Wieder dunkle Wolken über Silverstone? Es gibt erste Zweifler am Rennprojekt...

Formel 1 2009

— 09.12.2009

Silverstone: Ist das Rennprojekt zu stemmen?

Kaum ist der neue Rennvertrag unterschrieben, kommen erste Zweifel auf: Kann Silverstone die hohen Gebühren tatsächlich bezahlen?

Seit Montag herrscht Aufbruchsstimmung in Großbritannien: Die Formel 1 wird auch weiterhin in Silverstone gastieren - und das für mindestens zehn Jahre. Entsprechend zuversichtlich blicken die Verantwortlichen der Rennstrecke in die Zukunft und planen große Investitionen, um den Kurs in vielen Bereichen zu modernisieren. Aber kann dieses ehrgeizige Projekt überhaupt erfolgreich sein?

Georgio Zorbas, Präsident der Formula One Supporters Association (FOSA) hat gewisse Zweifel: "Wenn man erst einmal über die Freude über den Erhalt des Rennens in Großbritannien hinweg ist, dann hält man diese Geschichte für einen erstaunlich mutigen Schritt - oder sogar für ein gefährliches finanzielles Unterfangen des BRDC", so Zorbas im Hinblick auf den britischen Rennfahrerklub.

Kann der Rennvertrag überhaupt finanziert werden?

"Im vergangenen Jahr hatten wir gutes Wetter und in Lewis Hamilton und Jenson Button zwei konkurrenzfähige britische Fahrer, also waren die Zahlen gut. Hoffentlich werden Lewis und Jenson auch in den kommenden Jahren noch an der Spitze mitmischen, um das Interesse hochzuhalten", gibt der FOSA-Vorsitzende zu Protokoll und fügt an: "Die wirtschaftliche Lage ist nämlich recht schwierig."

"Selbst wenn man auf dem Zeltplatz übernachtet, ist das Wochenende eine teure Angelegenheit. Und wenn die Preise dann noch ansteigen, werden die Zuschauerzahlen zurückgehen. Man muss sich das Rennen halt leisten können", findet Zorbas. Und genau in diesem Punkt liegt der Hase im Pfeffer: Zorbas vermutet, dass die Ticketpreise ansteigen werden, weil sich auch die Renngebühr erhöht.

"Wir sorgen uns darum, wie sie die nötigen Einkommen generieren wollen", bringt es Zorbas im 'Independent' auf den Punkt. "Man muss dabei auch immer im Hinterkopf behalten, dass es eine maximale Zuschauerkapazität gibt, die auf einem Abkommen mit der örtlichen Polizei beruht", erklärt der FOSA-Chef - irgendwann ist in Silverstone also eine Grenze erreicht, die nicht überschreitbar ist.

Keine Bedenken bei den Verantwortlichen

Die Verantwortlichen lassen diese Bedenken kalt: "Keine Frage", sagt BRDC-Präsident Damon Hill, "es wird sehr schwierig, diesen Deal zu erfüllen. Das ist unser großes Engagement", hält der ehemalige Formel-1-Weltmeister fest. "Wir haben eine neue Seite aufgeschlagen, auf der wir uns dazu verpflichtet haben, Silverstone zu entwickeln und in den Kurs zu investieren", sagt Hill.

Gerade die lange Vertragslaufzeit von bis zu 17 Jahren ermögliche es den Organisatoren, langfristig zu planen und zu investieren, wie Streckenchef Richard Phillips unterstreicht: "Diese Stabilität bedeutet, dass wir die Marke Silverstone entwickeln können. Im den vergangenen drei Jahren haben wir uns vielseitig beschäftigt und konnten auch außerhalb von Silverstone einiges an Arbeit verrichten."

"Wir führen zum Beispiel Autovorstellungen durch und unser Catering-Unternehmen, das wir vor drei Jahren ins Leben gerufen haben, hat das Catering beim Grand Prix in Abu Dhabi durchgeführt. Dort hat es einen Siebenjahresvertrag. Wenn wir in Silverstone die Infrastruktur verbessern, stärken wir dadurch die Gesamtmarke und können zudem weitere Deals in anderen Bereichen an Land ziehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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