Volle Kraft voraus mit zwei Champions: McLaren hat sich viel vorgenommen

Formel 1 2009

— 30.11.2009

Whitmarsh: "Wir haben ein Luxusproblem"

Zwei Weltmeister in einem Team: Bei McLaren ist man sich der Herausforderung bewusst, welche die Verpflichtung von Jenson Button mit sich bringt

Für die neue Formel-1-Saison hat sich McLaren eine besonders pikante Aufgabe gestellt: Der Rennstall um Teamchef Martin Whitmarsh hat Weltmeister Jenson Button verpflichtet, der 2010 an der Seite von Ex-Champion Lewis Hamilton ins Lenkrad greifen wird. Dass zwei potentielle Titelgewinner einem Team nicht unbedingt nur Freude bescheren können, ist den Verantwortlichen vollkommen klar.

Whitmarsh hat diesbezüglich allerdings keinerlei Bedenken: "Wir sind zuversichtlich, dass es uns als Unternehmen gelingen wird, die Forderungen und Erwartungen unserer Fahrer zu erfüllen", wird der Brite vom 'Independent' zitiert. "Lewis und Jenson sind Weltmeister und wissen, was es braucht, um zu siegen", meint Whitmarsh und setzt 2010 voll und ganz auf die Professionalität seines Duos.

Bei McLaren ziehen alle an einem Strang

"Sie sind motiviert und werden sich gegenseitig antreiben, noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Davon bin ich überzeugt", gibt das Teamoberhaupt von McLaren zu Protokoll. "Mein Job ist es, diese Konkurrenzfähigkeit zum Wohle des Teams zu kanalisieren. Das ist ein Ansatz, den manche Teams für seltsam halten könnten, aber wir sind absolut glücklich mit dieser Situation", so Whitmarsh.

"Wir haben ein regelrechtes Luxusproblem", findet der 51-Jährige. "Wir haben zwei ungeheuer konkurrenzfähig Persönlichkeiten, die sich der Vorteile von Teamwork vollkommen bewusst sind. Sie sind phänomenale Teamplayer. Meine Aufgabe ist, ihren Renninstinkt zu managen", erläutert Whitmarsh. "Sie sind hier, um gegeneinander anzutreten. Sie sollen sich aber auch respektieren."

"Das ist die einzige Anordnung, die sie von mir erhalten werden. Ansonsten können sie frei fahren", sagt Whitmarsh. Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry ist von diesem Ansatz aber nicht restlos überzeugt: "Mut ist eine Sache, Dummheit eine andere. Was es ist, werden wir erst 2010 herausfinden. Ich denke, Jenson muss sich steigern, wenn er Lewis bei dessen Heimspiel schlagen will."

Button soll sich schnell heimisch fühlen

Zunächst gilt es für McLaren-Neuzugang Button aber ohnehin, sich einen genauen Eindruck von seinem neuen Arbeitsumfeld zu verschaffen: "Wichtig ist, Jenson mit unseren internen Abläufen vertraut zu machen", sagt Whitmarsh. "Er muss das Team erst noch kennen lernen, doch für jemanden mit seiner Erfahrung sollte das eigentlich kein Problem darstellen", so Whitmarsh.

"Vorbereitung ist alles. Lewis hat zum Saisonbeginn 2007 gezeigt, was man mit einer Kombination aus solider Vorbereitung und harter Arbeit erreichen kann", erläutert der McLaren-Teamchef, der seinen neuen Piloten möglichst schnell an den Vorarbeiten für 2010 beteiligen will: "Wir binden unsere Fahrer traditionell in die Entwicklung des neuen Fahrzeugs mit ein", hält Whitmarsh fest.

"Das Wichtigste, was wir zu Beginn unserer Beziehung zu Jenson tun können, ist, ihm einen Eindruck davon zu verschaffen, was wir machen. Er kann es sich anschauen, Fragen stellen und Vorschläge einbringen", erklärt Whitmarsh - bei McLaren sieht man sich aber schon jetzt auf einem guten Weg: "Wir machen sehr gute Fortschritte", wird der Technische Direktor Paddy Lowe vom 'Telegraph' zitiert.

Keine Bevorzugung beim Fahrzeugbau

"Uns ist allerdings bewusst, dass es da draußen einige sehr fähige Teams gibt. Ich wäre überrascht, wenn Red Bull und Ferrari kein starkes Paket schnüren würden. Auch Mercedes wird meiner Meinung nach ein sehr schnelles Auto bauen. In diesem Geschäft darfst du niemanden abschreiben", meint der britische Ingenieur. Aber ist das neue McLaren-Fahrzeug nicht etwa auf Hamilton zugeschneidert?

"Ganz und gar nicht", entgegnet Lowe. "Das Gegenteil ist der Fall: Man versucht stets, einen Rennwagen zu bauen, der sich möglichst neutral verhält. Einzig auf ergonomischer Seite passt man ein Auto einem Fahrer an. Obwohl Jenson etwas größer ist als Lewis, konnten wir seine Körpermaße anhand von Fotografien bestimmen und sind zuversichtlich, dass er komfortabel ins Fahrzeug passt."

"Man will die Fahrer eben mit dem größtmöglichen Leistungsfenster ausstatten, an dem sie herumspielen können, bis es ihren Fahrstilen entgegen kommt. Im Übrigen siegt meistens ohnehin der Wettbewerbsgeist", meint Lowe abschließend. "Wenn du einen Formel-1-Rennwagen schneller machst, dann funktioniert das für beide Piloten. Wir arbeiten nur an der Leistung, nicht an der Individualität."

Fotoquelle: McLaren

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