Im Zeichen der Dose: Sébastien Buemi stammt aus dem Fahrerkader von Red Bull

Formel 1 2009

— 12.12.2009

Buemi: "Bourdais brachte Ausreden"

Toro-Rosso-Fahrer Sébastien Buemi über den Druck in der Formel 1, seinen früheren Stallgefährten Sébastien Bourdais und die Führungsrolle im Team

Als Sébastien Bourdais im Sommer 2009 bei Toro Rosso ausgemustert wurde, stand Formel-1-Neuling Sébastien Buemi vor einer großen Herausforderung: Von jetzt auf gleich avancierte der Schweizer zum Teamleader bei Toro Rosso - obwohl er doch selbst noch ein Neuling in der Grand-Prix-Szene war. Nach einer kompletten Saison sieht sich Buemi aber fast schon als "alten Hasen".

Doch bis zu dieser Erkenntnis war es ein weiter Weg, wie der 21-Jährige im Gespräch mit der 'Automobilrevue' zu Protokoll gibt: "Am Anfang empfand ich deswegen mehr Druck", gesteht Buemi. "Mir kam es vor, als ob ich vom jungen Rookie zum alten Hasen mutierte, der nun unter erhöhtem Druck stand, weil da ein Junger kommt" - Jaime Alguersuari stieg mit 19 Jahren in die Formel 1 auf.

"In den ersten zwei, drei Grands Prix hatte ich Mühe mit dieser Rolle", sagt Buemi rückblickend. "Ich habe dauernd geschaut, was er macht und wie er sich anstellt - bis mir klar wurde, dass das nichts bringt. Prompt ging es nachher besser. Ab Singapur war ich deutlich schneller", gibt der Toro-Rosso-Youngster zu Protokoll. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Thema Bourdais freilich schon erledigt.

Der Franzose litt zu sehr unter einem schwierigen Auto, meint Buemi. "In seiner zweiten Saison stand er unter erhöhtem Druck. Bourdais musste schneller sein als ich und suchte dann halt ein paar Mal nach Erklärungen, brachte Ausreden. Er ist nur sehr schnell, wenn das Auto perfekt passt. Prinzipiell musst du aber mit jedem Auto schnell sein können", erläutert der frühere GP2-Rennfahrer.

"Es zeigt halt auch, dass das fahrerische Niveau in der Formel 1 viel höher ist als bei den IndyCars. In Amerika war er in einem Topteam und hatte das beste Auto", so Buemi - in der Formel 1 konnte Bourdais hingegen niemals wirklich Fuß fassen. Dieses Schicksal teilt der viermalige ChampCar-Gewinner mit vielen anderen Piloten, die dem Druck der Formel 1 letztlich nicht gewachsen waren.

Auch Buemi wusste anfangs nicht genau, was ihn im "Haifischbecken Formel 1" erwarten würde: "Als Dritter Fahrer hatte ich schon 2008 einen Einblick", sagt der Schweizer und fügt an: "Ich sagte mir damals, es muss schwieriger sein, in die Formel 1 zu kommen, als drin zu bleiben. Mittlerweile weiß ich, dass es umgekehrt ist", so Buemi, der auch im kommenden Jahr für Toro Rosso fahren wird.

Aber weshalb ist die Formel 1 ein so schwieriges Umfeld? Buemi erklärt: "Der psychologische Druck ist enorm. Du weißt, dass du keinen Fehler machen darfst. Es gibt so viele Dinge, die du nicht beeinflussen kannst - und das musst du akzeptieren und dich nicht hintersinnen", sagt der 21-Jährige abschließend. "Es muss dir gelingen, aus allem das Maximum herauszuholen - ohne zu grübeln."

Fotoquelle: Getty/Red Bull

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