Johnny Herbert kennt die Situation, die Jenson Button bevorsteht, recht gut

Formel 1 2009

— 02.12.2009

Herberts guter Rat an Button

Ex-Formel-1-Pilot Johnny Herbert glaubt zu wissen, wie sich Jenson Button bei McLaren selbst gegen Lewis Hamilton behaupten kann

Jenson Button steht 2010 vor der äußerst schwierigen Aufgabe, sich im McLaren-Team mit Lewis Hamilton messen zu müssen. Hamilton ist schon seit seiner Kindheit ein McLaren-Schützling und dementsprechend im Team verwurzelt, hat sich in den vergangenen drei Jahren noch dazu als so etwas wie eine Führungspersönlichkeit etabliert.

Johnny Herbert weiß genau, auf welche Situation sich Button einlässt, denn der Brite kam 1995 als Stallgefährte von Michael Schumacher zu Benetton. Schumacher hatte sich in den Jahren zuvor als Speerspitze etabliert und 1994 erstmals den WM-Titel gewonnen. Somit war klar, dass Herbert als Nummer zwei kommen würde, aber der Brite schlug sich in dieser Rolle recht achtbar, gewann zwei Grands Prix und wurde immerhin WM-Vierter.

Das Team hinter sich formieren

Für Button wäre das als amtierender Weltmeister nicht gut genug, vor allem dann nicht, wenn der Teamkollege Champion wird. Daher gibt Herbert seinem Landsmann via 'Autosport' folgenden Ratschlag: "Jenson muss es schon bei den Tests hinbekommen, dass das Team für ihn arbeitet, und er muss seinen Ingenieur und seine Crew darauf einschwören, dass sie Lewis schlagen wollen. (...) McLaren wird ihnen sicher gleiche Autos geben, aber es kommt auf die Kleinigkeiten an."

Dass es keine einfache Aufgabe ist, Hamilton bei McLaren herauszufordern, musste Fernando Alonso als damals amtierender Doppelweltmeister schon 2007 feststellen, obwohl Hamilton damals noch ein blutjunger und völlig unerfahrener Rookie war. So gesehen dürfte es Button 2010 ungleich schwerer haben, sich zu behaupten. Herbert: "Fernando hat geglaubt, dass es ganz einfach wird, zu gewinnen, aber das war es nicht, wie wir wissen..."

"Wir wissen, dass Jenson den Speed hat, aber er muss sich beweisen. Es ist ziemlich lustig, dass es zu so einer Situation kommt, dass er sich als amtierender Weltmeister noch einmal neu beweisen muss", so der heutige Tourenwagenpilot. Er selbst sei 1995 nicht an Schumacher, sondern an Flavio Briatore zerbrochen: "Ich hatte kein Problem mit Michael und Jenson wird keines mit Lewis haben, aber Flavio hat bei Michael zu allem ja gesagt. Dieses Problem wird Jenson nicht haben."

Button als Weltmeister ohne Druck

"Man kann den Wechsel von verschiedenen Standpunkten betrachten. Man kann fragen: Warum wechseln, wo Brawn doch Jensons Team war und er gerade Weltmeister geworden ist? Aber Mercedes ist gerade eingestiegen und ich kenne die Situation nicht - Jenson weiß viel besser Bescheid, welche Entwicklungsarbeit während der Saison vorangetrieben wurde und was er braucht, um nächstes Jahr Siegchancen zu haben", erläutert Herbert.

Und weiter: "Bei McLaren kann man immer sagen, dass sie eines der Teams sind, die das irgendwie hinbekommen. Sie werden aus den Erfahrungen dieser Saison lernen. Sie befinden sich im Aufwind, haben eine gute Chance." 2009 habe das Team "das beste Jahr" gezeigt, "das ich je gesehen habe", lobt Herbert: "Beim Barcelona-Test waren sie mehrere Sekunden zu langsam und am Ende haben sie Rennen gewonnen. Das war einfach erstaunlich."

"Das Positive für Jenson ist", fügt der 45-Jährige an, "dass er den WM-Titel aus dem Weg hat. Der Druck ist weg. Er hat erreicht, was er erreichen wollte. Jetzt kann er versuchen, den WM-Titel ohne Stress zu verteidigen. Er muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob es seine letzte Chance auf einen WM-Titel ist oder nicht. Das ist weg, denn er hat es in der Tasche. Jetzt kann er munter drauflos fahren und seinen Spaß haben."

Fotoquelle: xpb.cc

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