Gelangweilt von der Formel 1: Räikkönen hat die Konsequenzen gezogen

Formel 1 2009

— 21.12.2009

Räikkönen: "Es ging mir nicht ums Geld"

Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen erklärt, was ihn zum Wechsel in die Rallye-WM bewogen hat, und spricht über abgelehnte Formel-1-Angebote

Wochenlang beschäftigte Kimi Räikkönens Zukunft die Motorsportmedien, ehe er seinen Wechsel in die Rallye-WM bekannt gab und das Zepter des Schlagzeilenschreibers an seinen Ferrari-Vorgänger Michael Schumacher abtrat. Doch während viele Formel-1-Fans dem "Iceman" nachtrauern, scheint er sich selbst mit seiner neuen Situation arrangiert zu haben.

Dazu dürfte auch die Ferrari-Abfindung in Höhe von kolportierten 17 Millionen Euro beitragen: "Es stimmt, dass ich weniger bekommen hätte, wenn ich für ein anderes Formel-1-Team gefahren wäre. Das hätte keinen Sinn gemacht", bestätigt Räikkönen gegenüber 'Autosport'. "Es war eine komplizierte Situation, aber unterm Strich ging es mir nicht ums Geld, auch wenn das alle glauben. Es war einfach nicht das, was ich wollte."

Verhandlungen mit McLaren und Brawn

Der Weltmeister von 2007 hatte eigentlich vor, in der Formel 1 zu bleiben, konnte sich jedoch nicht vorstellen, zu einem Mittelfeldteam zu wechseln. Also ließ er sein Management nur mit McLaren und Brawn verhandeln - im Wissen, dass ihm Ferrari nur zehn statt 17 Millionen Euro "Schmerzensgeld" überweisen würde, sollte er bei einem Konkurrenzteam anheuern. Da erschien ein von Red Bull und Citroën finanzierter Wechsel in die Rallye-WM verlockend.

Warum ihn Ferrari trotz eines bestehenden Vertrags für 2010 vor die Tür gesetzt hat, scheint Räikkönen nur am Rande zu interessieren: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Antwort auf diese Frage kenne und dass es nichts mit meinen Leistungen zu tun hatte. Ich glaube, wenn genug Geld im Spiel ist, kann man alles verändern. Ich glaube, es hatte wohl mit dem Einstieg von Sponsor Santander zu tun. Vielleicht haben die einen Deal gemacht. Ich weiß es aber nicht."

Die spanische Großbank hat in Maranello bei der Vertragsunterzeichnung den Wunsch deponiert, Fernando Alonso als PR-Zugpferd zu bekommen. Prompt wurde Räikkönen gefeuert und der eigentlich erst für 2011 beschlossene Alonso-Transfer beschleunigt. Gut möglich, dass sich Santander im Gegenzug dazu bereiterklärt hat, für einen Teil der Fahrerkosten aufzukommen - also für Alonsos Gehalt und Räikkönens Abfindung.

Knackpunkt PR-Verpflichtungen

"Ich hätte bei McLaren unterschreiben können, wenn ich das gewollt hätte, aber unterm Strich war das nicht hundertprozentig das, was ich wollte", ergänzt der 30-jährige "Iceman", der bis Ende 2006 schon einmal für die Silberpfeile gefahren ist. "Es ging mir dabei nicht ums Geld, sondern um andere Dinge. Es ist nicht so, dass ich nicht dort fahren hätte können, aber ich sah keinen Grund, mich darauf einzulassen, wenn ich mit dem Vertrag nicht glücklich bin."

Außerdem forderte sein Management mehr als die fünf Millionen Euro, die McLaren angeblich zu zahlen bereit war, und die Sponsoren des Teams aus Woking liefen ebenfalls Sturm: "Als wir hörten, dass Kimi nicht kommt, fiel uns ein riesiger Stein vom Herzen", erklärte ein hochrangiger Vertreter eines McLaren-Sponsors am Rande des Motor Sport Business Forums in Monte Carlo gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Wäre da noch Brawn gewesen: "Vielleicht hätte ich hingehen können", sagt Räikkönen, "ich wollte aber nicht zu lange warten. Sicher hätten wir einen Vertrag hinbekommen, aber als ich merkte, dass es mit McLaren nichts wurde, führte ich bereits Gespräche mit Red Bull, also wollte ich mir einmal ansehen, wie das im Rallyesport läuft. Vielleicht komme ich nach einem Jahr in die Formel 1 zurück - vielleicht aber auch nicht..."

Fotoquelle: xpb.cc

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