley", hofft Sauber. Eine endgültige Antwort seitens der FIA wird spätestens bis zur nächsten Sitzung des FIA-Motorsport-Weltrats am 11. Dezember erwartet. In Hinwil hofft man natürlich auf eine noch frühere Mitteilung.

So schön langsam hat Sauber vom Warten genug: "Die letzten Wochen oder sogar Monate ist natürlich eine gewisse Unsicherheit entstanden. Da hatte ich im Hinterkopf schon Gedanken, was ich im schlimmsten Fall machen könnte. So richtig gereift ist es aber erst diese Woche. Ich habe BMW dann eine Offerte gemacht, die für mich tragbar und für BMW auch in Ordnung ist. Dieses Angebot wurde ohne Wenn und Aber akzeptiert."

Sauber nur eine Übergangslösung

"Es ist eine emotionale Entscheidung", so der Schweizer, der nach 2005 eigentlich nicht vorhatte, noch einmal ins Tagesgeschäft zurückzukehren: "Rein vom geschäftlichen Standpunkt war der Verkauf an BMW der optimale Schlusspunkt - und auch das schöne Ende einer Karriere, die mir viel Freude gemacht hat. Es ist sicher fast unvernünftig, wenn man jetzt zurückkommt und finanzielle Risiken eingeht. Ich muss mich auch wieder sehr stark engagieren."

"Es wäre aber fast nicht anders gegangen. Vermutlich hätte Hinwil geschlossen werden müssen. Dann wären alle Arbeitsplätze weg gewesen. Der Hochtechnologiestandort Hinwil mit seiner ganz fantastischen Infrastruktur wäre verschwunden", argumentiert er. "BMW hat in Hinwil enorm investiert. Der tolle Windkanal, von dessen Qualität es in Europa nur wenige oder gar keine gibt, wäre überflüssig. Das wäre jammerschade gewesen."

Sauber ist davon "überzeugt", dass er mittelfristig einen neuen Investor finden wird, denn er selbst hat "nicht die Absicht, voll einzusteigen und die nächsten drei, vier Jahre an der Boxenmauer zu stehen". Stattdessen werde er in Hinwil eine neue Geschäftsleitung installieren. Die sportlichen Ziele sind dennoch ehrgeizig: "Wir stehen jetzt auf dem sechsten Platz. Mit 250 Leuten kann man sich auf den vierten Platz nach vorne bewegen. Das sollte mindestens die Zielsetzung sein.

Fotoquelle: xpb.cc

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