Ex-FIA-Präsident Max Mosley will nicht als Diktator in Erinnerung bleiben

Formel 1 2009

— 14.12.2009

Mosley wehrt sich gegen Diktator-Vorwürfe

Anhand des Beispiels Spionageaffäre 2007 möchte Max Mosley mit Vorwürfen aufräumen, er habe die FIA als strenger Diktator regiert

Der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley wurde während seiner 16-jährigen Amtszeit speziell im Formel-1-Fahrerlager oftmals als Diktator wahrgenommen, doch nun wehrt er sich gegen diese Darstellung. Als Beispiel führt er die Spionageaffäre um das McLaren-Team an, das 2007 zu einer Geldstrafe von 100 Millionen US-Dollar verurteilt wurde.

Der Motorsport-Weltrat setzte sich damit über Mosleys Empfehlung hinweg: "Ich war für eine Sperre, aber ich wurde überstimmt und der Weltrat entschied sich stattdessen für eine hohe Geldstrafe. So viel zum Thema Diktatur", schreibt der Brite in einem Gastbeitrag für den 'Telegraph'. "McLaren ging nicht in Berufung, weil sie wussten, dass das Internationale Berufungsgericht die Geldstrafe fast sicher durch eine Sperre ersetzt hätte."

"Sie wussten auch, dass unter solchen Umständen kein Zivilgericht gegen eine solche Sperre vorgehen würde und dass es zu viel größeren Peinlichkeiten führen könnte, bei einem Prozess unter Eid aussagen zu müssen", so der ehemalige FIA-Präsident. Dabei ist ihm klar, dass die Geldstrafe in Wahrheit viel milder war als eine Disqualifikation für 2007 und eine Sperre für 2008, denn eine solche Maßnahme hätte das McLaren-Team sogar komplett auslöschen können.

Und Mosley behauptet, dass vor zwei Jahren gar nicht alles ans Tageslicht gekommen ist: "Trotz der hohen Summe, die involviert war, wusste McLaren, dass sie gut davongekommen sind, denn Untersuchungen des 2008er-Autos haben weitere erschütternde Beweise hervorgebracht. Ein E-Mail-Dialog zwischen Ingenieuren, die für das 2007er- beziehungsweise 2008er-Design verantwortlich waren, fragte danach, ob die Informationen 'von unserem Maulwurf' bei Ferrari kommen."

In seinem Gastbeitrag schildert Mosley auch, wie er am 3. Juli 2007 erst von Ron Dennis und dann von Jean Todt über die Spionageaffäre informiert wurde. Zuvor war die Spionageachse zwischen Nigel Stepney (Ferrari) und Mike Coughlan (McLaren) aufgeflogen, als Coughlans Ehefrau in einem Copyshop streng geheime Ferrari-Unterlagen kopieren ließ. Ein Mitarbeiter des Copyshops, zufällig Ferrari-Fan, zeigte diesen Vorgang an.

Fotoquelle: xpb.cc

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