Die Experten beschäftigen sich damit, wie die Formel 1 näher zu den Fans gelangt

Formel 1 2009

— 09.12.2009

Die Formel 1 diskutiert den Einsatz neuer Medien

Beim Motor Sport Business Forum in Monaco ist auch das Internet ein großes Thema: Liegt hier die Zukunft der Formel-1-Übertragungen?

Soll sich die Formel 1 neuen Medientrends anschließen oder stattdessen lieber auf altbewährte Methoden zurückgreifen? Diese und andere Fragen stehen beim Motor Sport Business Forum in Monte Carlo im Zentrum der Diskussion. Experten aus Motorsport und Wirtschaft vertreten die Ansicht, dass sich die Rennserie grundsätzlich neuen Darstellungsformen öffnen sollte.

"Die Teams können den Sport näher an das Publikum heranbringen", sagt Gerard Lopez, der sich aktuell sehr für die Übernahme des Renault-Rennstalls interessiert. "Der Sport und sein Umfeld sind gezwungen, sich zu verändern", findet der Geschäftsmann und prangert die aktuellen Zustände an: "Die meisten Übertragungsverträge basieren auf die Sichtweise von vor 15, 20 oder 25 Jahren."

Folgt die Formel 1 dem Beispiel Musikindustrie?

"Tatsache ist aber, dass die meisten Leute in vielen Ländern die Formel 1 in nur drei bis vier Jahren nicht mehr via Fernsehen verfolgen werden, so wie wir es heute kennen. Sie werden die Rennen über das Internet verfolgen", meint Lopez und fügt an: "Das verändert natürlich die Art und Weise vollkommen, wie man Verträge aushandeln muss und wie man das TV-Programm verteilt."

"Das Internetpublikum kannst du nicht so sehr kontrollieren wie die Fernsehzuschauer. Es ist ein ähnlicher Prozess, wie ihn die Musikindustrie bereits durchgemacht hat. Du musst einen Weg finden, wie du Kapital daraus schlagen kannst. Denn letztendlich bleibt der Sport nur dadurch am Leben", glaubt Lopez. Auch Lotus-Teamchef Tony Fernandes hält das Internet für unabdingbar.

"Ich denke an eine Zukunft für diesen Sport, die möglich ist, wenn die Formel 1 nur richtig gemanagt wird", sagt der Malaysier. "Dieser riesige Sport ist noch nicht erschlossen - wir erreichen über das Internet noch lange nicht die gesamte Welt. Das sind ungeheuere Möglichkeiten. Online können Zuschauerzahlen erzielt werden, die man niemals zuvor erreicht hat", erläutert Fernandes.

Experten fordern: Die Formel 1 muss ins Internet

"Man kann diesen Sport zu einer wahrhaft globalen Sache erheben wie Fußball. Es ist machbar und aus diesem Grund interessieren wir uns sehr dafür", gibt das Lotus-Teamoberhaupt zu Protokoll. Multimediaexperte Neville Wheeler von der Cisco-Gruppe warnt die Formel 1 davor, gewisse Trends zu verschlafen: "Der Wandel in sozialen Medien geht rasend schnell vonstatten", so Wheeler.

"Wenn man sich nicht dazu bereit erklärt, sich von den althergebrachten Handlungsmustern zu lösen, bleibt man schnell zurück", erklärt Wheeler. Lopez stößt ins gleiche Horn: "Die Leute konsumieren die Medien heutzutage auf eine ganz andere Art und Weise und Rechtehalter müssen ihr Publikum nun auf anderen Wegen erreichen", meint der Renault-Interessent und fordert neue Medienideen

"Es macht keinen Sinn, den Leuten etwas zu berechnen, wenn sie es auch gratis bekommen können. Die Formel 1 wird im Internet verfügbar sein und darauf muss man sich vorbereiten", so Lopez. "Die Herausforderung liegt nicht darin, darüber zu befinden, was man freigeben will, sondern welchen Zusatzwert man noch hinzufügt. Das sollten Dinge sein, für das die Leute wirklich bezahlen wollen."

Fotoquelle: xpb.cc

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