Paul di Resta hinterließ im Formel-1-Auto bisher einen sehr starken Eindruck

Formel 1 2009

— 02.12.2009

Di Resta: "Die Formel 1 ist ein anderes Kaliber"

DTM-Leihgabe Paul di Resta zieht nach zwei Tagen Bilanz: Was die Formel 1 von der DTM unterscheidet und was er in Zukunft vorhat

Mercedes-Werksfahrer Paul di Resta gilt als jener DTM-Pilot mit den grten Chancen auf einen Wechsel in die Formel 1. Der Brite hinterlie an seinen beiden ersten Halbtagen bei den Young-Driver-Days in Jerez de la Frontera einen sehr guten Eindruck, wurde einmal Zweiter und einmal Fnfter und verlor nie mehr als gut eine halbe Sekunde auf die Spitze. Im Interview schildert er seine Eindrcke vom Force-India-Mercedes VJM02.

Frage: "Paul, wie ist dein Eindruck vom VJM02?"
Paul di Resta: "Es ist ein ganz anderes Kaliber als alles, was ich bisher gefahren bin. Du bildest dir ein, dass du darauf vorbereitet bist, aber auf so etwas kannst du dich nicht vorbereiten. Je mehr du attackierst, desto mehr holst du aus diesen Autos raus, also musst du die Komfortzone verlassen. Es ist alles, wovon ich je getrumt habe, vom Lrm angefangen bis hin zum Speed - das ist es, worauf ich schon mein ganzes Leben warte. Ich will jede Sekunde auskosten."

Frage: "Dies ist bereits dein dritter Test in einem Formel-1-Auto. Helfen dir deine vorherigen Erfahrungen?"
Di Resta: "Ich bin vor fast einem Jahr auf dem Kurzkurs in Silverstone einen McLaren gefahren, aber das waren eigentlich nur Systemchecks. Ich bin jetzt seit 13 Monaten in keinem Formelauto mehr gesessen - und dieses Jahr ist sowieso ganz anders als das Vorjahr. Es gibt weniger Downforce und dafr Slicks. Der Test hat schon ein bisschen geholfen, aber es ist auch mein erster Test auf einer langen Rennstrecke, daher musste ich wieder etwas Neues lernen."

Frage: "Gibt es hnlichkeiten zwischen dem Formel-1- und deinem DTM-Auto?"
Di Resta: "Viele Leute sagen, dass ich Tourenwagenfahrer bin, aber das DTM-Auto ist kein echter Tourenwagen, sondern eher ein Formelauto mit Karosserie. Die DTM-Autos haben viel Downforce, sind sehr technisch und ich wrde sagen, dass sie das Nchstbeste nach der Formel 1 sind, was die Entwicklungsrate angeht. Trotzdem fhlt sich der VJM02 anders an als ein DTM-Auto. Die C-Klasse hat gute Bremsen und eine gute Stabilitt, aber das Formel-1-Auto ist in einer eigenen Liga. Wenn man sich daran gewhnt und die Komfortzone verlsst, holt man das Beste aus diesem Auto heraus."

Frage: "Du durftest heute Vormittag fahren. Was war dein Programm und wie lautet deine Bilanz?"
Di Resta: "Gestern ging es darum, das Auto kennen zu lernen und zu verstehen, wie alles funktioniert. Ich erreichte schon nach nur einem Run ein gutes Niveau und fhlte mich gut genug vorbereitet, um auch ein paar Entwicklungsteile fr das Team auszuprobieren, was ihnen 2010 helfen wird. Heute Morgen hatten wir schon ein sehr strukturiertes Programm mit Vergleichstests von 2009er- und 2010er-Setups, mit kurzen und langen Runs. Es lief ziemlich gut."

Frage: "Ist die Herangehensweise an einen solchen Test anders als in der DTM?"
Di Resta: "In der Garage stehen eine Menge Leute, aber alle haben eine Aufgabe, mich eingeschlossen. Ich bin daran gewhnt, bei Tests nach Performance zu suchen. Dafr ist es wichtig, sich im Auto wohl zu fhlen. Ich bin jetzt auf Speed und ich wei, was ntig ist, um meine eigene Performance zu verbessern. Hinzu kommt, dass wir in jedem Run etwas anderes ausprobieren, also muss ich stndig dazulernen und Feedback geben, damit das Team die Informationen bekommt, die es braucht. Ich hoffe, dass ich fr sie ntzlich bin."

Frage: "Was sind nach diesem Test deine langfristigen Ziele?"
Di Resta: "Das Ziel war, diesen Test zu fahren und dann weiterzusehen. Ich habe keine konkreten Plne fr nchstes Jahr, aber ich hoffe, dass ich fr die Zukunft eine Beziehung zu Force India aufbauen kann. In der DTM steckt sicher eine Menge Potenzial, aber nach diesem Test muss ich mich hinsetzen und schauen, was ich machen will und wo ich fahren knnte."

Fotoquelle: xpb.cc

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