Das ehemalige Toyota-Team könnte an Zoran Stefanovic weitergeführt werden

Formel 1 2009

— 02.12.2009

Stefanovic bestätigt Interesse an Toyota

Zoran Stefanovic will mit dem Militärunternehmen AMCO bei Toyota einsteigen, hinter seinen Plänen stehen aber viele Fragezeichen

28 Tage nach Toyotas Bekanntgabe, mit sofortiger Wirkung aus der Formel 1 auszusteigen, ist immer noch unklar, wie es mit den Überresten des in Köln stationierten Teams weitergehen wird. Allerdings zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es eine (nicht zwingend motorsportorientierte) Nachfolgeregelung geben könnte. Wie diese aussehen wird, ist ein ganz anderes Thema.

Von einem Informanten in Köln hat 'Motorsport-Total.com' erfahren, dass in den vergangenen Wochen erst Repräsentanten von US F1 und später auch vom Stefan-Projekt die Fabrik besichtigt haben. Hinter letzterem steckt der serbische Geschäftsmann Zoran Stefanovic, der im Sommer mit seiner Einschreibung für 2010 bei der FIA abgeblitzt ist und aus diesem Grund derzeit rechtlich gegen den Automobil-Weltverband vorgeht.

Angebliche Übereinkunft mit Toyota

Stefanovics Firma AMCO ist eigenen Angaben nach vor allem in der Militär- und Weltraumindustrie tätig. Unter anderem hat AMCO demnach an der europäischen Rakete Ariane 5 mitgewirkt und die Aufklärungsdrohne für die deutsche Bundeswehr entwickelt. Nun liebäugelt AMCO offenbar mit der Königsklasse des Motorsports: "Wir haben eine Art Übereinkunft mit Toyota getroffen, um das Formel-1-Projekt zu übernehmen", wird Stefanovic vom 'Express' zitiert.

In Köln äußert man sich zu den Gerüchten im Moment nur sehr vage: "Solange AMCO keine Einschreibung für das nächste Jahr hat, ist alles Spekulation und wird von uns nicht kommentiert", lässt Marketingleiter Andy Fuchs ausrichten. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass ein Komplettverkauf nicht in Frage kommt: "Die Toyota Motorsport GmbH steht nicht zum Verkauf und wird als Unternehmen weiter in Köln bestehen."

Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wurde bereits die Liste mit jenen 150 Mitarbeitern erstellt, die unter der Leitung von Technikdirektor Pascal Vasselon in Köln tätig bleiben soll. Dieses Team könnte einerseits als Übergangslösung einen Formel-1-Rennwagen für Stefanovic bauen (wie das ja auch Dallara für Campos tut), andererseits aber auch als Consulter/Tuner für Toyota und verschiedene andere Automobilfirmen agieren.

Größere Chancen für Sauber?

Unklar ist jedoch, ob ein AMCO/Toyota-Projekt 2010 überhaupt startberechtigt wäre, denn auf der offiziellen FIA-Nennliste, die am Montag veröffentlicht wurde, scheinen derzeit nur zwölf Teams auf - Toyota fehlt genauso wie Sauber. Man munkelt, dass Sauber die größeren Chancen besitzt, einen Startplatz garantiert zu bekommen. In Hinwil rechnet man jedenfalls "täglich" mit positiven Nachrichten aus Paris, wie es heißt.

Aus dem AMCO-Umfeld sickern nur sehr vage und schwer überprüfbare Nachrichten durch. So soll Stefanovic beispielsweise den ehemaligen McLaren-Designer Mike Coughlan verpflichtet haben, der 2007 wegen seiner unrühmlichen Rolle in der Spionageaffäre bekannt wurde. Außerdem gibt das Unternehmen auf seiner Internetseite an, schon selbst einen Rennwagen entwickelt zu haben, auf dessen Konto angeblich "vier nationale Meistertitel" gehen...

Fotoquelle: Toyota

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