Andy Soucek erzielte am ersten Testtag in Jerez de la Frontera die Bestzeit

Formel 1 2009

— 01.12.2009

Jerez: Formel-1-Premiere für acht junge Fahrer

Für acht von zwölf Fahrern war der erste Young-Driver-Day in Jerez eine Formel-1-Premiere - Formel-2-Meister Andy Soucek am Ende Schnellster

Testfahrten im traditionellen Sinne sind laut FIA-Reglement noch bis 1. Januar verboten, doch in Jerez de la Frontera finden diese Woche die drei Young-Driver-Days statt, die jedem Team zustehen. Dabei dürfen jedoch nur Fahrer zum Einsatz kommen, die in ihrer bisherigen Karriere noch nicht mehr als zwei Grands Prix bestritten haben.

Am ersten Großkampftag in Südspanien wurden heute zwölf Piloten aufeinander losgelassen. Für acht davon war es ihre erste Ausfahrt in einem Formel-1-Auto: Bertrand Baguette (23 Jahre/Belgien/Renault), Jules Bianchi (20/Frankreich/Ferrari), Marcus Ericsson (19/Schweden/Brawn-Mercedes), J.R. Hildebrand (21/USA/Force-India-Mercedes), Daniel Ricciardo (20/Australien/Red-Bull-Renault), Alexander Rossi (18/USA/BMW Sauber F1 Team), Andy Soucek (24/Spanien/Williams-Toyota) und Oliver Turvey (22/Großbritannien/McLaren-Mercedes).

Soucek: Bestzeit mit neuen Reifen

Bestzeit fuhr am Ende tatsächlich nicht der gestandene Formel-1-Testpilot Gary Paffett (3./+0,268), der seinen McLaren-Mercedes erst am späten Nachmittag an McLaren/Autosport/BRDC-Preisträger Oliver Turvey (11./+1,698) übergeben musste, sondern Soucek: Der Austro-Spanier holte sich heute seinen Preis für den Formel-2-Titel ab und markierte in der letzten Stunde mit einem frischen Reifensatz eine Topmarke von 1:19.158 Minuten, die nicht mehr unterboten wurde.

Soucek sorgte auch für einen der (trotz kühler und damit rutschiger Bedingungen) wenigen Zwischenfälle, als er seinen Williams-Toyota FW31 in der zweiten Kurve außer Kontrolle verlor und im Kiesbett strandete. "Ich hatte schon ganz vergessen, wie schnell diese Autos sind", grinste er ungeachtet dessen, nachdem er schon am frühen Morgen geschwärmt hatte: "Die Beschleunigung durch jeden einzelnen Gang ist unglaublich, eine echte Sensation!"

Bereits am Vormittag hatten die Red-Bull-Junioren Ricciardo (4./+0,376) und Brendon Hartley (12./+2,167/Toro-Rosso-Ferrari) für einen Abbruch der Session gesorgt, als beide von der Strecke abkamen und ihre gestrandeten Boliden gemeinsam per LKW zurück an die Box gebracht werden mussten. Später fuhr Ricciardo Tests mit einem ungewöhnlich aussehenden Sensor am Frontflügel, der über ein Gestänge aerodynamische Daten aufzeichnen kann.

Di Resta starker Zweiter

DTM-Export Paul di Resta (Force-India-Mercedes/+0,211), der im Vorjahr in Silverstone schon einmal Formel-1-Luft schnuppern durfte, belegte den zweiten Platz, nachdem er das Auto von Hildebrand (10./+1,379) übernommen hatte. "Das ist eine aufregende Gelegenheit für mich, weil die Formel 1 immer mein Traum gewesen ist. Ich glaube, dies bringt mich diesem Ziel einen Schritt näher", hatte di Resta vor Testbeginn erklärt.

Geteilte Autos gab es nicht nur bei McLaren und Force India, sondern auch bei Brawn-Mercedes, wo Mike Conway (6./+0,762) und Ericsson (8./+1,175) Zugriff auf eines der Weltmeisterautos hatten. Für das BMW Sauber F1 Team testete indes Rossi, der damit trotz des Formel-1-Ausstiegs von BMW noch in den Genuss kommt, den Preis für seinen Sieg beim Weltfinale der Formel BMW abzuholen. "Die Junioren darum zu bringen, war keine Option", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

Für Ferrari war am ersten Tag Bianchi unterwegs: "Ich bin so glücklich. Zum ersten Mal ein Formel-1-Auto zu fahren, und dann gleich einen Ferrari, ist einfach unglaublich", schwärmte der Franzose, der auch morgen im F60 sitzen wird. Bianchi büßte knapp eine halbe Sekunde auf Spitzenreiter Soucek ein und belegte damit den fünften Platz. Baguette (+1,353) wurde im Renault Neunter. Die Jerez-Tests gehen noch bis Donnerstag weiter.

Fotoquelle: xpb.cc

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