Kein anderes Formel-1-Team zahlte seine Rechnungen so pünktlich wie Toyota

Formel 1 2009

— 17.12.2009

Toyota zahlt Rechnungen am schnellsten

Ausgerechnet die Aussteiger Toyota und BMW glänzen durch ihre Zahlungsmoral, wohingegen einige andere Teams ihre Rechnungen meist spät begleichen

Auch wenn Toyota sein Formel-1-Engagement mittlerweile beendet hat und 2009 große Erfolge auf der Rennstrecke ausblieben: Die Kölner Truppe verabschiedet sich finanziell gesehen mit einer weißen Weste. Laut internationaler Analyse des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland führt der ehemalige Arbeitgeber von Timo Glock zum Jahresende den D&B-F1-Index mit 99 von 100 Punkten souverän an.

Überpünktlich zahlte Toyota seine Rechnungen als einziges Formel-1-Team fünf Tage vor vereinbartem Zahlungsziel. Knapp hinter Toyota heimst Williams mit ebenfalls 99 Punkten den zweiten Platz ein. Der Grund: D&B verwendet zur Berechnung des Index nicht nur reale Zahlungserfahrungen, sondern auch demografische Daten sowie Finanzdaten. Auf den weiteren Plätzen folgen der zweite Aussteiger BMW (97), Renault (95) und Toro Rosso (92 Punkte).

Die siegreichen und renommierten Teams sind beim Bezahlen ihrer Rechnungen dagegen nicht so schnell wie auf der Rennstrecke. Ferrari (84 Punkte) führt das Mittelfeld vor Red Bull (83 Punkte) an. Selbst Titelgewinner Brawn (82 Punkte) lässt sich im Durchschnitt 14 Tage Zeit, bevor Forderungen beglichen werden. Bei McLaren (51 Punkte) dauert es trotz Noch-Partner Mercedes sogar 26 Tage. Zum Glück für die Lieferanten schlug im Vergleich zum Saisonanfang die Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahresverlauf nicht auf die Zahlungswilligkeit der Formel-1-Teams durch. Nahezu alle verbesserten ihr Zahlungsverhalten sogar erheblich.

Über die im Vergleich miserabelste Zahlungsmoral verfügt erneut das Team Force India mit drei Punkten. Zahlungsverzug: 66 Tage. Der Rennstall des indischen Geschäftsmannes Vijay Mallya hält damit weiterhin die rote Laterne. Wenig tröstlich wirkt hier der Hinweis auf Verbesserungen. Denn laut Analyse der im D&B-DunTrade-Programm gesammelten Zahlungserfahrungen mussten Lieferanten zu Jahresbeginn durchschnittlich sogar 75 Tage auf ihr Geld warten. Dieses Verhalten akzeptieren die Betroffenen wohl nur, weil Mallya nach eigenen Aussagen auch weiterhin Millionen in seinen Rennstall pumpen wird, um diesen am Leben zu erhalten.

Team (Index 2009 / zahlt Rechnungen X Tage nach Ziel):

01. Toyota (99/-5)
02. Williams (99/15)
03. BMW Sauber F1 Team (97/?)
04. Renault (95/3)
05. Toro Rosso (92/0)
06. Ferrari (84/14)
07. Red Bull (83/8)
08. Brawn (82/14)
09. McLaren (51/26)
10. Force India (3/66)

Der D&B-F1-Index ist ein statistisch ermittelter Wert zur Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens. D&B verwendet zur Berechnung demografische Daten, Finanzdaten und reale Zahlungserfahrungen. Auf der Skala von eins bis 100 bedeutet ein Indexwert von eins ein sehr hohes Ausfallrisiko und ein Wert von 100 ein minimales Ausfallrisiko.

D&B Deutschland ist ein Unternehmen der Bisnode-Gruppe und gehört zum weltweiten D&B-Netzwerk, dem Weltmarktführer für Wirtschaftsinformationen und Firmenbewertungen. Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Daten und Lösungen von D&B Deutschland zur Bonitätsprüfung, bei der Kundengewinnung und im strategischen Einkauf. Basis dafür ist die D&B-Datenbank mit Informationen über 4,5 Millionen deutsche und mehr als 150 Millionen Unternehmen weltweit. In die Bonitätsbewertung der Firmen fließt auch deren Zahlungsverhalten ein. Dazu wertet D&B alleine in Deutschland jährlich mehr als 600 Millionen Rechnungsinformationen aus.

Die Zuordnung aller Informationen zu den Unternehmen ist durch die von D&B eingeführte D-U-N-S-Nummer eindeutig. Die D-U-N-S-Nummer wird unter anderem vom Verband der Automobilindustrie (VDA), vom Verband der Chemischen Industrie (VCI), von der Europäischen Kommission und von der ISO als Standard empfohlen und eingesetzt.

Fotoquelle: Toyota

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